Kompromiss im Streit um Edersee-Wasserstand

Kassel (dapd-hes). Im jahrelangen Streit um den niedrigen Wasserstand des nordhessischen Edersees zeichnet sich eine Einigung ab. Beim zweiten Krisengipfel dieses Jahres sei ein Kompromiss gefunden worden, sagte Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) am Dienstag in Kassel.

Gemeinsam mit Vertretern des Landkreises Waldeck-Frankenberg, den Anrainergemeinden von Hessens größter Talsperre und der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Hannover habe man sich geeinigt, dass künftig in Trockenjahren weniger Wasser aus dem See entnommen werden soll.

Bisher wurde vom Sommer an täglich Wasser aus dem Edersee abgelassen, um die Schifffahrt auf der Weser zu ermöglichen. Der See lief langsam leer, die Tourismusbetriebe in den angrenzenden Gemeinden liefen Sturm. Künftig solle ausprobiert werden, nur noch an vier Tagen pro Woche den Flusspegel zu stützen, erklärte der Vizepräsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion, Hubert Kindt. "Das ist genau kalkulierbar für die Schifffahrt wie den Edersee."

Regierungspräsident Lübcke sprach von einem "Kompromiss, der von allen Beteiligten Entgegenkommen erfordert". Der Landrat des Kreises Waldeck-Frankenberg, Reinhard Kubat (parteilos) zeigte sich zufrieden mit der Lösung. "Wir wähnen uns als Solidargemeinschaft und haben deshalb gerne zugestimmt." Dem nun ausgehandelten Kompromiss muss am Mittwoch noch die gewerbliche Weserschifffahrt zustimmen.

Der Edersee wurde vor rund 100 Jahren angelegt, um durch die Entnahme von Wasser den Pegel von Eder, Fulda und Werra zu regulieren. Das ist bis heute seine Hauptaufgabe. Dennoch sorgt das alljährliche langsame Leerlaufen in der Region immer wieder für Konflikte, die Anrainer beklagen Einbußen beim Tourismus. In diesem Jahr waren die Proteste besonders heftig.

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