In welche Richtung soll sich Frankfurt entwickeln? Kommerz, Kultur oder Freizeit? FOTO: MICHAEL SCHICK
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In welche Richtung soll sich Frankfurt entwickeln? Kommerz, Kultur oder Freizeit? FOTO: MICHAEL SCHICK

Mehr "Rooftop-Feeling"

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Frankfurt soll 2030 zu den Top 10 der angesagtesten Kunst- und Kulturmetropolen Europas gehören. Und zu den Top 10 der Tagungs- und Kongressdestinationen in Europa aufsteigen. So sieht die Vision des "Masterplans Tourismus 2030" aus, der nun als Zwischenbericht vorgestellt wurde.

Der Masterplan soll Zukunftsperspektiven, Leitziele und Strategien für den Tourismus in Frankfurt bieten. "Wo liegen die Schwerpunkte, was muss kurz- und mittelfristig gemacht werden", fragte Thomas Feda, Chef der Tourismus und Congress GmbH. Was muss gemacht werden, um Frankfurt touristisch voranzubringen? Denn die Tourismusbranche ist "ein zentraler Wirtschaftsfaktor", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Rund 71 000 Jobs hängen daran, 470 Millionen Euro Steuereinnahmen im Jahr. Und Frankfurt ist jahrelang von Rekord zu Rekord bei den Übernachtungszahlen geeilt. Doch dann kam die Pandemie, und die Gäste blieben aus. Feda geht davon aus, dass "die Zahlen bis 2024/2025 wieder dort sind, wo wir 2019 waren". Die Standortfaktoren wie Flughafen und Messe "werden uns wieder schnell nach vorne bringen".

Seit einem Jahr wird am Masterplan gearbeitet, und auch wenn die Ausgangslage wegen der Pandemie nicht mehr so hervorragend wie damals ist, zeigt er auf, wie die künftige touristische Entwicklung aussehen soll. Das Büro "Project M" hat dafür etwa Gäste und auch die Stadtbevölkerung befragt, Stärken und Schwächen der Stadt analysiert. Und eines kann Frankfurt keiner nehmen: "Die Poleposition, die Lage der Stadt", sagte Peter Kowalsky von Project M. Bezogen auf die Zentralität gebe es keine bessere Stadt für den Tagungs- und Kongresstourismus. Diese Stärke müsse mit extravaganten Locations und dem Angebot moderner Technik ausgebaut werden.

Aber Frankfurt muss auch als Freizeitdestination stärker wahrgenommen werden. Denn der Tagungs- und Kongresstourismus wird möglicherweise nachhaltig von Corona beeinflusst. "Es gibt einen Gewöhnungseffekt an digitale Formate, die teilweise die Präsenzformate ersetzen", sagte Cornelius Obier von Projekt M. "Das ist für einen Standort wie Frankfurt, dessen Abhängigkeit von dem Segment groß ist, eine Herausforderung."

Um den Erlebnistourismus zu stärken, wird im Masterplan auf prägende Werte der Stadt aufgebaut: Frankfurt ist danach kreativ, kosmopolitisch, traditionsreich, pulsierend. Mit Kultur, Kulinarik und der Skyline hebt sich Frankfurt von anderen Städten ab, kann sich damit im Wettbewerb positionieren. "Es soll nicht eine andere Stadt kopiert werden", sagte Kowalsky. Die Positionierung fuße auf der DNA der Stadt. Kunst und Kultur sollen aber nicht nur durch museale Angebote erlebbar sein, sondern auch in Szenevierteln; Gäste sollen "urbane Erlebniswelten entdecken können". In keiner anderen Stadt gehe es besser als in Frankfurt, Angebote für ein "Rooftop-Feeling" und eine "Vertical Experience" aufzubauen. Und: "Wir müssen nachhaltiger werden", sagte Obier. "Nachhaltiger Tourismus wird durch die Pandemie gepusht." Dafür soll etwa die Verbindung mit der Region intensiviert werden. Gäste sollen Stadt und Region über lokale Einkaufs- und Genusserlebnisse kennenlernen.

Doch noch polarisiert Frankfurt sehr, gilt immer noch als kühle Bankenstadt. "Wer da war, schätzt das anders ein", sagte Kowalsky. Diese Gäste müssten langfristig als Fans und Multiplikatoren gewonnen werden. Kunst und Kultur als Reiseziel müssten stark mit Frankfurt assoziiert werden, sagte Kowalsky. Als Zielgruppen sind etwa "Liberal-Intellektuelle" und "Sozialökologische" ausgemacht.

Etwa 100 Maßnahmen wurden in den Plan aufgenommen, um die Ziele zu erreichen. Nun sollen 20 Projekte ausgesucht werden, mit denen die Umsetzung gestartet werden soll. "Im Januar soll der Plan fertig sein", sagte Feda. "Dann muss er noch im Magistrat beschlossen werden."

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