Der Elisabethtaler soll zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen in finanziell prekären Verhältnissen beitragen. FOTO: MT
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Der Elisabethtaler soll zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen in finanziell prekären Verhältnissen beitragen. FOTO: MT

Marburg zahlt solidarisch

  • vonred Redaktion
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Marburg- Mal einen Kaffee zwischendurch, to-go, in Coronazeiten, oder eine Hörnchen, eine Brezel für die Kleinen. Für machen Menschen ist das keine Selbstverständlichkeit, da sie finanziell klamm sind. In der Stadt Marburg gibt’s da in vielen Initiativen Solidaritätsaktionen, etwa im Cafe am Grün, wo Menschen "Normal, Super, oder Bleifrei" bezahlen können. Super bedeutet: ich spende einen Euro oder mehr extra, den andere Menschen "bleifrei" in Anspruch nehmen können.

Mit dem Elisabethtaler ist Marburg jetzt um eine Solidaritätsaktion reicher geworden. Der Taler hat so einen Touch von Regio-Währung: Er ist so groß wie ein 1-Euro-Stück, rot-pink in der Einfärbung, aus Kunststoff und wird in 26 Bäckereien und Cafes in Marburg angenommen. Noch bis zum 31. Dezember 2020 läuft diese Aktion des "Citypastoral Marburg". Dahinter stecken die zwei Aktivistinnen, Marieke Krähling und Claudia Plociennik von der Katholischen Kirche, und eine Idee: die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen in finanziell prekären Verhältnissen. "Es geht uns um Menschen, die sich zurück nehmen, die sich keinen Luxus für die Kids oder sich selbst leisten können, wenn sie in der Stadt unterwegs sind", erläutert Plociennik.

Bezahlt wird in der Bäckerei mit den Talern wie mit normalem Münzgeld. Die beteiligten Unternehmen, wie etwa die Bäckerei Siebenkorn oder die Kette Schwälmer Brotladen nehmen die Münzstücke entgegen und wechseln sie bei den Initiatoren ein. Zugleich steht auf deren Verkaufstresen Spendendosen für die Aktion. Rund 2000 Elisabethtaler sollen laut Claudia Plociennik schon im Umlauf sein. Die Anschubfinanzierung kam auch als Spende, etwa aus der Kollekte der Erntedankgottesdienste der katholischen Gemeinden in Marburg.

Niederschwellige Ausgabestellen sind bei Einrichtungen, die Menschen in Not beraten und versorgen, etwa bei der Caritas, Begegnungszentren, Gemeindehäusern wie Jugendeinrichtungen. Es geht um Wertschätzung der Menschen, berichten die Initiatorinnen. Die Ausgabestückzahl des Talers pro Person dürfte im einstelligen Bereich liegen.

Die Zwischenbilanz der dreimonatigen Aktion sieht Claudia Plociennik recht positiv. Sie könne sich durchaus vorstellen, dass die Elisabethtaler eine regelmäßige Aktion für den Herbst und Winter in Marburg werden könne. Mittlerweile hat nach Angaben von Plociennik auch eine Firma in Marburg eine größere Stückzahl an Talern erworben und beabsichtigt, diese in der Adventszeit an die Mitarbeiter zu verschenken. Martin Schäfer

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