Marode Landstraßen

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Wiesbaden (dpa/lhe). Der Zustand von Hessens Landesstraßen ist schlecht. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) beharrt deswegen auf seinem Grundsatz, dass die Sanierung des Verkehrsnetzes Priorität vor Neubauten hat. Mehr Geld für den Landesstraßenetat soll bei diesem Ziel helfen. Die zusätzlichen Millionen werden gleich in neue Sanierungsprojekte fließen, kündigte der Minister am Donnerstag an.

Wiesbaden (dpa/lhe). Der Zustand von Hessens Landesstraßen ist schlecht. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) beharrt deswegen auf seinem Grundsatz, dass die Sanierung des Verkehrsnetzes Priorität vor Neubauten hat. Mehr Geld für den Landesstraßenetat soll bei diesem Ziel helfen. Die zusätzlichen Millionen werden gleich in neue Sanierungsprojekte fließen, kündigte der Minister am Donnerstag an.

Neun Millionen Euro kann er in diesem Jahr mehr für den Landesstraßenbau ausgeben. Fünf Millionen Euro werden davon aus dem Landeshaushalt zur Verfügung gestellt, um vor allem die Straßenschäden wegen der langen Frostphase im Winter zu beseitigen. Die weiteren vier Millionen Euro kommen aus den Rücklagen der Verkehrsbehörde Hessen Mobil. Der Etat erhöht sich um neun Millionen auf insgesamt 153 Millionen Euro. Davon sind 99 Millionen Euro für den eigentlichen Landesstraßenbau vorgesehen. Die restliche Summe sind Planungs- und Bauabwicklungsmittel für externe Planer.

Fast die Hälfte der hessischen Landesstraßen ist in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. Al-Wazir hat deswegen das Motto ausgegeben: Sanierung geht vor Neubau. Die im Jahr 2016 gestartete Sanierungsoffensive umfasst insgesamt 540 Maßnahmen. 97 Projekte wurden mittlerweile begonnen, 59 davon abgeschlossen. Dazu kommen 24 Sanierungsmaßnahmen, die nicht Teil der Offensive sind, sondern wegen ihrer Dringlichkeit angegangen werden mussten. Frisches Geld wird unter anderem für Sanierungsmaßnahmen in Richelsdorf (Kreis Hersfeld-Rotenburg) in Osthessen eingesetzt. Dort wird etwa über 200 Meter die Straßendecke für rund 100 000 Euro erneuert.

Extra konzipiertes Messfahrzeug

Zwischen Idstein und Heftrich im Rheingau-Taunus-Kreis werden in die Erneuerung der Landesstraße auf viereinhalb Kilometern rund 2,3 Millionen Euro investiert. Insgesamt soll der überwiegende Teil des Geldes in 13 Sanierungsprojekte fließen. Davon befinden sich jeweils drei Maßnahmen in Mittel- und Osthessen, jeweils zwei Projekte in Nord-, West- und Südhessen und ein Bauabschnitt im Rhein-Main-Gebiet.

Der Zustand der Straßen in Hessen wird regelmäßig untersucht. Alle vier Jahre gibt es einen ausführlichen Bericht. Dafür fährt ein extra konzipiertes Messfahrzeug von Hessen Mobil das 7200 Kilometer lange Netz der Landesstraßen ab und untersucht mit Sensoren und Kameras die Oberfläche auf Unebenheiten, Risse und Flicken. Dafür ist der Transporter mehrere Monate unterwegs.

Die Opposition im hessischen Landtag bezeichnet die zusätzlichen neun Millionen Euro für den Straßenbauetat als einen Witz. Es müsse viel mehr Geld sowohl in die Sanierung aber auch in den Neubau investiert werden. Die Industrie- und Handelskammern fordern außerdem, dass mehr qualifizierte Ingenieure bei der Verkehrsbehörde Hessen Mobil für die komplexen Planungsprozesse eingesetzt werden. Die Verkehrsbehörde hat nach Angaben von Präsident Burkhard Vieth bereits eine umfangreiche Offensive gestartet, um vor allem mehr Ingenieure zu gewinnen.

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