Linke bot DKP Listenplatz für Hessen-Wahl an

Wiesbaden/Gießen (mö). Die Partei "Die Linke" in Hessen hat der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) im Vorfeld der Landtagswahl einen Platz unter den ersten zehn Kandidaten auf der Landesliste angeboten. Dies bestätigte der hessische DKP-Vorsitzende Michael Beltz gestern auf Anfrage dieser Zeitung.

Bei einem Gespräch zwischen den Landesvorständen beider Parteien, an dem für die Linke auch Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Gehrke teilgenommen habe, sei der DKPein Listenplatz zwischen "acht und elf" in Aussicht gestellt worden, berichtete Beltz. Die Verhandlungen seien schließlich an den Vorstellungen der DKP gescheitert. Beltz: "Wir wollten Platz fünf."

Beltz, der für die Linkspartei in der Gießener Stadtverordnetenversammlung sitzt, sagte, bei dem Gespräch hätten beide Seiten in landespolitischer Hinsicht weitgehende Einigkeit erzielt. Eine offizielle Zusammenarbeit sei dann aber aufgrund der Differenzen um die Listenplatzierung nicht zu Stande gekommen. "Wir Kommunisten beabsichtigen, den Anspruch, der im Namen Die Linke steckt, mit Leben zu füllen. Vor diesem Hintergrund waren und sind wir bemüht, in Hessen zu einem linken Klima beizutragen, um auch der Linkspartei Chancen zu eröffnen", hatte Beltz Anfang Februar zudem gegenüber der linken Tageszeitung "Junge Welt" zu den gescheiterten Gesprächen mit der Linkspartei erklärt.

Auf eine Kandidatur auf der Landesliste musste Beltz selbst schließlich endgültig verzichten, nachdem er sich in Gießen gegen einen jüngeren Bewerber nicht durchsetzen konnte, als es um die Nominierung des Wahlkreisdirektkandidaten der Linken ging. Wäre er nominiert worden, hätte er offenbar Chancen gehabt, doch noch durch die Hintertür einen aussichtsreichen Platz auf der Landesliste zu ergattern. Dass sich Beltz in seinem Wahlkreis nicht durchsetzen konnte, kam offenbar überraschend. "Das war anders geplant", sagte der AZ vor einigen Tagen ein Mitglied des Landesvorstands der Linkspartei.

Beim ersten Listenparteitag der hessischen Linken im August vergangenen Jahres, bei dem zunächst das frühere Marburger DKP-Mitglied Pit Metz zum Spitzenkandidaten gewählt worden war, blieb Beltz somit statt einer Kandidatur nur ein Grußwort für die DKP. Dabei habe er Vorstellungen von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble in der Terrorismusbekämpfung mit dem Begriff "Schießbefehl" bezeichnet. "Dafür habe ich Beifall bekommen", sagte Beltz.

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