1. Gießener Allgemeine
  2. Hessen

Mehrmals Polizei gerufen: Wieder Ärger um Universitätsplatz

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gießen (fd). Im vergangenen Sommer schlugen die spätabendlichen Treffen von teils hunderten Studenten auf dem Platz vor dem Hauptgebäude hohe Wellen: Regelmäßig mussten Scherben, Essens- und Verpackungsreste weggeräumt werden. Nach einem Jahr ist der Platz nun wieder zum Treffpunkt geworden.

Von mehreren Einsätzen allein in dieser Woche berichtet die Polizei, die Hochschulleitung brachte am Donnerstag sogar die Möglichkeit einer genereller Einschränkungen der öffentlichen Nutzung des Platzes auf den Tisch.

Die Justus-Liebig-Universität steckt in einem Dilemma: Einerseits freut man sich über die Belebung des historischen Platzes vor dem Hauptgebäude, andererseits sind auch die Klagen der Anwohner über spätabendliche Lärmbelästigungen durchaus nachvollziehbar. Am Donnerstag erklärte die Hochschulleitung auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung: »Auch die Verschmutzung des Platzes erreicht an warmen Sommerabenden Ausmaße, die kaum hinnehmbar sind und deren Beseitigung der Universität immer wieder hohe Kosten verursacht.«

Im vergangenen Jahr gab es Ärger, weil einige Studenten gegen das Hauptgebäude uriniert hatten und Exkremente in Briefkästen aufgetaucht waren. Bei der Hochschulleitung heißt es nun auch wieder: »Die Justus-Liebig-Universität hat versucht, den Problemen zu begegnen, in dem sie unter anderem eine mobile Toilette zur Verfügung gestellt hat. Zudem sollte ein Sicherheitsdienst das generelle Alkoholverbot auf dem Gelände der Universität durchsetzen.«

Der Sicherheitsdienst ist weiterhin im Einsatz, rief zuletzt auch die Polizei zur Unterstützung auf den Universitätsplatz. Das Polizeipräsidium Mittelhessen berichtet, in den vergangenen vier Nächten dreimal gerufen worden zu sein. Nur einmal seien dabei jedoch auch Platzverweise erteilt worden.

Wohl auch, weil der Universitätsplatz als spätabendlicher Treffpunkt für teils hunderte Studenten schon seit längerer Zeit immer wieder für Probleme sorgt, sucht die Hochschulleitung den Dialog mit allen Beteiligten: »Für weitere Vorschläge aus Stadt oder Studierendenschaft, wie die Justus-Liebig-Universität den Problemen auf dem Platz begegnen könnte, wären wir durchaus dankbar.

« Bereits im vergangenen Herbst wurde mit den Pächtern der gegenüberliegenden Gastronomie erörtert, ob eine ordentliche Bewirtung des Platzes möglich sei. Realisiert wurden die Pläne – Vorbild könnte das Liebig-Festival von 2003 sein, als über Wochen ein Bistro tagsüber und abends Getränke und kleine Speisen anbot – bisher nicht. »Die Universität hätte daran ein großes Interesse«, heißt es in der Stellungnahme. Und weiter: »Unverständlich ist es allerdings, dass der Platz offenbar von vielen für den kostenlos nutzbaren Biergarten eines benachbarten Kiosks gehalten wird.«

Bei der Hochschulleitung scheint das Verständnis für das Treiben auf dem Platz Grenzen zu haben, so heißt es in der Stellungnahme abschließend: »Sollte in den kommenden Monaten keine Besserung der Situation eintreten, muss gegebenenfalls über generelle Einschränkungen für die öffentliche Nutzung des Platzes nachgedacht werden.«

Auch interessant

Kommentare