Auch wenn sich die Fahrgastzahlen etwas erholt haben - von Auslastungswerten vor der Corona-Krise ist der öffentliche Nahverkehr noch weit entfernt. FOTO: DPA
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Auch wenn sich die Fahrgastzahlen etwas erholt haben - von Auslastungswerten vor der Corona-Krise ist der öffentliche Nahverkehr noch weit entfernt. FOTO: DPA

Krise setzt Bus und Bahn zu

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Busse, in denen Schüler eng gedrängt stehen müssen, Fahrgäste, die gegen die Maskenpflicht verstoßen - die Verkehrsunternehmen kämpfen weiter gegen die Auswirkungen der Corona-Krise.

Bis zu ein Drittel der Fahrgäste fehlt weiterhin: Die Corona-Pandemie hat die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen einbrechen lassen. Der Tiefstand aus dem April, als noch strenge Kontaktbeschränkungen galten, ist zwar überwunden. Doch selbst die sonst so volle S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet kommt Monate später nur auf gut 65 Prozent Auslastung. Ein Überblick über die Situation:

Kurzarbeit, Home-Office und das weiter geltende Verbot für Großveranstaltungen nennt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) als Ursachen für die noch nicht erholten Fahrgastzahlen. Im April waren nur zehn bis 20 Prozent der Fahrgäste unterwegs, seit Mai wird ein Anstieg verzeichnet. "Wir gehen von weiteren Steigerungen aus, insbesondere in den vergangenen Wochen war ein merklicher Anstieg der Fahrgäste zu verzeichnen", erklärt der RMV. Der nordhessische Verkehrsverbund NVV berichtet von einer durchschnittlichen Auslastung von aktuell 80 Prozent.

Die finanziellen Einbußen für die Verkehrsunternehmen waren vor allem anfangs gewaltig: Seit Mai wurde im RMV wieder nach Regelfahrplan gefahren - obwohl kaum Fahrgäste unterwegs waren. Im April betrug der Rückgang bei den Einnahmen aus den Ticketverkäufen bis zu 80 Prozent, im Mai lag er um die 40 Prozent. Auch Juni und Juli lagen unter dem Niveau der Vorjahresmonate.

Um weitere Fahrgäste zurück in die Busse und Bahnen zu locken, werben die Verkehrsunternehmen mit zahlreichen Hygienemaßnahmen, darunter die regelmäßige Desinfizierung von Automaten und Fahrzeugen, der Einbau von Trennscheiben und Durchsagen zur Einhaltung der Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase.

Die Fahrgastzahlen würden sich nicht automatisch erholen, schreibt das Infas-Institut zu einer Befragung vom Mai 2020. Das aktuelle Minus werde sich reduzieren, aber nicht vollständig verschwinden. "Die Branche muss aufpassen, nicht zu einem Transporteur für die weniger Wohlhabenden zu werden", heißt es darin. Der Befragung zufolge stiegen vor allem Besserverdienende in der Pandemie aufs Auto um.

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