Polizeialltag zum Anhören: Marc Wuthe (l.), Moderator und Polizeihauptkommissar, und Moritz von Zezschwitz, Leiter der hessischen Polizeifliegerstaffel und Pilot, stehen im Tonstudio am Mikrofon und zeichnen den Podcast auf. FOTO: DPA
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Polizeialltag zum Anhören: Marc Wuthe (l.), Moderator und Polizeihauptkommissar, und Moritz von Zezschwitz, Leiter der hessischen Polizeifliegerstaffel und Pilot, stehen im Tonstudio am Mikrofon und zeichnen den Podcast auf. FOTO: DPA

"Kein Gelaber, alles echt"

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Wie sieht die Arbeit der Polizei genau aus und wie kann man junge Leute für den Beruf begeistern? Der Podcast "Kugelsicher" beleuchtet jetzt die verschiedenen Einsatzgebiete der Beamten in Hessen - und will die Menschen in der Uniform vorstellen.

Vom Polizeihundeführer bis zur Mordkommission, vom Taucher bis zur Streifenpolizistin und vom Piloten der Fliegerstaffel bis zu den Kollegen beim Wasserschutz: Bei der hessischen Polizei gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Wie die Arbeit der Beamten wirklich aussieht, was ihren Alltag ausmacht und warum sie machen, was sie machen - das will jetzt der Podcast "Kugelsicher - der Copcast der Polizei Hessen" darstellen. Und zwar, so der selbst definierte Anspruch: auf authentische und direkte Weise.

"Wir wollen den Menschen in der Uniform zeigen", erklärt Moderator Marc Wuthe. "Ich behaupte mal, kaum ein Beruf ist vielseitiger, abwechslungsreicher und spannender. Bei der Polizei gibt es über 400 Tätigkeitsfelder." Das zeigt auch seine eigene Vita: In den letzten 20 Jahren arbeitete Wuthe unter anderem bei der Bereitschaft, der Streife, in der Pressestelle oder im Führungsstab bei Sonderlagen.

Aktuell ist der 43-Jährige im Präsidium Südhessen in Darmstadt tätig. Doch an diesem Tag hat er seinen Arbeitsplatz getauscht. Mit Uniform steht er in einem Wiesbadener Tonstudio hinter dem Mikrofon. Gleich drei Podcast-Folgen sollen hintereinander eingespielt werden. "Heute heben wir ab", sagt Wuthe mit radiotauglicher Stimme. Der Satz ist fast wörtlich zu nehmen. Denn als Gast einer neuen Folge begrüßt er den Leiter der hessischen Fliegerstaffel in Egelsbach, Moritz von Zezschwitz. Das Besondere an seinem Job sei, dass er zwei Berufe ausübe - "die des Polizisten und die des Piloten", erklärt der 40-Jährige, der im blauen Flieger-Overall gekleidet ist.

Leidenschaftlich berichtet er von der Polizeiarbeit in der Luft. Mal geht es um verirrte Menschen, die mithilfe einer Wärmekamera gesucht werden. "Das wird ein immer größeres Thema mit dem zunehmenden Alter der Bevölkerung." Mal geht es um Unterstützung bei der Löschung eines Waldbrands und mal um die Rettung eines Kranführers, der im Führerhaus das Bewusstsein verloren hatte. Aufregend war gleich sein erster Dienstflug, wie er berichtet. Da seien sie in der Nähe eines Raubüberfalls gewesen. Von oben hätten sie das Fluchtfahrzeug der Täter entdeckt und die Kollegen am Boden bis zur Festnahme koordinieren können: "Der erste Polizeieinsatz in der Luft und dann gleich ein Treffer."

Der Podcast, der recht jugendlich aufbereitet ist (Motto: "Kein Gelaber, alles echt"), richtet sich vor allem an junge Leute, die sich für den Polizei-Beruf interessieren. "Der Wettkampf um die klugen Köpfe ist heute ein anderer als vor 30 Jahren. Somit ist es wichtig, darzustellen, was der Beruf zu bieten hat", sagt von Zezschwitz. Ähnlich sieht es Kerstin Kiel von der Nachwuchsgewinnung. "Früher musste man nichts machen, die Bewerber kamen von alleine."

Vorteil des Podcast sei, dass man die Menschen und ihre Geschichten ausgeruht und mit Zeit präsentieren könne. "Bei Instagram muss ja alles eher knapp und schnell sein", sagt Kiel. Und auch Wuthe betont: Das Podcastformat habe etwas Intimes. Die Arbeit von Polizisten werde zuhauf im Fernsehen, im Kino oder in Büchern dargestellt, aber weniger in Podcasts. Bei "Kugelsicher" sollen nicht nur einzelne Kollegen und ihre Tätigkeit vorgestellt werden, geplant seien auch themenbezogene Ausgaben. Etwa zu Frauen bei der Polizei oder zum Thema gleichgeschlechtliche Lebensweisen. Denn selbstverständlich gebe es auch schwule und lesbische Polizisten.

Die erste Folge des Podcasts, bei der ein Diensthundeführer mit seinem Vierbeiner ins Studio kam, ging Ende Mai an den Start. Konkrete Zahlen zu den Zuhören werden nicht bekannt gegeben. Neue Folgen sollen jeden zweiten Samstag auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie beispielsweise Spotify oder Deezer veröffentlicht werden.

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