Männer und Frauen, Alt und Jung

  • vonGerd Chmeliczek
    schließen
  • Gerd Chmeliczek
    schließen

Gießen (gäd). Die monatliche Statistik der Arbeitsagenturen liefert viele Zahlen – für manchen eine trockene Angelegenheit. Doch dahinter verbergen sich Trends, positive Entwicklungen oder auch Tendenzen, die nichts Gutes für die kommenden Monate erwarten lassen. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist von Letzterem kaum betroffen, zeigt sich robust. Und auch die heimischen Zahlen lassen kaum Grund zur Beschwerde aufkommen. Doch was steckt hinter der Statistik? Welche Zahlen werden zwar monatlich ausgewiesen, finden aber nur selten Eingang in die Berichterstattung? Um das zu beantworten, werfen wir heute einmal einen tieferen Blick in das Zahlenwerk:

Gießen (gäd). Die monatliche Statistik der Arbeitsagenturen liefert viele Zahlen – für manchen eine trockene Angelegenheit. Doch dahinter verbergen sich Trends, positive Entwicklungen oder auch Tendenzen, die nichts Gutes für die kommenden Monate erwarten lassen. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist von Letzterem kaum betroffen, zeigt sich robust. Und auch die heimischen Zahlen lassen kaum Grund zur Beschwerde aufkommen. Doch was steckt hinter der Statistik? Welche Zahlen werden zwar monatlich ausgewiesen, finden aber nur selten Eingang in die Berichterstattung? Um das zu beantworten, werfen wir heute einmal einen tieferen Blick in das Zahlenwerk:

Männer und Frauen: Bundesweit sind von den 2,544 Millionen Arbeitslosen im August 54,2 Prozent männlich, 45,8 Prozent sind Frauen. Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen, zu dem der Kreis Gießen, der Wetterau- und der Vogelsbergkreis zählen, sind 56,4 Prozent der 17 732 Arbeitslosen Männer und 43,6 Prozent Frauen. Im Kreis Gießen ist die Differenz etwas größer: Hier sind 57,3 Prozent männlich und 42,7 Prozent Frauen. Noch größer ist die Lücke im Vogelsbergkreis: 58,2 zu 41,8 Prozent. In der Wetterau rückt das Ganze dann wieder etwas zusammen: Hier sind 54,6 Prozent der Arbeitslosen Männer und 45,4 Prozent Frauen.

Die Altersstruktur: Saisonüblich ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren nach den Sommerferien gesunken. Die Zahl der jungen Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, ging um 190 Personen zurück und lag danach bei 2044. Im Vogelsbergkreis sind 14 Prozent der 2411 Arbeitslosen im August zwischen 15 und 25 Jahre alt. Das ist in den drei Landkreisen der prozentual höchste Anteil. Im Wetteraukreis sind es 11,9 (6936 Arbeitslose insgesamt), im Kreis Gießen 10,5 Prozent (8385). Der Durchschnitt im Agenturbezirk beträgt hier 11,5 Prozent.

Eine weniger ausgeprägte Dynamik zeigt sich bei den über 50-jährigen Erwerbslosen. Im August waren 5684 Ältere erwerbslos gemeldet, sieben Personen weniger als im Juli. Bei den älteren Arbeitslosen hat ebenfalls der Vogelsberg prozentual gesehen die Nase vorn: 34,4 Prozent der Menschen ohne Job gehören in diese Gruppe. Der Wetteraukreis kommt hier auf 32,1 und der Kreis Gießen auf 31,4 Prozent. In Zahlen ausgedrückt, sieht das Ganze aber schon wieder anders aus: Demnach sind im Kreis Gießen 2631 Arbeitslose 50 Jahre und älter, im Wetteraukreis 2224 und im Vogelsberg 829. Der Anteil der ausländischen Arbeitslosen ist im Wetteraukreis mit 28,3 Prozent am größten, es folgt Gießen mit 26,5 und der Vogelsbergkreis mit 23 Prozent.

Langzeitarbeitslose: Als Langzeitarbeitslose gelten alle Personen, die ein Jahr und länger bei den Agenturen für Arbeit oder bei einem Jobcenter arbeitslos gemeldet sind. In den drei Landkreisen werden von der heimischen Arbeitsagentur 6552 Menschen als Langzeitarbeitslose geführt. Davon entfallen auf den Kreis Gießen 3557 (von 8385), auf die Wetterau 2287 (von 6936) und auf den Vogelsbergkreis 708 (von 2411).

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen: Damit sind unter anderem Umschulungen oder Qualifizierungen gemeint. Das bedeutet, dass in diese Statistik auch Menschen fallen, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind und sich mit Unterstützung beispielsweise der Arbeitsagentur weiterbilden. Im Kreis Gießen haben im August rund 2600 Personen an einer solchen Maßnahme teilgenommen – ein Minus von 270 im Vergleich zum Vormonat. In der Wetterau sind es 2300 (minus 204) und im Vogelsbergkreis 840 (minus 89).

Grundsicherung (Hartz IV): Hier unterscheidet man nach Bedarfsgemeinschaften sowie erwerbsfähigen und nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Zu den "Erwerbsfähigen" zählen nicht nur Arbeitslose, sondern auch berufstätige "Aufstocker". Erwerbsfähige Bezieher der Grundsicherung gab es im August im Kreis Gießen 15 125, im Wetteraukreis 11 785 und im Vogelsberg 3506 Menschen. Nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die zum Beispiel wegen Kinderbetreuung keinen Job annehmen können, gab es im August im Kreis Gießen 5656, in der Wetterau waren es 4546 Menschen, im Vogelsbergkreis zählte man 1370.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare