Kampf gegen den Fachkräftemangel

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  • Gerd Chmeliczek
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Der Fachkräftemangel macht auch der heimischen Wirtschaft zu schaffen. Verschiedene Angebote gibt es mittlerweile, um dabei zu helfen, dass die Unternehmen ihre freien Stellen auch adäquat besetzen können. So auch in Mittelhessen. Die Initiative "ProAbschluss" hat es sich zum Ziel gemacht, kleine und mittlere Unternehmen dabei zu unterstützen, eigene an- und ungelernte Beschäftigte zu einem Berufsabschluss zu führen. Dabei ziehen verschiedene Akteure an einem Strang

Der Fachkräftemangel macht auch der heimischen Wirtschaft zu schaffen. Verschiedene Angebote gibt es mittlerweile, um dabei zu helfen, dass die Unternehmen ihre freien Stellen auch adäquat besetzen können. So auch in Mittelhessen. Die Initiative "ProAbschluss" hat es sich zum Ziel gemacht, kleine und mittlere Unternehmen dabei zu unterstützen, eigene an- und ungelernte Beschäftigte zu einem Berufsabschluss zu führen. Dabei ziehen verschiedene Akteure an einem Strang

Beschäftigte ohne Berufsabschluss können eine Nachqualifizierung absolvieren, die in der Regel über eine Externenprüfung zu einem Kammerabschluss führt. Das bedeutet, Menschen erhalten die Möglichkeit, bisher erworbene berufliche Kompetenzen durch eine Prüfung zu belegen und damit einen anerkannten Abschluss zu erwerben. Auch Beschäftigte, die zwar einen Abschluss haben, aber viele Jahre in einem anderen Beruf arbeiten, bilden die Zielgruppe von "ProAbschluss". Die Bildungsmaßnahme kann durch den sogenannten Qualifizierungsscheck mit bis zur Hälfte der Kosten, maximal bis zu 4000 Euro, bezuschusst werden.

Um "ProAbschluss" auch zu einem Erfolg zu machen, wird auf zwei Schienen gearbeitet: Bildungscoaches arbeiten in den Landkreisen und sprechen kleine und mittlere Unternehmen an. Dazukommen Beratungsstellen, sogenannnte Bildungspoints. Sie bieten Sprechzeiten in den jeweiligen Arbeitsagenturen an. Ihr Angebot richtet sich hauptsächlich an Menschen, die sich für das Angebot interessieren. Darüber hinaus steuern sie den Informationsaustausch mit Bildungsträgern, Kammern, Agenturen und Jobcentern. In Mittelhessen hat das Wirtschaftsministerium der Zaug gGmbH die Aufgabe der Bildungspoints übertragen. Zwei Fachkräfte bieten feste Sprechzeiten in den Agenturen für Arbeit in Gießen, Lauterbach, Friedberg, Marburg, Limburg und Wetzlar an. In diesem Jahr wurden in den Bildungspoints bereits 105 Menschen beraten, wie Torsten Roth erklärt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Neumeier berät er die Interessierten. Im Kreis Gießen waren dies bislang in diesem Jahr 35 Ratsuchende, in der Wetterau 16 und im Vogelsbergkreis drei. Der Bildungspoint Mittelhessen hat seinen Standort bei der Agentur für Arbeit in Gießen und ist bei der Zaug gGmbH angesiedelt. "Wir arbeiten darüber hinaus eng mit den Bildungscoaches zusammen", erklärt Roth. Für den Landkreis Gießen ist Larissa Albohn zuständig, sie ist im Rahmen der Qualifizierungsoffensive des Landkreises beim Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG) tätig. Für den Vogelsbergkreis sind Matthias Steckenreuter und Katharina Bart zuständig, sie sind bei Vogelsberg Consult tätig. Dominic Seeberg von der Gesellschaft für Bildungskunde in Hanau ist Bildungscoach für die Wetterau.

Die hessische Landesregierung hat für "ProAbschluss" bis zum Jahr 2021 rund 33 Millionen Euro aus eigenen und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds eingeplant.

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