Kriminologin warnt

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Gießen/Wiesbaden- Die Serie von rechtsextremen Droh-E-Mails und die große Aufmerksamkeit darum kann nach Experteneinschätzung leicht Nachahmungstäter auf den Plan rufen. "Die ganze Situation ist dazu angetan, dass sich eine Reihe von Trittbrettfahrern motiviert fühlen könnte, auf den Zug aufzuspringen", sagte Britta Bannenberg, Kriminologin an der Uni Gießen. Das Thema sei hochaktuell und gehe bundesweit durch die Medien, die Täterfrage sei ungeklärt und Verantwortliche in Politik und bei der Polizei gerieten unter Druck. Das seien alles Umstände, die manche Menschen zumindest zum Nachahmen motivieren könnten.

Solche Trittbrettfahrer wollten dann zwar nicht entdeckt werden, aber sie wollten mediale Aufmerksamkeit, erläuterte die Professorin. "Sie wollen mitmischen in einer virulenten, medienrelevanten Aktion. Sie haben vielleicht zum Teil persönliche Aggressionsmotive, vor allem aber genießen sie es, in der Deckung zu bleiben und trotzdem Unruhe zu verbreiten."

Die Serie der rechtsextremen Drohschreiben unter anderem an Politikerinnen füllt seit Tagen die Schlagzeilen. Das hessische Landeskriminalamt hat mittlerweile Informationen über 69 Drohschreiben, die bundesweit mit dem Kürzel "NSU 2.0" versendet wurden. dpa

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