Eine Auszubildende feilt an einem Werkstück. Es dürfe keine "Generation Corona" geben, mahnt das breite Bündnis aus Politik, Kammern, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften. Ausbildung sollte auch in Krisenzeiten möglich sein. FOTO: DPA
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Eine Auszubildende feilt an einem Werkstück. Es dürfe keine "Generation Corona" geben, mahnt das breite Bündnis aus Politik, Kammern, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften. Ausbildung sollte auch in Krisenzeiten möglich sein. FOTO: DPA

Mahnungen und Appelle

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Die Ampeln für das öffentliche Leben werden in Hessen langsam wieder mehr auf Grün gestellt. Die Folgen der Corona-Pandemie für die Wirtschaft und die vielfältigen Einrichtungen aus allen Lebensbereichen sind aber noch nicht abschätzbar.

Hessen lockert in der Corona-Krise für die Menschen die Zügel. Mahnungen und Appelle der Verantwortlichen reißen aber nicht ab. Auch gehen nicht alle Öffnungen, die vom Wochenende an von der Landesregierung im Land erlaubt sind, sofort auf Knopfdruck. Der Überblick vom Freitag:

Ausbildung:Hessens Bündnis für Ausbildung appelliert an die Betriebe im Land, trotz der Corona-Krise weiter Lehrlinge einzustellen. Es solle alles darangesetzt werden, dass auch das Ausbildungsjahr 2020/21 erfolgreich starten könne, forderten die Bündnis-teilnehmer in einem Grundsatzpapier. Es dürfe keinen "Jahrgang Corona" und keine "Generation Corona" geben.

Gerichtsverhandlungen:An den hessischen Gerichten werden ab nächster Woche wieder mehr Verhandlungen und Anhörungen stattfinden. Das soll auf Grundlage des erarbeiteten Hygienekonzepts, das etwa die Anmietung externer Räumlichkeiten für größere Verhandlungen und die Ausstattung von Gerichtssälen mit variablen Acrylglastrennwänden beinhaltet, geschehen. Dabei gilt nach Angaben von Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in Gerichtssälen und in den Gerichtsgebäuden grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den einzelnen Personen.

Fußball:Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter schließt weitere Verfehlungen von Bundesliga-Spielern und Trainern nach dem pikanten Handy-Video von Herthas Salomon Kalou nicht aus. Vielleicht passiere "der eine oder andere Fehltritt, der unbewusst ist". Die Protagonisten versuchten, sich daran zu halten, um Bundesliga spielen zu können. Er könne aber "nicht für alle die Hand ins Feuer legen".

Stunde Null:Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sieht Parallelen zwischen der Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Corona-Pandemie. "Nach der Stunde Null von 1945 befinden wir uns derzeit wieder in einer Stunde Null", schrieb Bouffier in einem online veröffentlichten Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das gesamte öffentliche Leben habe wegen der Corona-Krise pausieren und die Wirtschaft vorübergehend stillstehen müssen. "Aber wie 1945 kann auch in dieser Stunde Null ein chancenreicher Neuanfang liegen."

Pokerrunde aufgelöst:Die Stadtpolizei in Offenbach hat am frühen Freitagmorgen eine illegale Pokerrunde in einer Bar aufgelöst. Die 13 Menschen stammen aus unterschiedlichen Haushalten und haben keinen Abstand gehalten, wie die Stadt mitteilte. Gegen die Gäste werde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Der Betreiber der Bar hatte den Angaben nach bereits im März gegen die Corona-Verordnung verstoßen.

EU hilfreich:Hessens Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) bewertet die Rolle der EU in der Corona-Krise überwiegend positiv. "Die EU-Institutionen sind engagiert und helfen, wo sie können - sei es zum Beispiel bei der Beschaffung von medizinischer Schutzausrüstung oder finanzieller Hilfen für in Not geratene Betriebe", sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden zum Europatag am 9. Mai. Aber der EU seien auch Grenzen gesetzt, "nämlich dort wo die Mitglieder als souveräne Staaten selbst zuständig sind". Dies betreffe etwa die Wirtschaftspolitik oder die Gesundheitssysteme.

Freizeit:Schon ab diesem Samstag können sich die Hessen auf so viele Freizeitaktivitäten freuen wie seit Wochen nicht mehr. Zahlreiche Corona-Beschränkungen fallen laut Landesregierung weg. So ist Freizeitsport wieder möglich, wenn er kontaktfrei und mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen einzelnen Personen ausgeübt werden kann. Grundlage für alle Lockerungen seien die bestehenden Abstands- und Hygieneregeln. Auch Turnhallen, Kegelbahnen und andere Indoor-Anlagen dürfen am heutigen Samstag wieder aufmachen, Fitnessstudios erst am 15. Mai.

Corona-Zahlen:Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Hessen um 161 auf 8877 Fälle gestiegen. Das Sozialministerium begründete den im Verhältnis zu den vorherigen Tagen relativ hohen Anstieg aber damit, dass am Donnerstag einige ältere, bereits registrierte Covid-19-Fälle wegen eines Erfassungsfehlers vorübergehend nicht in der Statistik ausgewiesen worden seien. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 in Verbindung gebracht wird, stieg um sechs auf insgesamt 405.

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