Land will mehr biologische Pflanzenschutzmittel

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Wiesbaden- Die Landesregierung will den Einsatz von biologischen Pflanzenschutzmitteln in der hessischen Obst- und Gartenbaubranche forcieren. Ziel der schwarz-grünen Koalition sei es, die Anwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln auf ein absolut notwendiges Maß zu reduzieren, sagte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (Grüne) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion in Wiesbaden. Geplant sei daher auch, die Beratungsangebote für Obst- und Gartenbauer auszubauen, um dieses Ziel zu erreichen.

Außerhalb der Europäischen Union gebe es zwar abweichende nationale Zulassungsverfahren und -standards, erklärte die Agrar- und Umweltministerin. Daher sei es möglich, dass dort andere Pflanzenschutzmittel und Wirkstoffe als in der EU angewendet werden.

Jährliche Berichte des Landeslabors

In Hessen würden aber Obst- und Gemüseimporte genauso wie Inlandsware durch regelmäßige Proben und bei Verdachtsfällen auf die Einhaltung der lebens- und futtermittelrechtlichen Anforderungen überwacht. Die Zahl der in Hessen durchgeführten Untersuchungen werde in jährlichen Berichten des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor veröffentlicht. Dieser Bericht sei frei über die Internet-Seite des Landeslabors abrufbar, sagte Hinz.

Sichere und qualitativ hochwertige Ernten seien ohne biologische oder chemische Pflanzenschutzmaßnahmen kaum möglich, betonte der hessische Bauernverband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei auch die Verfügbarkeit von entsprechenden Wirkstoffen sehr wichtig. Die Zulassung und Anwendung der Mittel unterliege strengen gesetzlichen Vorgaben.

Regelmäßiger Sachkundenachweis

Mit den heutigen modernen Geräten würden Pflanzenschutzmittel sehr fein dosiert und gezielt genutzt, erklärte der Bauernverband. Dabei werde nach dem Grundsatz vorgegangen: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. In den vergangenen drei Jahrzehnten seien die Ausbringungsmengen je Hektar deutlich zurückgegangen.

Landwirte setzten Pflanzenschutzmittel sehr verantwortungsbewusst ein, heißt es beim hessischen Bauernverband. Neben einer fundierten landwirtschaftlichen Ausbildung benötigen sie etwa einen Sachkundenachweis, der alle drei Jahre nach dem Besuch anerkannter Fortbildungsveranstaltungen aktualisiert werden müsse. dpa

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