Mehrere Anschläge

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Wiesbaden- Im Prozess um einen Mordversuch mit einer vergifteten Nudelsuppe hat eines der Opfer von Annäherungsversuchen des Angeklagten berichtet. "Das war mir unangenehm", sagte der 63-Jährige am Freitag vor dem Landgericht in Wiesbaden. Der Angeklagte habe ihn unter anderem mal umarmt, seine Hand berührt oder ihm ungefragt die Tennistasche hinterhergetragen. Schließlich habe er dem 49-Jährigen deutlich gesagt, dass er das lassen soll.

Der Angeklagte soll im Februar 2019 in Rüdesheim in das Haus eines Ehepaares eingedrungen sein und Gift in einen Topf mit Nudelsuppe gekippt haben. Der 63 Jahre alte Ehemann verfütterte die Suppe an seine Hunde, die mit schweren Vergiftungssymptomen in eine Klinik gebracht wurden und überlebten. Hintergrund der Tat ist laut Anklage, dass der 49-jährige Deutsche in den Ehemann verliebt war. Die beiden Männer kannten sich vom Tennisclub. Der Angeklagte saß wegen eines versuchten Giftmordes in Bayern bereits viele Jahre im Gefängnis.

Der 63-Jährige berichtete, es habe über Monate immer wieder Anschläge gegen seine Familie gegeben. Unter anderem habe der jüngere Hund Giftköder gefressen, mal sei eines der Autos mit Steinen beworfen worden, während seine Frau am Steuer gesessen habe.

Undeutliche Videoaufnahmen

Die Familie installierte an ihrem abseits gelegenen Haus mehrere Kameras. Unter anderem an dem Tag der mutmaßlichen Vergiftung der Suppe ist auf den Bildern eine Person auf dem Grundstück zu erkennen. Auch rund zwei Wochen danach wird ein vermummter Mensch gefilmt, wie er eine Kamera von der Wand reißt.

Nach den Worten einer Gutachterin sind die Aufnahmen zu undeutlich, um den Angeklagten darauf zu identifizieren. Es lasse sich aber auch nicht ausschließen, dass es der 49-Jährige ist. dpa

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