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Als Kuhhirt Johannes im Moor versank

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Das Herz der »Natur-auf-der-Spur«-Ausstellung: Der aufwendig und mit viel Liebe zum Detail modellierte Landschaftsausschnitt (Diorama) war am Freitag fest in der Hand von Schulklassen.
Das Herz der »Natur-auf-der-Spur«-Ausstellung: Der aufwendig und mit viel Liebe zum Detail modellierte Landschaftsausschnitt (Diorama) war am Freitag fest in der Hand von Schulklassen. © bb

(bb). »Was ist das für ein Tier?«, fragt der Mann im grünen Pullover, der eine Schulklasse durch die Urzeitlandschaft führt. »Ein Bär, ein Bär« rufen die Kinder wild durcheinander. Sie sind unterwegs durch die Ausstellung »Natur auf der Spur«, und im großen Zelt gibt es einen modellierten Landschaftsausschnitt, auch »Diorama« genannt. Hier findet man Nachbildungen von Tieren, die längst ausgestorben sind.

Spannend für die Kinder: Die Moorlandschaft, so wie sie vor Hunderten von Jahren rund um Stadtallendorf zu finden war. Besonders gruselig: Im braunen Sumpf versinkt gerade ein Mann. Nur die Hand und der Kopf sind noch zu sehen. Zu Hilfe eilen muss freilich niemand, denn mit einer Puppe wird hier nachgestellt, was sich anno 1657 tatsächlich nahe Schweinsberg abgespielt hat. Ein junger Mann namens Johannes Nahrgang versank im Moor - und niemand kam ihm zu Hilfe.

Ein Mädchen schaut auf das Schild, das die Szene erklärt, und schüttelt sich. Wenig später sind spitze Schreie zu hören: Frauen sind auf den Trampelpfad aus Balken getreten, der durch das Moor führt und an einer Stelle wie gewollt bei Belastung nachgibt. Die Damen sind in Sorge um ihre schönen Schuhe. Passieren kann freilich nicht viel, denn das Moor ist hier nur wenige Zentimeter tief.

Das Interesse an der Ausstellung ist groß, täglich werden hier Dutzende Schulklassen durchgeführt, Aber auch für Erwachsene ist das »Diorama« lehrreich. Tiere, die ausgestorben sind oder in Deutschland in freier Wildbahn nicht mehr zu finden sind, kann man dort bestaunen: Mammut, Bär, Elch. Und auf dem Freigelände präsentieren sich Bauernhöfe, Imker, land- und forstwirtschaftliche Organisationen sowie Umweltverbände.

Zwischen den Ständen eilt die Milchkönigin mit großen Schritten zu einer Freifläche, auf der sich bereits das Hessentagspaar, Landrat, Bürgermeister und Landwirtschaftsministerin Silke Lautenschläger eingefunden haben. Eröffnung ist angesagt. Für Lautenschläger, das weiß man seit Dienstag, wird es das letzte Mal sein, dass sie als Ministerin dabei ist.

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