Lokale empfangen wieder Gäste

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Die Menschen in Hessen können wieder in Lokalen essen und trinken - sofern sich alle an Hygiene- und Abstandsregeln halten. Aus Sicht der Gastronomen bleibt die Lage für sie schwierig.

Wochenlang standen die Stühle auf den Tischen - nun sind in Hessen unter Auflagen wieder Restaurantbesuche möglich. Allerdings schätzte der Gaststättenverband DEHOGA Hessen, dass weniger als die Hälfte der Betriebe bereits am ersten Tag der Corona-Lockerungen wieder ihre Lokale öffneten. Eine erste Bilanz werde es Anfang der Woche geben, sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin Kerstin Junghans. Es gelten strenge Hygiene- und Abstandsregelungen. Für die Lokale gilt dabei: ein Gast pro fünf Quadratmeter ist erlaubt. Diese Regel stelle eine große Hürde dar, ausreichend Umsatz generieren zu können, sagte Junghans. "Von kostendeckend sind wir bei den meisten Betrieben weit entfernt." Auch Hotels, Campingplätze, Freizeitparks oder Fitnessstudios durften unter Auflagen wieder Gäste empfangen.

Bonus:Das Land will auf die geplante Corona-Prämie für Altenpflegekräfte einen Zusatzbetrag drauflegen. "Wir wollen in Hessen den Bonus um weitere 500 Euro auf dann 1500 Euro aufstocken", teilte das Sozialministerium in Wiesbaden mit. Der Bonus sei ein Zeichen der Anerkennung für den außergewöhnlichen Einsatz der Beschäftigten. Zuvor hatte der Bundesrat, einen Tag nach dem Bundestag, die geplante Prämie verabschiedet. Geplant sind bis zu 1000 Euro - je nach Funktion und Arbeitszeit. Der Betrag kann aufgestockt werden.

Quarantäne:Hessen wird die Quarantäneregelungen für Menschen aus anderen EU-Ländern lockern. Ein Regierungssprecher sagte in Wiesbaden, dass eine entsprechende Verordnung zügig vorliegen werde. Derzeit gilt wegen der Corona-Pandemie in vielen Bundesländern, dass jeder, der aus einem europäischen Nachbarland nach Deutschland einreist, für 14 Tage in Quarantäne gehen muss. Aus dem Bundesinnenministerium hieß es zuvor, es werde an einer neuen Musterverordnung für die Länder gearbeitet.

Tourismus:Der hessische Tourismus ist im März um mehr als die Hälfte eingebrochen. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, nahm die Zahl der Gäste in den Beherbergungsbetrieben mit zehn oder mehr Betten einschließlich der Campingplätze im Jahresvergleich um 63 Prozent auf 466 000 Besucher ab. Die Zahl der Übernachtungen reduzierte sich wegen der starken Beschränkungen während der Corona-Pandemie um 53 Prozent auf 1,3 Millionen.

Mundschutzstreit:Im Streit um ihren fehlenden Mund-Nase-Schutz hat eine 54-jährige Kundin den Mitarbeiter eines Möbelgeschäftes in Eschborn so schwer verletzt, dass er in einem Krankenhaus behandelt werden musste.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, hatte sich die Frau am Donnerstagnachmittag zunächst geweigert, einen entsprechenden Schutz aufzuziehen, und war dann handgreiflich geworden, als sie des Hauses verwiesen werden sollte. Sie verletzte den 39 Jahre alten Mitarbeiter des Geschäfts im Gesicht und zerschlug dabei auch einen Teller auf dem Kopf des Mannes. Schließlich sei die Frau überwältigt und der Polizei übergeben worden. Gegen die Frau wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.

Demos:Am Wochenende wollen in Frankfurt Hunderte von Menschen gegen die geltenden Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Straße gehen. Nach Angaben des Frankfurter Ordnungsamts vom Freitag sind insgesamt 17 Kundgebungen angemeldet, davon allein 14 am Samstag. Die Polizei riet Autofahrern, die Innenstadt am Samstag zu meiden. Es könne "zeitweise zu Einschränkungen im Straßenverkehr sowie vereinzelt auch im öffentlichen Personennahverkehr kommen", teilte ein Sprecher der Behörde mit.

Zahlen:In Hessen haben sich mittlerweile 9204 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das waren 35 Fälle mehr als am Vortag, wie das Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden berichtete (Stand 14.00 Uhr). Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um sechs auf 429.

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