Derzeit liegt die Auslastung in den Verbindungen des RMV wegen der Corona-Pandemie bei 65 Prozent. Dennoch sollen ab Mitte Dezember mehr Züge fahren. Der Verkehrsverbund rechnet damit, dass sich die Fahrgastzahlen bis 2023 weitgehend normalisieren. FOTO: DPA
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Derzeit liegt die Auslastung in den Verbindungen des RMV wegen der Corona-Pandemie bei 65 Prozent. Dennoch sollen ab Mitte Dezember mehr Züge fahren. Der Verkehrsverbund rechnet damit, dass sich die Fahrgastzahlen bis 2023 weitgehend normalisieren. FOTO: DPA

Mehr Züge trotz Pandemie

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Frankfurt- Einen dichteren Takt mehrerer Regionalbahnlinien und neue Busverbindungen wird der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ab Mitte Dezember anbieten. Ausgeweitet werde der 30-Minuten-Takt auf Bahnverbindungen in Mittel- und Osthessen, teilte der RMV am Freitag mit. Auch in Südhessen wird es mehr Fahrten geben. Drei neue Buslinien werden in Mittelhessen fahren. Start ist zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember. Wegen der Corona-Pandemie fehlen allerdings weiter Fahrgäste in den Bussen und Bahnen. Ein Überblick über die aktuelle Situation und die Pläne:

Bahn:Auf mehreren Linien in Mittel- und Osthessen werden die Züge künftig häufiger unterwegs sein. Zwischen Marburg und Gießen fährt etwa die RB 41 werktags zwischen 6 und 19 Uhr alle halbe Stunde. Auch neue Abendverbindungen sind in der Region geplant, so zwischen Gießen und Fulda. Die Odenwaldbahn ist mit einer zusätzlichen Direktverbindung nach Frankfurt am Morgen unterwegs. Die Dreieichbahn RB 61 erhält mehr Fahrten von und nach Frankfurt-Süd.

Bus:Da ein Schienenring um Frankfurt fehlt, schickte der RMV 2014 die ersten X-Busse los. Mehr als 25 000 Fahrgäste zählten die 19 Linien vor Beginn der Corona-Pandemie. Ab Mitte Dezember verbinden nun drei neue Linien in Mittelhessen Alsfeld und Bad Hersfeld, Gladenbach und Herborn sowie Dillenburg und Biedenkopf. Bis Ende 2021 sollen alle X-Busse mit WLAN ausgestattet sein. Der RMV werde künftig ebenso wie der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) zwischen 6 und 22 Uhr im Busverkehr mindestens einen Stundentakt anbieten, um das Angebot zu verbessern, sagte Ringat.

Corona:Ausgebaut werde trotz der Pandemie, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat: "Wenn wir jetzt Leistungen kürzen, würde es Jahre dauern, dies wieder hochzufahren." Ringat rechnet je nach Infektionsgeschehen mit einem allmählichen Anstieg der Fahrgastzahlen in den kommenden Jahren, 2023 könnten demnach wieder 90 Prozent des Vor-Corona-Stands erreicht sein. Derzeit liege die Auslastung bei 65 Prozent. Der Verbund rechnet in diesem Jahr mit 250 Millionen Euro weniger Einnahmen als erwartet. Ob wegen der Pandemie Änderungen der Fahrpläne nötig werden, weil etwa Pendler auch längerfristig im Homeoffice blieben, müsse abgewartet werden, sagte Ringat.

Maskenpflicht:Wer den Mund-Nasen-Schutz in Bussen oder Bahnen nicht wie vorgeschrieben trägt, muss sich auf ein schärferes Vorgehen einstellen. Wenn der RMV-Aufsichtsrat zustimme, könne die Einhaltung der Maskenpflicht zusammen mit den Fahrkarten kontrolliert werden, sagte Ringat. Die Zahl der Fahrgäste, die nicht wie vorgeschrieben einen Mund-Nasen-Schutz trage, sei zuletzt aber gesunken. Hätten sich vor einigen Wochen noch 0,7 Prozent der kontrollierten Passagiere standhaft geweigert, eine Maske zu tragen, seien es nun 0,4 Prozent.

Bauvorhaben:Der Ausbau der Schienenwege rund um Frankfurt dauert unvermindert an, wie der RMV-Chef erklärte. Darunter sind die eigenen Gleise für die S6 Richtung Bad Vilbel sowie der Homburger Damm, der Zug-Staus vor dem Frankfurter Hauptbahnhof verhindern soll. Kommendes Jahr im Sommer erwartet Ringat die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zu einem Fernbahntunnel, der Regional- und Fernverkehr bei An- und Abfahrt auf den Frankfurter Hauptbahnhof trennen soll. Weitere Machbarkeitsstudien sollen in den kommenden zwei Jahren ausloten, ob sich in der Folge ein Schienenring rund um Frankfurt verwirklichen lässt. dpa

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