Katholischer Reformprozess startet

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Frankfurt- Rabenschwarzer Bart, Make-up und viel Glitzer sind das Markenzeichen von Harald Glööckler. Der Modeschöpfer hat aber auch eine ernsthafte Seite: 2018 veröffentlichte er das Buch "Kirche, öffne dich!" Untertitel: "Hat die Kirche noch Zukunft? Was sich ändern muss." "Wir brauchen eine Kirche, die uns auffängt, wenn wir stürzen, die uns hält, wenn wir stolpern, die uns umarmt, wenn wir versagt haben", fordert er. Eine solche Kirche wäre wieder relevant. Tatsächlich aber mache die Kirche vielen Menschen das Leben noch schwerer. Zum Beispiel, indem sie Homosexuellen oder Geschiedenen ein schlechtes Gewissen einzureden versuche, Frauen von allen wichtigen Posten ausschließe und ständig von der Kanzel herab Moral predige, während sie selbst von Missbrauchsskandalen erschüttert werde.

Im Grunde ist Glööcklers Einschätzung mittlerweile auch unter vielen praktizierenden Katholiken Konsens. Deshalb haben sich die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) - die Vertretung der ganz normalen praktizierenden Gläubigen - zu einem Reformprozess aufgerafft.

Offiziell gestartet wurde das Ganze am 1. Dezember, aber jetzt findet vom 30. Januar bis zum 1. Februar in Frankfurt die erste richtige Versammlung statt. Oberstes Organ des Synodalen Wegs ist die Synodalversammlung Sie hat 230 Mitglieder: die 69 deutschen Bischöfe, 69 Vertreter des ZdK und 92 Vertreter anderer katholischer Berufsgruppen. In ihrer ersten Sitzung wählt die Synodalversammlung die Mitglieder von vier Synodalforen, die die vier Themenfelder des Reformprozesses behandeln. Das sind: der Umgang der Kirche mit Macht, die kirchliche Sexualmoral, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern, Zölibat genannt, und die Position der Frauen in der Kirche.

Allerdings: Die Abschaffung des Zölibats oder die Öffnung des Priesteramts für Frauen könnten die deutschen Katholiken aber niemals eigenständig beschließen - das könnte nur die Weltkirche, sprich: der Vatikan in Rom. dpa

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