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Luxusmarke contra Rotes Kreuz

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Marburg (dpa). Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Marburg hat wegen einer Handtasche im Angebot seines Altkleiderladens Ärger mit dem Luxusmarken-Anbieter Louis Vuitton.

Marburg (dpa). Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Marburg hat wegen einer Handtasche im Angebot seines Altkleiderladens Ärger mit dem Luxusmarken-Anbieter Louis Vuitton. Ein Anwalt des Unternehmens fordere von dem Kreisverband 2600 Euro, berichtete dessen Geschäftsführer Rudolf Kittel am Montag und bestätigte einen Bericht der »Oberhessischen Presse« vom Samstag.

Der Anwalt werfe dem DRK vor, die Tasche habe nahezu gleich ausgesehen wie eine aus dem Sortiment des Luxusanbieters. Ein Testkäufer hatte die Tasche im Schaufenster gesehen und für 3 Euro gekauft. Von Vuitton war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Die mit den 2600 Euro Anwaltskosten verbundene Forderung nach Unterlassung stößt bei der hessischen SPD auf Unverständnis. Die Luxusmarke sollte den Altkleiderladen nicht mit ihrer Forderung nach einem enormen Anhaltshonorar in ihrer Existenz bedrohen, meinte der Landtagsabgeordnete Thomas Spies am Montag. Natürlich sei Musterschutz ein wichtiges Instrument, um die Rechte von Unternehmen zu schützen. Das Rote Kreuz sei aber keine Fälscherbande, sondern eine karitative Einrichtung der Armenhilfe, gab Spies zu bedenken. Der DRK-Kreisgeschäftsführer sieht das Angebot grundsätzlich gefährdet.

»Ich muss mir überlegen, ob ich den Kleiderladen offen halten kann«, sagte er. Es könnte schließlich wieder passieren, dass eine zweifelhafte Ware in das gespendete Sortiment gerate. Das sei für die Helferinnen schwer zu erkennen: »Keine unserer ehrenamtlichen Damen ist Textilfachverkäuferin.«

Der Laden wurde erst vor gut zwei Jahren geöffnet und ist laut Kittel inzwischen in den schwarzen Zahlen - bei Preisen zwischen 2 und 20 Euro und Netto-Monatsumsätzen zwischen 1100 und 1200 Euro. Das Verfahren gefährdet nach Ansicht des SPD-Abgeordneten nicht nur den Laden in Marburg. Er habe darum das Unternehmen schriftlich gebeten, das Verfahren zurückzuziehen und das DRK von allen Kosten freizustellen. Die Gefahr einer Konkurrenz für den Luxusmarken-Anbieter hält Spies zudem für klein. »Auch werden die Kunden ihres Unternehmens nur in seltenen Fällen in einer Kleiderkammer einkaufen«, argumentierte er in den Schreiben an das Unternehmen.

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