Kurz und heftig

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Abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume: Ein Unwetter traf am Nachmittag ganz Hessen. Am Frankfurter Flughafen und am Hauptbahnhof stand eine Weile der Verkehr still. Knapp 150 Flüge fielen aus, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Auf der A3 kam der Verkehr wegen umgestürzter Bäume teilweise zum Erliegen.

Abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume: Ein Unwetter traf am Nachmittag ganz Hessen. Am Frankfurter Flughafen und am Hauptbahnhof stand eine Weile der Verkehr still. Knapp 150 Flüge fielen aus, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Auf der A3 kam der Verkehr wegen umgestürzter Bäume teilweise zum Erliegen.

Im Frankfurter Flughafen waren nach Angaben des Betreibers Fraport rund eine halbe Stunde lang keine Starts und Landungen möglich. Die Flugzeuge, die im Anflug auf Frankfurt waren, mussten vorübergehend in der Luft bleiben, bis das Gewitter vorbeigezogen war. "Das machen wir üblicherweise bei Gewitter", sagte der Sprecher. Veranlasst worden sei die sogenannte Nullsteuerung gegen 15.20 Uhr. Auch die Bodenabfertigung wurde zwischenzeitlich eingestellt – es herrschte Blitzschlaggefahr auf dem Vorfeld. Bis zum Abend wurden 141 Flüge annulliert, insgesamt waren für den gesamten Tag mehr als 1500 Starts und Landungen geplant.

Bei der Lufthansa fielen 40 Flüge aus, wie eine Sprecherin sagte. Davon waren knapp 6000 Passagiere betroffen. Wie viele am Donnerstag in Frankfurt bleiben mussten, konnte die Airline nicht sagen. Das Unternehmen hatte vorsorglich 3000 Hotelzimmer reserviert. Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor Starkregen, Wind und Hagel gewarnt.

Am Frankfurter Hauptbahnhof lief der Verkehr nach einer rund einstündigen Sperrung am Nachmittag langsam wieder an. Grund sei gewesen, dass Strecken in der Umgebung möglicherweise durch umgestürzte Bäume blockiert seien, sagte eine Sprecherin der Bahn. Sowohl der Fern- als der auch Regionalverkehr waren betroffen. Es kam bis in den Abend hinein zu stundenlangen Verspätungen im Fernverkehr, nachdem der Betrieb gegen 16.30 Uhr wiederaufgenommen wurde. Die Fahrgäste am Hauptbahnhof reagierten mit resigniertem Schulterzucken oder schlechter Laune. Auf fast allen Gleisen warteten Züge mit Verspätungen von bis zu 100 Minuten. Astrid Österreicher (35) wollte heimwärts nach Brüssel fahren, doch ihr ICE fiel aus. "Das ist kein Weltuntergang. Ich habe Urlaub, dann übernachte ich im Notfall eben in Frankfurt", sagte sie.

Wegen mehrerer bei Seligenstadt umgestürzter Bäume musste am Nachmittag die A3 in Richtung Würzburg gesperrt werden, wie die Polizei berichtete. Der Verkehr staute sich demnach auf mehr als 20 Kilometern zurück bis zum Frankfurter Kreuz. Mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt.

Bahnverkehr stark gestört

In Bad Vilbel löste sich eine rund 20 Meter lange Jalousie an einem Café und verletzte drei Menschen, einen davon schwer, wie ein Polizeisprecher berichtete. Insgesamt zählte die mittelhessische Polizei wegen des Unwetters 40 Einsätze binnen einer Stunde. In Wiesbaden berichtete die Polizei von 45 Einsätzen der Feuerwehr und einigen entwurzelten Bäumen. Bauzäune und Verkehrsschilder seien weggeweht worden.

In Frankfurt wurde ein Dach teilweise abgedeckt, in Langen gar eine Gartenhütte auf ein Auto geweht. Im Süden Hessens gab es knapp über 30 Sturmschäden, vor allem abgeknickte Bäume und Äste. Im Vogelsbergkreis rückte die Feuerwehr mit 100 Leuten zu mehr als 20 Einsätzen aus – vor allem wegen umgestürzter Bäume.

Gewittertief "Nadine" brachte auch dem Norden Deutschlands erhebliche Einschränkungen im Bahnverkehr. Zahlreiche Hauptstrecken waren am Abend gesperrt, darunter Hamburg–Berlin, Hannover–Berlin, Hannover–Osnabrück, Hannover–Hamburg–Kiel, und Hamburg–Stralsund.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) ist die große Hitze vorerst vorbei – sommerlich warm bleibt es trotzdem.

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