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Dreijähriger anerkannter Ausbildungsberuf in Industrie und Handel: Ein angehender Fachinformatiker Systemintegration arbeitet an einem Server.

Kampagne mit Influencern

  • vonDPA
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Die Corona-Pandemie hat dem hessischen Aus- bildungsmarkt zugesetzt. Die schwarz-grüne Landesregierung will mit neuen Wegen gegensteuern.

Mit einer Werbeoffensive in den sozialen Netzwerken will das Land Hessen mehr junge Leute für eine duale Ausbildung begeistern. Die Zahl der neuen Azubis sei zu Beginn des Ausbildungsjahres 2020 wegen der Corona-Pandemie um 13,2 Prozent im Vergleich zum Jahr davor zurückgegangen, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch. Da Berufsbildungsmessen, Azubi-Speed-Datings oder persönliche Beratung in den Schulen nicht angeboten werden konnten, versuche man die Jugendlichen nun digital zu erreichen.

So soll der Nachwuchs in den sozialen Medien über Berufschancen informiert werden. »Wir brauchen andere Wege, um auf die Chancen einer dualen Ausbildung aufmerksam zu machen. Die sozialen Medien sind die digitalen Bürgersteige von heute«, sagte Al-Wazir. Daher würden nun Influencer über Insta-gram, Youtube, Tiktok und Twitch mit kurzen Videos aus ihrem Berufsalltag als Maßschneiderin, Lackierer oder Bäcker berichten. So erreichen Vorbilder wie Fliesenlegermeister Johannes und Azubis aus anderen Handwerksberufen mehrere Tausend Interessierte am Tag.

Hessen fördert das Programm mit rund 570 000 Euro. Mit einem weiteren Programm zur Verbundausbildung unterstützt das Land hessische Betriebe. Hierfür stehen nach Angaben des Ministers neun Millionen Euro aus dem »Neuen Hessenplan« zur Verfügung. Damit sollen Azubi-Gehälter bezuschusst und Unternehmen in ihren Ausbildungsmöglichkeiten unterstützt werden. »Eine duale Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und dient zugleich der Fachkräftesicherung hessischer Unternehmen«, betonte Al-Wazir. Auch die Fachexperten der Regierungsfraktionen von CDU und Grünen, Birgit Heitland und Markus Hofmann, stellten sich hinter die Programme und sprachen von einer sinnvollen finanziellen Unterstützung. Für den Ausbildungsbeginn 2021 haben sich den Angaben zufolge rund 29 300 Menschen beworben, die Hälfte davon konnte bislang an Unternehmen vermittelt werden. Duale Ausbildung bedeutet, dass Lehrlinge eine Ausbildung in Betrieben absolvieren und zugleich auf eine Berufsschule gehen.

Zur neuen Ausbildungskampagne Hessens sagte die Sprecherin für berufliche Bildung der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Birgit Heitland: »Das große Plus der dualen Ausbildung liegt für Auszubildende im realen Erleben des Betriebsalltages. Sie verbindet Praxis und Theorie und macht Menschen mit erfolgreichem Abschluss zur qualifizierten Fachkraft. Die duale Ausbildung ist damit zu einem Stützpfeiler des wirtschaftlichen Erfolgs der Bundesrepublik geworden und hat sich seit ihrer Einführung zu einer internationalen Erfolgsgeschichte entwickelt.« Gerade in Corona-Zeiten sei es wichtig, Unternehmen tatkräftig bei der Ausbildung von Fachkräften zu unterstützen. Um dieses Ziel zu erreichen, gehe das Land Hessen mit der Kampagne »Dual goes digital« diese neuen Wege.

Den Ausbildungsbetrieben werde unabhängig von der Kampagne bereits mit der verlängerten Ausbildungs- und Übernahmeprämie unter die Arme gegriffen. »Hinzukommen zahlreiche Sofort-, Überbrückungs- und Liquiditätshilfen sowie Kreditangebote, die den Betrieben bei der Bewältigung der Pandemie helfen und letztlich auch Ausbildungsplätze sichern.«

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