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Uniklinik Marburg: Brandbrief verschärft Personalkrise – Sorge um Kinderversorgung

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Von: Jutta Rippegather

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Kinderärzte und -ärztinnen des Uniklinikums sorgen sich um ihre Patienten und Patientinnen.
Kinderärzte und -ärztinnen des Uniklinikums sorgen sich um ihre Patienten und Patientinnen. © Renate Hoyer/Archiv/Frankfurter Rundschau

Die Beschäftigten der Uniklinik sind in Sorge um die Versorgung der Kinder in Marburg. Kommt die nächste Kündigungswelle?

Marburg – Chronischen Personalmangel beklagen die Assistenzärzte der Kinderklinik in der privatisierten Marburger Uniklinik. „Seit langem arbeiten wir sowohl auf den pädiatrischen und neonatologischen Intensivstationen als auch auf den Peripheriestationen über das geplante Maß hinaus, um die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten“, heißt es in einem Brandbrief vom Freitag, der der Frankfurter Rundschau vorliegt. „Durch Zeitmangel, Multitasking und dauerhafte Ermüdung verletzen wir letztlich die Rechte unserer Patient:innen hinsichtlich ihres Rechts auf Information, Mitbestimmung und bestmögliche Gesundheit.“

Uniklinik Marburg: Krankenhausleitung reagiert auf Brandbrief aus Kinderklinik

Die vielen Atemwegsinfekte führten zu langen Wartezeiten in der zentralen Notaufnahme. „Dies führt zu Unzufriedenheit und Stress der Eltern, des pflegerischen und des ärztlichen Personals.“ Es fehle die Zeit, Behandlungen kindgerecht zu erklären oder vor Eingriffen und Untersuchungen die Angst zu nehmen. Dass die Geschäftsführung sich wirtschaftlichen Zwängen beugen müsse, sei verständlich. Doch bei der Behandlung von Diabetes habe die Uniklinik bereits eine Versorgung auf Spitzenniveau verlassen. Weitere Bereiche steuerten darauf zu.

Die Klinikleitung teilte der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit, dass die Zahl der Vollzeitstellen im Dezember von knapp 32 auf 33 steige. „Die Personalgewinnung, insbesondere von speziell weitergebildeten Ärztinnen und Ärzten mit der Zusatzbezeichnung Neonatologie, gestaltet sich allerdings schwierig.“ Es gebe ein Konzept, wie die von den Assistenzärztinnen und Assistenzärzten geforderte Weiterbildung gesichert werden könne. Im Übrigen verzeichneten viele Kinderkliniken in Deutschland im Moment einen deutlichen Anstieg der Patientenzahlen. „Dazu tragen auch die höheren saisonalen Infektionszahlen im Non-Covid-Bereich bei.“

Personalmangel an der Uniklinik Marburg: Arbeit nicht mehr „motivierend, sinnstiftend und gut leistbar“

Erst vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass eine ganze Gruppe von Pflegekräften aus Marburg gekündigt und sich zum 31. März einen neuen Arbeitgeber gesucht hatte. Grund war die Arbeitsbelastung. Die Leitung der privatisierten Uniklinik sprach von einem Einzelfall. Maßgeblich für die kollektive Kündigungswelle sei eine spezielle Situation, die sich so nicht auf das Universitätsklinikum insgesamt übertragen lasse. Der Brandbrief vom Freitag lässt auf anderes schließen: „Wir wissen, dass viele Kolleg:innen unter den aktuellen, oben geschilderten Bedingungen, nicht mehr lange in unserem Team arbeiten können“, schreiben die Assistenzärzte. „Uns allen machen die aktuellen Zustände extrem zu schaffen und keiner von uns empfindet unsere Arbeit noch als motivierend, sinnstiftend und gut leistbar.“ (Von Jutta Rippegather)

Redaktioneller Hinweis: Dieser Text erschien erstmals am 22.10.2021 auf fr.de. Sowohl fr.de als auch giessener-allgemeine.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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