Mehrere Zeugen fallen vorerst aus

Marburg/Dortmund (dpa). Vor dem Marburger Landgericht hat am Freitag der Berufungsprozess um einen Konflikt unter Türken begonnen. Dabei geht es um Drohungen gegen einen 28-Jährigen, der eine junge Frau vergewaltigt und geschwängert hat.

Marburg/Dortmund (dpa). Vor dem Marburger Landgericht hat am Freitag der Berufungsprozess um einen Konflikt unter Türken begonnen. Dabei geht es um Drohungen gegen einen 28-Jährigen, der eine junge Frau vergewaltigt und geschwängert hat. Angeklagt sind der Vater der jungen Frau, ihr Bruder und ein Vetter. Sie sollen ihren 28 Jahre alten Landsmann mit dem Tod bedroht haben, wenn er das Mädchen nicht heiratet.

Der Vater war im ersten Verfahren vom Amtsgericht Marburg wegen versuchter räuberischer Erpressung und Bedrohung zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilt worden, sein Sohn hatte sieben und sein Neffe vier Monate Haft auf Bewährung wegen versuchter Nötigung in einem besonders schweren Fall und Freiheitsberaubung bekommen. Das Amtsgericht Marburg sah es als erwiesen an, dass der Sohn und der Neffe dem 28-Jährigen im Februar 2007 in Dortmund auflauerten und ihn mit einer Waffe zwangen, zu ihnen ins Auto zu steigen. Dort sollen sie ihn geschlagen und versucht haben, ihn zur Heirat mit der damals 17-Jährigen zu zwingen. "Da waren keine Waffen oder sonstwas im Spiel", sagte der Verteidiger des Neffen am Freitag. Der Vater soll die Eltern des 28-Jährigen am Telefon bedroht und die Zahlung einer Geldsumme in Höhe von 20 000 Euro gefordert haben.

Gegen das Urteil hatten sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht wird laut Richter vermutlich erst Anfang 2010 fortgesetzt, weil wichtige Zeugen aufgrund einer schweren Erkrankung zurzeit nicht aussagen könnten.

Bei dem Vorfall in Dortmund war die neue Freundin des 28-Jährigen dabei, die kurz nach ihrer Aussage in dem Prozess gegen die drei Männer mit einem Kopfschuss getötet worden war. Ihre Leiche war im August vergangenen Jahres auf einem Autobahn-Parkplatz gefunden worden. Nach Angaben des Vorsitzenden Richters hat ihr Tod aber nichts mit ihrer Aussage in dem Prozess zu tun. Sie sei von ihren eigenen Familienmitgliedern wegen ihrer angeblich unpassenden Lebensführung erschossen worden, sagte der Richter in der Berufungsverhandlung.

Der 28-Jährige ist inzwischen wegen Vergewaltigung rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte nach Ansicht des Landgerichts die Tochter des 43 Jahre alten Mannes im Dezember 2006 vergewaltigt und geschwängert.

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