Auf dem Mainkai fahren wieder Autos

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Frankfurt- Auf dem Frankfurter Mainkai rollt wieder der Autoverkehr. Nach einem Jahr war die Sperrung der einen Kilometer langen Strecke am Dienstag wieder aufgehoben worden. Zuvor hatte die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" gegen eine Wiedereröffnung des Abschnitts zwischen Untermainkai und Alter Brücke protestiert.

Mehr als 200 Teilnehmer waren nach Angaben der Polizei von der Alten Oper zum Römer gezogen. "Verkehrswende jetzt" und "Mainkai für alle" stand auf ihren Plakaten. Im Anschluss hatten sich einige Aktivisten zu einer vorübergehenden Sitzblockade auf dem Mainkai niedergelassen. "Das verlief alles friedlich", sagte ein Polizeisprecher.

Der "Verkehrsversuch" der Stadt war mit dem August geendet. Um ihn fortzusetzen, fehlt die politische Mehrheit. Die Koalition im Frankfurter Römer ist sich nicht einig: SPD und Grüne wollen den Versuch fortsetzen, die mitregierende CDU ist dagegen.

"Was für eine rückwärtsgewandte Politik der Koalition", kritisierte der verkehrspolitischer Sprecher der Linke- Fraktion im Römer, Martin Kliehm. Die Mehrheit der Bürger sei dafür, "dass der Mainkai auf Dauer dem Fuß- und Radverkehr gehört und an Aufenthaltsqualität gewinnt". Der Mainkai sei der Startschuss für eine autofreie Innenstadt und eine Verkehrswende im Allgemeinen, so Kliehm.

Mehrheit sah Sperrung positiv

Nach einer repräsentativen Umfrage vom Dezember, an der sich 1000 Frankfurter beteiligt hatten, fanden es 57 Prozent gut, dass das Mainufer autofrei war, 21 Prozent wollten, dass dort wieder Autos fahren dürfen.

Die Initiative "Making Frankfurt" hatte sich am Montag zusammen mit einem Bündnis von Gruppen und Unternehmen mit einem offenen Brief an die politischen Verantwortlichen gewendet. "Wir haben gemerkt: Dieser Ort ist zu weit mehr berufen als für die Durchfahrt", schrieben sie darin. Sie forderten, das nördliche Ufer für mindestens zwei Jahre für den Autoverkehr gesperrt zu lassen und aus dem reinen Verkehrsexperiment ein Stadtraumexperiment zu machen - mit echter Aufenthaltsqualität und einem Ideenwettbewerb zur Nutzung des Gebiets. dpa

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