Für die meisten Kita-Kinder sind die Tagesstätten noch bis 2. Juni tabu. Die Notbetreuung wurde jedoch für weitere berechtigte Eltern ausgeweitet. SYMBOLFOTO: DPA
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Für die meisten Kita-Kinder sind die Tagesstätten noch bis 2. Juni tabu. Die Notbetreuung wurde jedoch für weitere berechtigte Eltern ausgeweitet. SYMBOLFOTO: DPA

Mehr Kinder in die Kitas

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In wenigen Tagen können Lokale nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie unter Auflagen wieder öffnen. Das glättet aber nur bedingt die Sorgenfalten der Wirte.

Während die Änderungen für die Gastronomen ab dem kommenden Freitag gelten, können Hessen mit Kindern Lockerungen in ihrem Alltag bereits umsetzen. Der Überblick:

Kinderbetreuung:Seit Samstag besteht die Möglichkeit, familiäre Betreuungsgemeinschaften aus bis zu drei Familien zu bilden. In einem ersten Schritt erweiterte das Land zudem seit gestern die Berechtigungen zur Teilnahme an der Notbetreuung. Vom 2. Juni an sollen die Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb wieder für alle Kinder öffnen. Die Betreuungsgruppen müssen jedoch aus Gründen des Infektionsschutzes möglichst klein sein, sonst verliere die Maßnahme ihre wichtige Wirkung, teilt das hessische Sozialministerium mit.

Fachkräfte in Kitas dürfen ihre eigenen Kinder, wenn sie die Infektionsschutzkriterien erfüllen, in der Kita, in der sie arbeiten, mit betreuen. Das Betretungsverbot gilt auch nicht für Kinder, deren Betreuung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege aufgrund einer Entscheidung des zuständigen Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls dringend erforderlich ist. Diese Kinder dürfen in der Kita oder in Kindertagespflege betreut werden.

Gastronomie in Sorge:Der DEHOGA Hessen begrüßt zwar die geplanten Öffnungen in der Gastronomie, sieht aber seine Branche weiterhin in Gefahr. "Die Lage ist nach wie vor prekär und das wird sie auch bleiben", sagte Hauptgeschäftsführer Wagner. Von Freitag an dürfen Restaurants, Cafés und Gaststätten in Hessen wieder für Publikum öffnen. Zuvor war nur ein Abhol- und Lieferservice erlaubt gewesen. Wer öffnet, muss Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Als Faustregel gilt ein Gast pro fünf Quadratmeter. Bedienungen und Küchenpersonal müssen Mundschutz tragen, für Gäste wird dies - außer natürlich beim Essen - empfohlen. Durch die Beschränkungen könnten Gäste nicht annähernd so bewirtet werden wie normal, so Wagner. Die Wirte hätten einen großen Aufwand bei deutlich weniger Einnahmen.

Demo und Polizei:Die Frankfurter Polizei hat ihr Vorgehen während der Demonstration gegen Corona-Auflagen am Wochenende verteidigt. "Aufgrund der Verhältnismäßigkeit und um eine Eskalation zu vermeiden, wurde die Demonstration nicht aufgelöst", sagte ein Sprecher. Am Samstag waren um die 500 Demonstranten durch die Frankfurter Innenstadt gezogen und hatten dabei Abstandsregeln missachtet. Laut Polizei war die Veranstaltung nicht angemeldet gewesen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern sei zum Teil unterschritten worden. Viele Teilnehmer trugen keine Schutzmasken. Die Demonstration an sich sei aber friedlich und störungsfrei verlaufen, sagte der Sprecher.

Infektionszahlen:Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus hat in Hessen die 9000er-Marke überstiegen. Bislang wurden 9012 Fälle im Land registriert, wie das Sozialministerium am Montagabend in Wiesbaden mitteilte. Das entsprach einem Anstieg von 20 Fällen gegenüber dem Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht werden, stieg um einen auf insgesamt 412.

Naturschutz und Corona:Das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) hat in Zeiten der Corona-Krise Verstöße gegen den Naturschutz bemängelt. In der knapp 60 Hektar großen Schwanheimer Düne bei Frankfurt hätten Ausflügler im Schutzgebiet die empfindlichen Böden betreten, Picknicks veranstaltet, Gelege aus Nistkästen entfernt oder deren Einfluglöcher mit Stöcken verstopft. Überall im Rhein-Main-Gebiet lasse sich Fehlverhalten beobachten.

Sport im Verein:Sportstätten können wieder öffnen - die Regelungen aufgrund der Corona-Pandemie stellen die Vereine jedoch vor Herausforderungen. Es werde davon ausgegangen, dass alle Vereine in Hessen derzeit an einem Wiedereinstieg arbeiteten, sagte Isabell Boger vom Landessportbund. "Die Vereine möchten ja wieder etwas anbieten." Seit vergangenem Samstag kann im Breitensport unter Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen wieder trainiert und gespielt werden. Die Konzepte zur Einhaltung der Maßnahmen des Innenministeriums stellten die Vereine vor Herausforderungen, "weil sehr viel, sehr kleinteilig überlegt werden muss, wie der Trainingsbetrieb gestaltet werden kann". Wie viele der rund 7600 Vereine in Hessen den Sportbetrieb bereits wiederaufgenommen hätten, sei zunächst nicht bekannt.

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