Das Kultusministerium setzt auf Flexibilität statt starre Corona-Vorgaben in den Schulen. FOTO: DPA
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Das Kultusministerium setzt auf Flexibilität statt starre Corona-Vorgaben in den Schulen. FOTO: DPA

Lorz sieht positiven Start

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Wiesbaden- Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat zwei Wochen nach dem Schulbeginn in Hessen von einem positiven Start gesprochen. Er nehme die Sorgen wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Infektionszahlen aber sehr ernst, versicherte Lorz am gestrigen Freitag in Wiesbaden. Seit Beginn des Schuljahres seien sechs der insgesamt 1795 Schulen im Land für einen oder mehrere Tage geschlossen worden, weil ein Verdacht oder eine Infektion bei einem Schüler oder einer Lehrkraft vorlagen. Nach zwei Wochen Unterricht könne damit festgestellt werden, "dass sich Schulen bislang nicht als Hotspots erwiesen haben."

Der Minister erneuerte die Haltung Hessen, keine generelle Maskenpflicht im Unterricht anzuordnen. Das sei unverhältnismäßig und wenig zielführend, da das Infektionsgeschehen regional sehr unterschiedlich sei. Drei Prozent der Lehrer haben sich nach Angaben von Lorz vom Präsenzunterricht freistellen lassen.

Die Landtagsopposition warf dem Kultusminister vor, ein zu positives Bild der Situation in den Schulen zu beschreiben. Es hätten zwar nur sechs Schulen im Land wieder ganz schließen müssen, aber etliche Klassen seien wegen Corona-Fällen in Quarantäne geschickt worden, erklärte der SPD-Bildungsexperte Christoph Degen. "Mit Stand Mittwoch dieser Woche war für 51 Schulklassen an 43 Schulen Quarantäne angeordnet."

Die Schulexperten von Linken und FDP, Elisabeth Kula und Moritz Promny, kritisierten, die Beförderung der Schüler in völlig überfüllten Bussen und die daraus resultierenden Gefahren einer Ansteckung. Der Vorstandsvorsitzende des Landeselternbeirats Hessen, Korhan Ekinci, hatte sich zuvor angesichts der weiteren Ausbreitung des Coronavirus besorgt wegen überfüllter Busse und Bahnen auf den Schulwegen in vielen Regionen gezeigt.

127 Neuinfektionen

Das Sozialministerium in Wiesbaden meldete am Freitag 127 Neuinfektionen im Land. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 15 232 Hessen nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert. Die Zahl der damit in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um einen auf 530. In Offenbach sank erneut eine wichtige Corona-Kennzahl von 38,8 auf 37,5. Auch in Wiesbaden ging die Kennzahl nach unten und lag laut Ministerium bei 44,2.

In Hanau sank die 7-Tage-Inzidenz am Freitag auf 39,5 Fälle und damit wieder deutlich unter die kritische Marke, wie der Main-Kinzig-Kreis mitteilte. dpa

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