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Mehr Schüler und Lehrer in Quarantäne

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Mit steigenden Infektionszahlen wächst auch die tägliche Quote von Lehrern und Schülern in Corona-Quarantäne. Zuletzt mussten rund drei Prozent der Schüler und knapp vier Prozent der Lehrer wegen behördlicher Anordnungen zu Hause bleiben (Stand: 4. November). Beide Werte hätten noch bis zu den Herbstferien dauerhaft unter einem Prozent gelegen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden. Sie seien erst nach dem starken Anstieg der Infektionszahlen angewachsen.

Wer alles nach einem positiven Test in der Schulgemeinschaft in Quarantäne muss, das entscheiden die Kommunen vor Ort. In der Regel werde für einzelne Schüler, ganze Klassen oder Lerngruppen Quarantäne verhängt. Dass eine ganze Schule geschlossen wird, ist dagegen eher selten: Zum Stichtag 3. November waren in Hessen insgesamt vier der 1795 Schulen wegen coronabedingter Quarantänevorgaben geschlossen.

Beuth wartet auf Testergebnis

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hessen steigt unterdessen weiter stark an. Binnen eines Tages kamen 1723 Fälle hinzu, wie aus Daten des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) von Sonntag hervorgeht. Am Vortag waren es noch 2111 Neuinfektionen gewesen. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Fälle lag bei 53 161. Insgesamt 753 Todesfälle werden mittlerweile mit dem Erreger in Verbindung gebracht - das waren zwölf mehr als noch am Samstag.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) ist nach einer bestätigten Infektion mit dem Coronavirus in seinem persönlichen Umfeld in häuslicher Quarantäne. Ein erster Corona-Test war nach Angaben des Ministeriums negativ, am Sonntag sei ein weiterer Test erfolgt, dessen Ergebnis für Montag erwartet werde. Der Innenminister zeigt bisher keine Symptome.

Nachdem es vor einer Woche in Frankfurt zu Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen war, sieht der Sozialpsychologen Rolf van Dick solche Vorkommnisse durch die Corona-Auflagen befeuert. "Ich sehe natürlich den Zusammenhang, dass junge Menschen, denen am Mittwoch oder Donnerstag gesagt wird, ab Montag ist wieder alles zu, noch ein letztes Mal groß feiern wollen", sagte der Professor für Sozialpsychologie an der Frankfurter Goethe-Universität. Dabei spielten zwei Faktoren eine Rolle. "Sie haben nicht die persönliche Betroffenheit und deswegen keine Angst vor dem Virus. Sie gehören zu keiner Risikogruppe und haben im Bekanntenkreis keine Fälle von Corona-Infektionen." Dazu komme, dass sie die getroffenen Entscheidungen manchmal nicht genug verstehen würden. dpa

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