Landrätin Fründt in Amt eingeführt

Marburg (alg). Am 1. Februar leistet Kirsten Fründt die ersten Unterschriften als Landrätin des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Am Tag zuvor wurde sie im Gebäude der Kreisverwaltung in ihr Amt eingeführt und verpflichtet. Vorgänger Robert Fischbach übergab die Ernennungsurkunde. Fründt ist nach Anita Schneider in Gießen die zweite Frau an der Spitze eines Landkreises in Hessen.

Die SPD-Kandidatin wurde am 22. September in der Direktwahl mit über 60 Prozent der Stimmen gewählt. Sie löst Fischbach (CDU) ab, der nach 18 Jahren nicht mehr angetreten war und in den Ruhestand geht. Nach dem feierlichen Diensteid verpflichtete sich Fründt mit einem Handschlag für die nächsten sechs Jahre auf die gewissenhafte Erfüllung ihres Amtes.

"Mit dem 1. Februar beginnt eine neue Ära – die Fründt-Ära", freute sich Philipp Hesse (SPD) über die Landrätin an der Kreisspitze. Gerührt nahm diese die Glückwünsche entgegen und dankte Fischbach für die von ihm geleistete Arbeit: "Ich habe Respekt vor seinen Leistungen. Er hat für viele Projekte das Fundament gelegt." Durch die Nennung einiger Eckpunkte ihres Programms wagte sie einen Blick in die Zukunft. Mit Bürgersprechstunden erhofft sich die neue Landrätin eine "intensivere und verbesserte Kommunikation" mit den Menschen. Sie regte die Unterstützung von Ehrenämtern und die Weiterentwicklung der Bürgerbeteiligung an. Ihr Ziel sei eine neue Art der Gesprächskultur.

Aber auch andere Themen wie die Senkung der Kreisumlage kamen zur Sprache. Die Nahverkehrsmittel sollen ausgebaut, die Möglichkeiten für alte Menschen verbessert und vermehrt Familienbüros zur Betreuung eingerichtet werden. Als "grüne Sozialdemokratin" begeistert sich die Marburgerin auch für die Ausrichtung einer Bundesgartenschau. In dem Parteiwechsel von CDU zu SPD sieht Fründt keinerlei Schwierigkeiten: "Entscheidend ist Engagement, Loyalität und Kompetenz!" Mit Blick auf Fischbach sagte sie: "Die Lokomotive fährt weiter – sie hält ihre Richtung, und es ist genug Platz für alle!" Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert überreichte ihr ein brandaktuelles gerahmtes Foto der Urkundenübergabe.

Fischbach bezeichnete die neue Landrätin als eine geeignete Nachfolgerin. "Ich habe dieses Amt mit viel Leidenschaft ausgeübt. Das Haus ist wohlgeordnet und gut bestückt. Ich wünsche Frau Fründt für ihre Arbeit viel Erfolg, eine glückliche Hand, alles Gute und ein herzliches Glück Auf! Es lebe Marburg-Biedenkopf!" Die Abgeordneten dankten dem scheidenden Landrat für fast 40 Jahre Engagement und geleistete Arbeit. Als Andenken überreichte Ruffert ihm eine persönliche Amtskette, die mit zehn Fotos aus seinem Dienst verziert ist.

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