Der in Spritzen aufgezogene Covid-19 Pfizer-Biontech Impfstoff liegt in einer Schale auf einem Tisch.
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Die höchste Inzidenz in Hessen und vorzeitig geimpfte Kreis-Mitarbeiter: der Lahn-Dill-Kreis hat zuletzt für unrühmliche Schlagzeilen gesorgt. Ist damit nun Schluss?

Corona-Krise

Sieben Tage Inzidenz deutlich gesunken: Lahn-Dill-Kreis ist nicht länger Hessens Corona-Sorgenkind Nummer 1

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  • Lena Karber
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Im Lahn-Dill-Kreis war die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt höher als überall sonst in Hessen – und zwar mit Abstand. Doch nun ist der Wert deutlich gesunken.

Update vom Donnerstag, 18.02.2021, 14.39 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis sinkt – und zwar deutlich. Während der Wert, der angibt, wie viele Neuinfektionen binnen sieben Tagen auf 100.000 Einwohner erfasst wurden, am Dienstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch bei 103,4 gelegen hatte, liegt er am heutigen Donnerstag (18.02.2021) bei 79,7.

Damit ist der Lahn-Dill-Kreis nicht länger der Kreis mit der höchsten Inzidenz in Hessen, sondern übergibt diesen unrühmlichen Spitzenplatz an den Main-Kinzig-Kreis, wo die Sieben-Tage-Inzidenz 80,7 beträgt und sich seit Dienstag kaum verändert hat (damals hatte sie bei 78,9 gelegen).

Trotz des deutlichen Rückgangs der Sieben-Tage-Inzidenz liegt der Lahn-Dill-Kreis jedoch weiterhin über dem hessischen Schnitt. So gab das RKI am heutigen Donnerstag für das gesamte Bundesland eine Sieben-Tage-Inzidenz von 55,1 an. Nur in drei hessischen Kreisen liegt die Inzidenz noch über der Marke von 75: Im Main-Kinzig-Kreis (80,7), im Lahn-Dill-Kreis (79,7) und im Werra-Meißner-Kreis (75,7). Die niedrigste Inzidenz weißt weiterhin Kassel auf: Dort liegt der Wert bei 28,3 und damit unter dem neuen landesweiten Zielwert von 35.

Insgesamt gelten im Lahn-Dill-Kreis am heutigen Donnerstag 650 Infektionen als aktiv – 39 weniger als zu Beginn der Woche. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 liegt nun seit Beginn der Pandemie bei insgesamt 152, die Zahl der offiziell als genesen geltenden Personen bei 6070. Im Vergleich zum Mittwoch wurden 41 Neuinfektionen erfasst.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Schafft das Hessen-Sorgenkind die Trendwende?

Update vom Dienstag, 16.02.2021, 10.49 Uhr: Unverändert steht der Lahn-Dill-Kreis an der Spitze der Tabelle des Robert Koch-Instituts (RKI), die Auskunft über die Inzidenz-Werte in den hessischen Landkreisen gibt. Das RKI meldete am heutigen Dienstag (16.02.2021) eine Sieben-Tage-Inzidenz von 103,4, der Lahn-Dill-Kreis hatte die Kennziffer gestern mit 110,87 angegeben. Kleinere Unterschiede sind durch Verzögerungen in der Meldekette nicht ungewöhnlich. So oder so ist klar: Nirgends in Hessen ist die Inzidenz heute höher als im Lahn-Dill-Kreis. Die Unterschiede zu den anderen Landesteilen sind groß: Der Main-Kinzig-Kreis hat die zweithöchste Inzidenz mit „nur“ 78,9, am besten steht weiterhin die Stadt Kassel mit nun 24,2 dar.

Hoffnung dürfte machen, dass der Lahn-Dill-Kreis an den vergangenen beiden Tagen fast keine Corona-Neuinfektionen zu melden hatte: Am Sonntag kam ein weiterer Infizierter hinzu, am gestrigen Montag kein einziger. Sollte sich dieser Abwärtstrend ähnlich fortsetzen, dürfte auch die Inzidenz-Zahl schnell sinken. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle fiel am Montag minimal auf 683. Es gab einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit einer Infektion, 145 Verstorbene zählte der Kreis seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Covid-19-Patienten am Klinikum Wetzlar blieb unverändert: 40 Infizierte sind in stationärer Behandlung, vier auf der Intensivstation.

Corona-Sorgenkind: Lahn-Dill-Kreis hat höchste Inzidenz in Hessen

Update vom Montag, 15.02.2021, 08.16 Uhr: Über das Wochenende konnten sich die Fallzahlen im Lahn-Dill-Kreis kaum erholen. Zwar meldeten die örtlichen Behörden nur eine einzige Neuinfektion am gestrigen Sonntag (14.02.2021), die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt mit 111,3 aber die mit Abstand höchste in ganz Hessen, wie der Vergleich mit den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, das für die Region rund um Wetzlar denselben Wert anführt. Demnach hat der Werra-Meißner-Kreis mit 75,5 die zweithöchste Inzidenz, andere Landkreise und kreisfreie Städte stehen noch besser da, an vorderster Front die Stadt Kassel mit einer Inzidenz von 23,7. Landesweit liegt der Wert, an dem sich Lockerungen orientieren werden, bei 56,1. Ziel ist es, die Inzidenz überall unter 35 zu drücken. Aktuell hat der Lahn-Dill-Kreis laut „mittelhessen.de“ mit etlichen Infektionsausbrüchen in Einrichtungen zu kämpfen. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle beträgt laut Gesundheitsamt 689. Seit Freitag (12.02.2021) starben drei Infizierte, 144 Todesfälle in Zusammenhang mit Corona gab es insgesamt. Das Klinikum Wetzlar behandelt derzeit 40 Patienten mit Covid-19 stationär, davon vier auf der Intensivstation.

Hessens Corona-Sorgenkind: Lahn-Dill-Kreis hat mit Abstand höchste Inzidenz

Update vom Sonntag, 14.02.2021, 10:36 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis bleibt Hessens Corona-Sorgenkind. Während landesweit die Fallzahlen teils kräftig sinken, tut sich die Region Wetzlar schwer. So hat der Lahn-Dill-Kreis aktuell die mit Abstand höchste Sieben-Tage-Inzidenz des Landes. Das Robert Koch-Institut (RKI) bezifferte den Wert am heutigen Sonntag (14.02.2021) auf 99,1, geht aber von überholten Daten aus. Der Kreis selbst meldete 53 Neuinfektionen und eine Inzidenz von 113,24 – ein kleiner Zuwachs- statt eine Abnahme. Hessenweit beträgt die Inzidenz gemäß RKI 55,0. Der Lahn-Dill-Wert ist aktuell mehr als doppelt so hoch. Alle anderen hessischen Landkreise und kreisfreien sind mindestens zweistellig. Den zweithöchsten Wert ordnet das RKI mit 74,7 dem Main-Kinzig-Kreis zu. Städte Bund und Länder hatten sich unter der Woche darauf geeinigt, eine Inzidenz unter 35 als Zielwert auszugeben. Der benachbarte Kreis Gießen hat diese Grenze fast erreicht.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Weiterhin höchste Inzidenz in Hessen

+++ 19:25 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis hat die Fallzahlen aktualisiert. Demnach liegt die 7-Tage-Inzidenz jetzt nur noch bei 106,14, zuvor gab der Kreis diesen Wert mit 123,11 an. Auch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat geringere Zahlen für den Kreis veröffentlicht. Für den 12.02.2021 gibt es jetzt die Inzidenz mit 103,8 an. Damit liegen diese Werte zwar unter denen von gestern, allerdings bleibt der Lahn-Dill-Kreis nach den Informationen des Landes Hessen trauriger Spitzenreiter – und der einzige, bei dem sich eine Inzidenz über der 100er Marke errechnet.

Erstmeldung vom 12.02.2021, 12:46 Uhr: Wetzlar - Nur noch in zwei Landkreisen bzw. kreisfreien Städten in Hessen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit über der Marke von 100. Im Landkreis Fulda - längere Zeit trauriger Spitzenreiter im Land - steht der Wert aktuell (12.02.2021) bei 111,2. Einen noch höheren Wert, der die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der zurückliegenden Woche mit der Einwohnerzahl ins Verhältnis setzt, vermeldet das Hessische Sozialministerium nur für den Lahn-Dill-Kreis: Hier wird eine Inzidenz von 112,9 angegeben. Der Landkreis selbst errechnet sogar 123,11.

„Das liegt an den lokalen Ausbruchsgeschehen in einigen unserer Altenpflegeheime im Lahn-Dill-Kreis“, hatte Landrat Manfred Schuster bereits am 4. Februar zu den damals bereits weitgehend stagnierenden Corona-Zahlen im Landkreis gesagt. Seither hat sich jedoch nur wenig getan.

Corona in Hessen: Trauriger Spitzenplatz aktuell für Lahn-Dill-Kreis

Derzeit gelten im Lahn-Dill-Kreis 714 Corona-Fälle als aktiv. Das sind 45 mehr als am Vortag. Seit Februar 2020 haben sich damit 6.635 Menschen in Wetzlar und Umgebung mit dem Coronavirus infiziert. 141 Todesfälle werden mit einer Corona-Infektion in Verbindung gebracht. Derzeit verteilt sich das Infektionsgeschehen wie folgt auf die einzelnen Kommunen im Lahn-Dill-Kreis:

KommuneAktive Fälle
Aßlar39
Bischoffen7
Braunfels16
Breitscheid16
Dietzhölztal6
Dillenburg53
Driedorf5
Ehringshausen39
Eschenburg25
Greifenstein8
Haiger44
Herborn79
Hohenahr5
Hüttenberg20
Lahnau11
Leun4
Mittenaar11
Schöffengrund6
Siegbach5
Sinn10
Solms77
Waldsolms17
Wetzlar211

Besondere Sorgen bereiten auch im Lahn-Dill-Kreis die Corona-Mutanten: „Mittlerweile liegen unserem Gesundheitsamt weitere Hinweise von Mutationen vor, die sich bereits flächendeckend im gesamten Kreisgebiet verteilt haben“, sagte Landrat Wolfgang Schuster jüngst. Die britische Variante B1.1.7 etwa gilt als deutlich ansteckender als das „gewöhnliche“ Coronavirus

Corona-Zahlen in Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar stabilisieren sich

Für einige Sorgen hatte zuletzt auch ein Corona-Ausbruch an den Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar gesorgt. Hier war bei mehreren Personen - Patienten wie Mitarbeitern - eine Corona-Infektion nachgewiesen worden, darunter auch solche mit Mutanten aus Großbritannien. Vor Ort scheint sich die Lage inzwischen stabilisiert zu haben. „Wir erarbeiten aktuell ein Konzept zur vorsichtigen Wiederöffnung, das wir mit dem Gesundheitsamt des Lahn-Dill-Kreises abstimmen werden“, sagt Tobias Gottschalk, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken. Der umfassende Aufnahmestopp bleibt bis einschließlich 16. Februar bestehen. Ab 17. Februar sollen jedoch wieder sehr dringliche Behandlungen durchgeführt werden. 

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