Keltenwelt am Glauberg feierlich übergeben

Glauburg (dpa/sax). Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Herrmann (CDU) hat am Donnerstag das Keltenmuseum am Glauberg nach zweijähriger Bauzeit an den Landesarchäologen Prof. Egon Schallmayer übergeben. Das 9 Mio. Euro teure Museum werde "das Kulturland Hessen mit seinen vielfältigen Schätzen noch heller erstrahlen lassen", so die Ministerin.

Glauburg (dpa/sax). Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Herrmann (CDU) hat am Donnerstag das Keltenmuseum am Glauberg nach zweijähriger Bauzeit an den Landesarchäologen Prof. Egon Schallmayer übergeben. Das 9 Mio. Euro teure Museum werde "das Kulturland Hessen mit seinen vielfältigen Schätzen noch heller erstrahlen lassen", so die Ministerin. Nach der Übergabe wird nun die museumstechnische Ausstattung eingebaut. Die Attraktion "Keltenwelt am Glauberg - Archäologischer Park, Museum, Forschungsinstitut" soll im Frühjahr 2011 eröffnet werden.

Mit dem Museumsbau und dem Ankauf der dafür benötigten Grundstücke habe das Land gute Grundlagen geschaffen, um die Archäologie und Geschichte der Kelten zu erforschen sowie adäquat zu vermitteln, fügte Kühne-Hörmann hinzu. Am Glauberg werde mit dem Museum ein Forschungszentrum mit universitärem Anspruch etabliert, das durch den Austausch mit internationalen Fachkollegen anderer Museen und Hochschulen zudem den "Wissenschaftsstandort Hessen" stärke. Den Angaben zufolge wurden knapp 8 Millionen Euro in den Bau investiert. Hinzu kommen die Ausstattungskosten in Höhe von gut 1 Million Euro. Seit den umfangreichen Ausgrabungen in den späten 1980er Jahren bis zum Bezug des neuen Gebäudes habe das Land mehr als 17 Millionen Euro in das Glauberg-Projekt investiert, hieß es.

"Die Leute wollen authentische Orte sehen, deshalb war die Entscheidung richtig, das Museum hier zu bauen", betonte Ministerin Kühne-Hörmann. Die Investition lohne sich: "Ich bin der Überzeugung, dass das Museum zu einem Publikumsmagnet wird." Dabei denke sie neben den deutschen Besuchern vor allem auch an Gäste aus dem Ausland.

Der stellvertretende Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn zeigte sich erfreut, "dass wir dem Glauberg ein lange gehütetes Geheimnis entrissen haben". Er erinnerte daran, dass es ein Verdienst der ehemaligen Landtagsabgeordneten Ruth Wagner gewesen sei, dass der Grabhügel entdeckt wurde. Sie hatte vorgeschlagen, 50 000 DM in den Haushalt einzustellen, um historische Stätten aus der Luft zu fotografieren. "Das war ein teures Luftbild", scherzte Hahn angesichts der Baukosten.

"Ich habe das Gefühl, dass wir immer noch dafür werben müssen, dass die Menschen der Region diesen Berg uns Hessen zur Verfügung stellen", spielte er auf die Konflikte um den Standort und den Eigensinn der Wetterauer an. Halb scherzhaft warb er dafür, den Glauberg zu teilen. An bestimmten Tagen solle der Berg nur den Einheimischen gehören.

Der Kreisbeigeordnete Bardo Beyer, der in Vertretung des Landrats anwesend war, betonte die identitätsstiftende Wirkung des Glaubergs und des Museums. "Wir brauchen in dieser Region einen Ausgleich der Lebensverhältnisse." Das gelte für die Balance zwischen Ost- und Westkreis ebenso wie zum Rhein-Main-Gebiet. Er wies darauf hin, dass die Angebote, die Geschichte als eigene Erfahrung zu erleben, zunehmend Zuspruch finden.

"Wichtig ist es, dass nun die ganze Region an einem Strang zieht", forderte der neue Bürgermeister von Glauberg, Karsten Krätschmer. Deshalb begrüßte er die Erweiterung der Archäologischen Gesellschaft Glauberg um die Städte Büdingen, Ortenberg und Nidda. Er betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen der Gesellschaft und dem Museum in eine rechtlich ausgewogene Form gegossen werden muss.

Landesarchäologe Schallmayer, der neue Hausherr, stellte sich den Keltenfürst vor, wie er Besucher und Wissenschaftler betrachte. "Forscht nur, ich bin gespannt, ob Ihr hinter mein Geheimnis kommt", legte er ihm in den Mund. Er präsentierte das neue Logo der Keltenwelt am Glauberg, das einen sympathischen und weniger strengen Eindruck hinterlassen solle als der Keltenfürst selbst.

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe war auch die künftige Museumsleiterin, Katharina von Kurzynski, zugegen. Der wissenschaftliche Mitarbeiterin im Landesamt für Denkmalpflege ist vor allem wichtig, dass das Museumskonzept auch für die Zeit nach der ersten Euphorie praktikabel und überzeugend ist.

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