Obwohl der Lahn-Dill-Kreis – vermutlich, weil über die Feiertage weniger getestet wurde – am gestrigen Ostermontag (05.04.2021) nur zwei Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet hat, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin deutlich über der 200er-Marke.  (Symbolfoto)
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Obwohl der Lahn-Dill-Kreis – vermutlich, weil über die Feiertage weniger getestet wurde – am gestrigen Ostermontag (05.04.2021) nur zwei Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet hat, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin deutlich über der 200er-Marke.  (Symbolfoto)

Pandemie

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Wenige Neuinfektionen gemeldet – Inzidenz weiter hoch

  • vonLena Karber
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  • Alexander Gottschalk
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Wie haben sich die Fallzahlen rund um Wetzlar an den Feiertagen entwickelt? Der Überblick zur Corona-Lage im Lahn-Dill-Kreis.

Update vom Dienstag, 06.04.2021, 10.11 Uhr: Obwohl der Lahn-Dill-Kreis am gestrigen Ostermontag (05.04.2021) nur zwei Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet hat, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin deutlich über der 200er-Marke. Nach Angaben des Kreises kam die Region rund um Wetzlar gestern auf einen Wert von 223.33, während die Inzidenz am Montag vor einer Woche bei 210,31 gelegen hatte. Das Robert-Koch-Institut bezifferte die Sieben-Tage-Inzidenz auf 223,4, während das Land Hessen auf 140,4 kam.

Seit dem Beginn der Pandemie wurden im Lahn-Dill-Kreis insgesamt 9487 Corona-Fälle erfasst, wovon 190 tödlich endeten. Am Montag galten 1152 Infektionen als aktiv, das sind 40 mehr als am Montag der Vorwoche.  Im Klinikum Wetzlar wurden am Montag 14 Patienten mit der Diagnose Covid-19 stationär behandelt, davon drei auf der Intensivstation.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Inzidenz über 220 – Wenige Neuinfektionen am Ostersonntag

Update vom Sonntag, 04.04.2021, 16.01 Uhr: Kaum Entspannung am Osterwochenende im Lahn-Dill-Kreis. Am heutigen Sonntag (04.04.2021) meldete das Gesundheitsamt zwar nur zehn Neuinfektionen, dennoch sank die Sieben-Tage-Inzidenz kaum. Der Vergleichswert lag laut dem Landkreis heute bei 229,54. Als aktiv gelten derzeit 1159 Corona-Fälle, die meisten davon entfallen auf Wetzlar (239), Dillenburg (110), Aßlar (89), Herborn (74), Haiger (72) und Solms (69).

Das Wetzlarer Krankenhaus versorgte zuletzt 14 Covid-19-Patienten, von denen drei auf der Intensivstation lagen. Allerdings gibt dies den Stand von Donnerstag (01.04.2021) wieder. 9485 Menschen im Lahn-Dill-Kreis haben sich seit Pandemie-Beginn mit dem Coronavirus angesteckt, 7920 Infektionen endeten in Genesungen, 189 Infektionen endeten tödlich. Das Robert Koch-Institut (RKI), das wegen der Feiertage vor massiven Meldeverzügen warnt, meldete heute eine Inzidenz von 210,4 für die Region. Hessen insgesamt kommt laut RKI auf eine Inzidenz von 139,3.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Über 170 Neuinfektionen – Schärfere Regeln gelten jetzt

Update vom Freitag, 02.04.2021, 16.18 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis hat am heutigen Karfreitag (02.04.2021) genau 176 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg demnach auf 232,01. Seit Beginn der Pandemie wurden 9389 Corona-Fälle erfasst, von denen 189 tödlich endeten. Als aktiv gelten derzeit 1140 Infektionen, im Krankenhaus liegen 14 Covid-19 Patienten davon drei auf der Intensivstation, allerdings gibt dies die gestrige Krankenhausbelastung wieder, für heute liegen keine aktuellen Daten vor. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete für Hessen insgesamt eine Inzidenz von 142,8.

Update vom Donnerstag, 01.04.2021, 15.29 Uhr: Auch am heutigen Donnerstag (01.04.2021) verzeichnet der Lahn-Dill-Kreis einen leichten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz von 225,30 am Vortag auf nun 226,88. Zudem vermeldet der Kreis 113 Neuinfektionen seit dem Vortag, wodurch die Gesamtzahl der seit Pandemie-Beginn erfassten Fälle auf 9213 steigt. Die Anzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 liegt unverändert bei 189. Im Klinikum Wetzlar werden derzeit 14 Infizierte stationär behandelt, davon drei auf der Intensivstation.

Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI), die nicht aktuell sind, aber gerne herangezogen werden, um die einzelnen Landkreise und Bundesländer miteinander vergleichbar zu machen, weist der Lahn-Dill-Kreis weiterhin mit 208,8 die dritthöchste Sieben-Tage-Inzidenz des Bundeslandes auf. Hessen kommt laut RKI auf einen Wert von 138,1.

Tief rot eingefärbt ist der Lahn-Dill-Kreis auf der Corona-Karte des Robert Koch-Instituts (RKI).

Ab dem morgigen Freitag (02.04.2021) um 0 Uhr gilt im Lahn-Dill-Kreis, wie in einigen anderen hessischen Kreisen auch, eine nächtliche Ausgangssperre. Zudem hat der Kreis weitere Maßnahmen beschlossen, so müssen etwa Fitnessstudios schließen und an einigen Orten gilt ein Alkoholverbot (siehe unten).

Corona-Regeln: Lahn-Dill-Kreis beschließt Ausgangssperre und weitere Maßnahmen

Update vom Donnerstag, 01.04.2021, 07.19 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis reagiert mit schärferen Corona-Regeln und einer nächtlichen Ausgangssperre auf die hohen Infektionszahlen. Ab dem morgigen Freitag (02.04.2021) um 0 Uhr dürfen Anwohner in Wetzlar, Herborn & Co. ihre Wohnung zwischen 21 und 5 Uhr nur noch in Ausnahmefälle verlassen. Es sei „eine drastische Einschränkung für unsere Bürgerinnen und Bürger – das ist uns bewusst“, betonte Erster Kreisbeigeordneter Roland Esch (FWG) in einer Mitteilung. Die Ausgangssperre stelle allerdings eine „weitreichende und wichtige“ Maßnahme in die Pandemie-Bekämpfung dar.

Demnach zielt die nächtliche Ausgangssperre vor allem darauf ab, Infektionen im Privatbereich einzudämmen. Wer im Lahn-Dill-Kreis seine Wohnung nach 21 Uhr oder vor 5 Uhr verlassen will, darf dies nur aus „gewichtigen Gründen“. Es drohen sonst Bußgeldstrafen. Zu den Ausnahmen zählen laut Kreisangaben insbesondere:

  • Die Ausübung beruflicher Tätigkeiten
  • Die Teilnahme an öffentlichen Gremiensitzungen (Stadtparlament, Ortsbeirat etc.)
  • Die Teilnahme an Einsätzen von Feuerwehr, Katastrophenschutz- und Rettungsdienst
  • Die Inanspruchnahme medizinischer, therapeutischer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen, einschließlich der Wahrnehmung von Impfterminen in den Abendstunden
  • Die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts, die Begleitung und Betreuung von unterstützungsbedürftigen Personen sowie Minderjährigen und die Begleitung Sterbender
  • Die Versorgung von Tieren sowie Maßnahmen der Tierseuchenbekämpfung und -prävention (Jagd auf Schwarzwild).

Wer zwischen 21 und 5 Uhr draußen unterwegs ist, muss ein Dokument dabei haben, das die Ausnahmegründe darlegen oder beweisen kann. Die nächtliche Ausgangssperre hat der Lahn-Dill-Kreis eigenen Angaben nach mit den Nachbarlandkreisen abgestimmt. Die Regelung gilt vorerst bis 23. April, dann läuft die zugehörige Allgemeinverfügung aus. Eine Verlängerung behält sich der Kreis vor.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Fitnessstudios müssen schließen, Alkoholverbot kommt

Neben der Ausgangssperre hat der Lahn-Dill-Kreis weitere weitgehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens erlassen.

  • Sport: Alle gedeckten Sportanlagen (bspw. Sporthallen) öffentlicher und privater Art müssen schließen. Nur Spitzen- und Profisportler dürfen trainieren und spielen. Zuschauer sind nirgends gestattet. Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen müssen schließen.
  • Alkohol: Für belebte öffentliche Plätze in der Region kommt ein Alkoholverbot. Es gilt für folgende Kommunen im Lahn-Dill-Kreis: Braunfels, Dillenburg, Haiger, Herborn, Solms, Wetzlar, Ehringshausen. Hier die detaillierte Liste der Plätze.  
  • Schulen: Bis einschließlich 18. April dürfen Schüler die Schulen nicht betreten. Ferien-Lern-Camps (z. B. Nachhilfe) können nur digital stattfinden. Anderweitige Betreuung findet in den Ferien nicht statt.
  • Kitas: Kinder dürfen nur noch in festen Gruppen betreut werden. Der Kreis empfiehlt Eltern, ihren Betreuungsanspruch nur in dringenden Fällen in Anspruch zu nehmen.
  • Kontakte: Es gelten weiterhin die Regelungen des Landes Hessen. Der Kreis hebt hier nochmal hervor, dass aktuell im Handel nur „Click & Collect“ erlaubt ist.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Fast 100 Neuinfektionen – Region bleibt Hotspot

Update vom Mittwoch, 31.03.2021, 14.42 Uhr: Auch am heutigen Mittwoch (31.03.2021) steigt die Sieben-Tage-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis an - wenn auch nur leicht von 223,33 am Vortag auf nun 225,30. Der Inzidenz-Wert, den das Robert Koch-Institut (RKI) für Wetzlar und Umgebung angibt, liegt bei 209,5 und damit etwas niedriger als am Vortag (211,11). Laut RKI liegen aktuell nur noch drei Landkreise über einem Wert von 200: Angeführt wird das unrühmliche Ranking von der Stadt Offenbach (258,8) und dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg (258,6), dann folgt der Lahn-Dill-Kreis. Allerdings weichen die RKI-Daten zum Teil erheblich von den Angaben der Landkreise selbst ab. So hat der Landkreis Gießen heute beschlossen, dass dort ab Freitag eine nächtliche Ausgangssperre gelten soll, weil die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 262,7 liegt. Das RKI gibt für Gießen und Umgebung jedoch nur einen Inzidenz-Wert von 107,9 an. Das gesamte Bundesland Hessen kommt laut RKI heute auf einen Wert von 140,2.

Seit dem Vortag wurden im Lahn-Dill-Kreis 99 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Damit stieg die Zahl der insgesamt seit dem Beginn der Pandemie nachgewiesenen Corona-Fälle auf 9100, wovon 189 tödlich endeten. Damit wurde seit dem Vortag ein weiterer Todesfall gemeldet. Aktuell gelten 1076 Infektionen als aktiv. Im Klinikum Wetzlar werden 13 Personen mit Covid-19 behandelt, zwei davon auf der Intensivstation.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Inzidenz steigt deutlich stärker als Hessen-Schnitt

Update vom Dienstag, 30.03.2021, 14.42 Uhr: Die dritte Welle der Corona-Pandemie rollt über Hessen und nach wie vor gehört der Lahn-Dill-Kreis zu den am stärksten betroffenen Regionen des Bundeslandes. Das zeigen auch die Fallzahlen vom heutigen Dienstag (30.03.2021), an dem die Sieben-Tage-Inzidenz des Kreises abermals ansteigt. Hatte der Wert am Vortag noch bei 210,31 gelegen, klettert er nun laut dem Kreis auf 223,33. Mit 211,1 gibt das Robert Koch-Institut (RKI) zwar einen etwas niedrigeren Inzidenz-Wert an, allerdings rechnet das RKI aufgrund von Meldeverzügen nicht mit den aktuellsten Zahlen.

Der Trend ist jedoch anhand der RKI-Daten abzulesen, denn auch diese spiegeln einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz wieder: Im Vergleich zum Vortag ist der Wert laut RKI um 24,5 Punkte gestiegen. Der Anstieg der landesweiten Inzidenz fällt laut RKI am Dienstag geringer aus: Sie steigt um 2,2 Punkte auf nun 140,9

Seit dem Vortag wurden im Lahn-Dill-Kreis 45 Neuinfektionen erfasst. Damit überschreitet die Zahl der insgesamt seit dem Beginn der Pandemie nachgewiesenen Corona-Fälle in der Region die 9000er-Marke und liegt nun bei 9001. Die Zahl der Todesfälle liegt unverändert bei 188. Als aktiv gelten derzeit 1083 Corona-Infektionen in Wetzlar und Umgebung. Die Zahl der Klinik-Patienten blieb im Vergleich zum Montag konstant: 15 Patienten mit der Diagnose Covid-19 befinden sich zur stationären Behandlung im Klinikum Wetzlar, zwei davon auf der Intensivstation.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Höchste Warnstufe – Inzidenz steigt

Update vom Montag, 29.03.2021, 20.31 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis ist am heutigen Montag (29.03.2021) von 205,18 auf 210,31 gestiegen. Damit liegt die Region am vierten Tag in Folge über der Marke von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, die in Hessen die höchste Warnstufe bedeutet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt für den Lahn-Dill-Kreis heute eine Sieben-Tage-Inzidenz von 186,6 an. Dieser Wert beruht wegen Verzögerungen in den Meldeketten auf veralten Zahlen, ermöglicht jedoch einen Vergleich zwischen den hessischen Landkreisen. Dabei zeigt sich, dass der Lahn-Dill-Kreis weiterhin zu den hessischen Corona-Hotspots zählt. Höher ist der Inzidenz-Wert gemäß RKI-Angaben nur im Landkreis  Hersfeld-Rotenburg (287,6), in Offenbach (243,5), im Landkreis Fulda (195,1) sowie im Landkreis Limburg-Weilburg (188,8). Für das gesamte Bundesland Hessen gibt das RKI heute eine Sieben-Tage-Inzidenz von 138,7 an.

Durch 41 erfasste Neuinfektionen steigt die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Lahn-Dill-Kreis am heutigen Montag auf 1112. Im Klinikum Wetzlar werden derzeit 15 Patienten mit der Diagnose Covid-19 stationär behandelt, zwei davon auf der Intensivstation. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 188, damit ist seit gestern eine weitere infizierte Person verstorben. Insgesamt haben sich seit dem Beginn der Pandemie 8956 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt.

Weitere Informationen zur Corona-Lage finden Sie in unserem Hessen-Ticker.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Kommt nun die Ausgangssperre? Corona-Warnstufe schwarz

Update vom Sonntag, 28.03.2021, 15.34 Uhr: Drei Tage Warnstufe schwarz: Seit Freitag (26.03.2021) liegt der Lahn-Dill-Kreis nun schon über dem Grenzwert von 200, ab dem die höchste Corona-Warnstufe gültig ist. Damit wären nach dem Eskalationsprinzip des Landes Hessens besondere Maßnahmen möglich. Die Präsenzpflicht an den Schulen war bereits Thema, auch eine nächtliche Ausgangssperre könnte folgen. Am heutigen Sonntag (28.03.2021) kommen Wetzlar, Dillenburg, Herborn & Co. zusammen auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 205,18, wie aus dem täglichen Bericht des Gesundheitsamtes hervorgeht. Demnach traten in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 66 Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf. Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt die Inzidenz des Lahn-Dill-Kreises mit 187,9 leicht niedriger an, rechnet aber mit veralteten Fallzahlen.

Das Gesundheitsamt betreut aktuell 1077 aktive Corona-Fälle und 1142 Kontaktpersonen. Beide Zahlen wachsen, weshalb eine vollumfängliche Kontaktverfolgung nicht mehr möglich ist (siehe unten). Das Klinikum Wetzlar versorgt zurzeit 16 Patienten mit der Diagnose Covid-19 stationär, davon drei auf der Intensivstation. Ein weiterer Infizierter ist gestorben. Es war der 187. coronabedingte Todesfall im Lahn-Dill-Kreis. Besonders stark betroffen von Corona sind Wetzlar (233 aktive Fälle), Dillenburg (118 aktive Fälle) und Aßlar (81 aktive Fälle). Auch im benachbarten Kreis Gießen gilt übrigens die Corona-Warnstufe schwarz, obwohl dies die heutigen RKI-Zahlen nicht zeigen.

Corona: Lahn-Dill-Kreis reißt 200er-Inzidenz – Kein Präsenzunterricht in Wetzlar und Region

Update vom Freitag, 26.03.2021, 15.48 Uhr: Nun ist es passiert. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis ist über 200 gesprungen und liegt damit nun mehr als doppelt so hoch wie der Richtwert für die sogenannte Notbremse. Das örtliche Gesundheitsamt meldete am heutigen Freitagnachmittag (26.03.2021) weitere 110 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Inzidenz erhöhte sich auf 202,02. In der Folge stiegen auch die Zahl der aktiven Corona-Fälle auf 1054 und die der Kontaktpersonen in Quarantäne auf 1208. Das Gesundheitsamt kommt bei der Verfolgung der Infektionsketten kaum noch hinterher (siehe Eintrag unten).

Als einen Grund für die rasch steigenden Infektionszahlen sieht die Kreisverwaltung, dass sich die Virus-Variante B117 „immer schneller verbreitet“. Das Ansteckungspotenzial sei „sehr hoch“, heißt es in einer Mitteilung. Nach wie vor fänden die meisten Infektionen im privaten Bereich statt, das heißt bei Treffen mit Verwandten, Freunden und Bekannten. „Ich bitte Sie in dieser Zeit um Eigeninitiative. Kontrollieren Sie, inwieweit Sie Ihre sozialen Kontakte minimieren können. Halten Sie sich an die Hygiene- und Abstandsregelungen. Bitte sagen Sie Ihren Kontakten Bescheid, sollten Sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben“, appellierte Landrat Wolfgang Schuster (SPD).

Lahn-Dill-Kreis: Corona-Hotspot setzt Präsenzunterricht aus

Wer einen Erstkontakt mit einem Infizierten hatte, solle sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben und Hausarzt sowie Gesundheitsamt kontaktieren. Das Gesundheitsamt müsse eine Isolation nicht vorher explizit anweisen. Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch, werden aber trotzdem weitergetragen. Schuster: „Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, auf soziale Zusammenkünfte weitestgehend zu verzichten und auf sich und alle Mitbürgerinnen und Mitbürger achtzugeben.“

Bei Appellen allein bleibt es aber nicht. In der Woche vor Ostern, also ab Montag (29.03.2021) setzt der Lahn-Dill-Kreis den Präsenzunterricht für die Stufen 1 bis 6 an allen Schulen aus. Die Schulleitungen sind angehalten, eine Notbetreuung bereitzustellen. Abschlussklassen dürfen in die Schule kommen, empfohlen ist aber, dass auch sie von zu Hause am Unterricht teilnehmen. Projektprüfungen oder ähnliches sollen, wenn möglich, ausfallen. Die Regelung gilt vorerst bis zum Ende der Osterferien. Das Gesundheitsamt bittet Eltern von Kita-Kindern außerdem, ihren Nachwuchs nur „in absoluten Notfallsituationen“ in den Kindergarten zu bringen.

Corona in Wetzlar: Zu viele Neuinfektionen für Kontaktverfolgung

Erstmeldung vom Freitag, 26.03.2021, 11.40 Uhr: Wetzlar – In Hessen nimmt die dritte Pandemie-Welle an Fahrt auf. Zu spüren bekommt das auch der mittelhessische Lahn-Dill-Kreis. Aufgrund der vielen Neuinfektionen mit dem Coronavirus kommt das örtliche Gesundheitsamt bei der Kontaktverfolgung kaum noch hinterher, wie die Kreisverwaltung in dieser Woche mitteilte. Nur zwei hessische Landkreise haben aktuell höhere Infektionszahlen. Im Lahn-Dill-Kreis beträgt die Inzidenz fast das Doppelte des Richtwertes für die sogenannte Notbremse. Eine Umkehr des Negativtrends ist nicht abzusehen.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Gefährliche Mutante B117 breitet sich aus

Am Donnerstag (25.03.2021) meldete der Lahn-Dill-Kreis 129 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Vor allem die sogenannte britische Mutante B117 breitet sich rasch rund um Wetzlar, Dillenburg, Herborn & Co. aus. Es infizieren sich mehr junge Menschen als noch in der ersten oder zweiten Welle, was gepaart mit der Impfkampagne dazu führt, dass die Krankenhausauslastung bislang nicht explodiert ist. Das Klinikum Wetzlar behandelte zuletzt 17 Covid-19-Patienten, davon waren zwei in kritischem Zustand. Experten warnen jedoch, dass auf den Intensivstationen erneut dramatische Szenen drohen, sollte sich das exponentielle Fallzahlenwachstum fortsetzen. Studien legen nahe, dass B117 ansteckender und tödlicher ist als das gewöhnliche Coronavirus.

Im Lahn-Dill-Kreis infizieren sich aktuell im Mittel von 100 000 Einwohnern und im Betrachtungszeitraum von einer Woche exakt 192,55 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2. Diese Sieben-Tage-Inzidenz ist alarmierend hoch. Noch Ende Februar hatten Bund und Länder einen Stufenplan festgelegt, der ab einer Inzidenz von 50 oder darunter Lockerungen der Schutzmaßnahmen vorsieht. Ab 100 ist demnach ein schärferer Lockdown durch eine „Notbremse“ erforderlich. Hessen als Ganzes hat diesen Richtwert längst überschritten und deshalb landesweit Ladenöffnungen wieder eingeschränkt. In Regionen, wo die Inzidenzen besonders hoch sind, behält man sich noch strengere Auflagen, wie Ausgangssperren, vor.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Kontaktnachverfolgung immer schwieriger

Das Robert Koch-Institut (RKI) wies am Freitag (26.03.2021) lediglich für die kreisfreie Stadt Offenbach (214,2) und Hersfeld Rotenburg (302,4) höhere Sieben-Tages-Inzidenzen als für den Lahn-Dill-Kreis aus. Beim RKI kommt die Region Wetzlar zwar auf einen mit 189,9 leicht niedrigeren Wert, als ihn die örtlichen Behörden berechnen. Dem hiesigen Gesundheitsamt liegen allerdings die aktuelleren Daten vor, da seine Meldewege kürzer sind als die des Berliner Institutes. Seit Beginn der Pandemie sind im Lahn-Dill-Kreis nachweislich 8671 Coronavirus-Infektionen aufgetreten. 7476 endeten offiziell in Genesungen. Viele Betroffene haben dennoch noch monatelang mit den Folgen der Erkrankung zu kämpfen. 186 Infizierte verstarben.

Sorgen bereitet den Verantwortlichen im Lahn-Dill-Kreis die wachsende Zahl an aktiven Corona-Fällen, die es zu betreuen gilt. 1014 Infizierte befinden sich derzeit in Quarantäne, mit ihnen mussten sich 1111 Kontaktpersonen isolieren. Damit scheint das Limit in der Kontaktnachverfolgung erreicht. Nach Angaben der Kreisverwaltung ist es den „Mitarbeitenden zwar möglich, die Infizierten zu erreichen und zu beraten. Alles darüber hinaus ist momentan allerdings nicht zu gewährleisten“. Auf jeden Infizierten kämen in der Regel „mehr als fünf direkte Kontaktpersonen“. Das macht bis zu 5000 Anrufe. 110 von 140 Mitarbeitenden in Voll- und Teilzeit sind derzeit für die Kontaktverfolgung abgestellt, unter ihnen externes Personal aus dem Medizinsektor und der Bundeswehr. Sie arbeiten auch am Wochenende, kommen aber nicht mehr hinterher.

Fast 20 000 Menschen geimpft

Im Lahn-Dill-Kreis haben seit Impfstart am 28. Dezember 2020 fast 20 000 Menschen die schützende Corona-Impfung erhalten. Laut Kreisverwaltung wurden 29 414 Impfdosen verimpft, davon 9 500 Zweitimpfungen (Stand: 25.03.2021). Bleiben also 19 914 Geimpfte, die mindesten die erste Injektion erhalten haben. Das macht rund 7,9 Prozent der Einwohner des Landkreises aus. Die hessische Quote für eine Erstimpfung betrug zuletzt 10,1 Prozent.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Helfer für Gesundheitsamt

Der Lahn-Dill-Kreis sucht deshalb weitere sogenannte Containment-Scouts. Das können beispielsweise Medizinstudenten sein. „Bis wir mit Verstärkung rechnen können, bitte ich alle Menschen im Lahn-Dill-Kreis, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ihre Kontakte selbst darüber zu informieren“, sagt Landrat Wolfgang Schuster (SPD). „Es ist wichtig, dass sich diese Kontakte dann ohne behördliche Aufforderung isolieren und in Quarantäne begeben, um das Virus nicht weiterzuverbreiten.“ Details zum Vorgehen hat der Landkreis auf seiner Website veröffentlicht. Die Quintessenz: Im Zweifelsfall lieber selbst isolieren, als ein Risiko einzugehen. Die Kontaktverfolgung gilt als neuralgischer Punkt im Kampf gegen die Pandemie: Gelingt es nicht, Infektionsketten aufzudecken und zu brechen, droht eine unkontrollierte und unübersichtliche Ausbreitung des Coronavirus. (ag)

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