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»Kampf um jeden Arbeitsplatz«

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Wetzlar (hp). Unter dem Motto »Eine Region steht auf - Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz« hatte der DGB Mittelhessen am Donnerstag zu einer Demonstration mit Kundgebung in Wetzlar aufgerufen.

Wetzlar (hp). Unter dem Motto »Eine Region steht auf - Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz« hatte der DGB Mittelhessen am Donnerstag zu einer Demonstration mit Kundgebung in Wetzlar aufgerufen. Auf dem Buderusplatz machten die Redner klar, dass sie den mit Arbeitsplatz-Streichungen einhergehenden Sozialabbau nicht akzeptieren werden. Rund 500 Arbeitnehmer aus ganz Mittelhessen hatten sich am nachmittag mit Transparenten und Trillerpfeifen ausgerüstet auf den Weg von der Firma Zeiss-Hensoldt aus über den Karl-Kellner-Ring zum Buderus-Platz aufgemacht.

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel und Bundestags-Kandidatin Dagmar Schmidt erklärten schriftlich ihre Solidarität; Schmidt war dann auch persönlich vor Ort. Landrat Wolfgang Schuster (SPD) rief zum Schulterschluss auf: »Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die kommenden zehn bis 20 Monate in der Krise zu überleben, um danach gemeinsam den Aufschwung erleben zu können!« Gegenwärtig verzeichne man 10 000 Kurzarbeiter in der Region, weitere 10 000 seien zu erwarten. »Dies ist eine unglaubliche Zahl,« so Schuster.

Er zeigte sich kämpferisch: »Wir müssen die nachhaltigen von den gierigen Unternehmern unterscheiden, und am besten unsere nächste Demonstration vor dem Sitz der Royal Bank of Scotland machen, die gnadenlos absahnt und die Menschen auf der Strecke lässt!« Der Landrat sagte Unterstützung im Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen zu.

»Die Stadtverordnetenversammlung in Wetzlar hat eine Resolution verfasst, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um alle Arbeitsplätze hier zu erhalten«, sagte Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP). Auch er setze alles daran, den industriellen Kern der Region zu erhalten: »Wir brauchen Facharbeiter, um fit zu sein für den Aufschwung.« Auch die Jugend reihe sich ein, wie Melanie Schneider, Jugendvertreterin bei Edelstahl eindrucksvoll verdeutlichte: »Jung und Alt müssen gemeinsam den Abbau von Arbeitsplätzen verhindern!« In vielen Betrieben der Region werde die Zahl der Ausbildungsplätze gesenkt, was einen weiteren Facharbeitermangel nach sich ziehe. »Es bleibt die Leiharbeit oder ein befristeter Arbeitsplatz, Familienplanung, Hausbau etc. sind ungewiss - stellt euch ein Leben als ‘Generation Praktikum’ vor!« so Schneider.

Einge Betriebsräte wie Gerd Spellerberg von der Firma Sell in Herborn oder Margit Fischer von Continental in Wetzlar schilderten die aktuelle Situation in ihren Betrieben als Raubbau an der Wirtschaft: »Gesunde Betriebe werden bewusst zerstört«, so Spellerberg.

»Wieder einmal soll der Arbeitnehmer die Rechnung für eine Party bezahlen, an der er nicht teilgenommen hat,«, sagte der 1. Bevollmächtiugte der IG Metall, Holger Timmer. Unternehmen kündigten drastischen Personalabbau an, die Bundesregierung wolle ihr Schuldenproblem durch eine Mehrbelastung der Bürger lösen. »Wir warnen nicht vor sozialen Unruhen - wir werden sie organisieren«, warnte Timmer.

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