Junge Marburgerin holt den ersten EM-Titel

Marburg/Gießen (dpa). Die Russin Natalia Prokopenko lief in Stöckelschuhen zum Sieg – und holte den ersten Titel der Fußball-Europameisterschaft. Die 24 Jahre alte Architektin und Kosmetikerin aus einem kleinen Dorf am Schwarzen Meer ist kurz vor dem Anpfiff der Meisterschaft zur "Miss EM 2012" gewählt worden.

Bei dem internationalen Schönheitswettbewerb im Europa-Park in Rust bei Freiburg schob die schon länger in Marburg lebende Blondine ihre Gegnerinnen souverän ins Abseits. Sie kann sich nun ganz unbekümmert "schönste Frau der Fußball-EM" nennen. Deutschland schied schon in der Vorrunde aus.

Die 22-Jährige ist eine Entdeckung von "Euromodel"-Chef William Balser aus Wettenberg und auch im Gießener Land durchaus bekannt: Mehrfach agierte sie bei Misswahlen in der Universitätsstadt als Jurymitglied, zuletzt im Januar 2012 in der Galerie am Neustädter Tor. "Ich freue mich, diesem Fußballfest ein Gesicht geben zu dürfen", sagte Prokopenko, nachdem ihr die Siegerkrone aufgesetzt und ein Pokal überreicht worden war. Vor siebeneinhalb Jahren ist sie mit ihrer Familie nach Deutschland gekommen, 2011 war sie "Miss Hessen".

Walter Eschweiler in der Jury

In ihrer Eigenschaft als Schönheitskönigin wird die 1,72 Meter große Prokopenko zur Fußball-EM bei verschiedenen Anlässen auftreten. Wenn es um Fußball geht, ist sie diplomatisch. "Ich drücke jedem, der dabei ist, die Daumen", sagt sie. Eine Lieblingsmannschaft hat sie nicht. "Mir ist der Sieg nicht so wichtig. Wenn ich Fußball schaue, achte ich auf das schöne Spiel und natürlich auf die schönen Spieler. Und da hat jedes Land etwas zu bieten." Die EM wird sie nicht allein verfolgen. "Fußball gucken ist für mich ein Gemeinschaftserlebnis." Die Spiele schaut sie am liebsten beim Public Viewing.

Zum Schaulaufen der Schönen zwei Wochen vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-EM in Polen und der Ukraine waren 16 junge Frauen aus den EM-Teilnehmerländern angetreten. Rund 900 Interessentinnen hatten sich um einen Platz auf dem Laufsteg beworben, sagte Organisator Ralf Klemmer. Die Finalistinnen im Alter von 18 bis 25 Jahren präsentieren sich im Trikot der Fußball-Nationalmannschaft ihres Landes sowie im Abendkleid und in Badebekleidung.

Die Kandidatinnen mussten in dem Land, das sie vertraten, geboren sein oder dessen Staatsangehörigkeit nachweisen. Fußballwissen war nicht gefragt. Der Jury gehörten unter anderem der frühere FIFA-Schiedsrichter Walter Eschweiler sowie Ex-Nationalspieler Thomas Linke an. "Fitte Männer hat diese EM schon. Jetzt hat sie auch flotte Frauen", sagt der 76 Jahre alte Eschweiler, der bei der EM in Polen und der Ukraine als Helfer dabei sein wird. "Es stimmt jetzt nicht mehr nur die Form, sondern auch die Figur."

Als "Miss EM 2012" hat Prokopenko zwei Stellvertreterinnen. Die aus Tschechien stammende Studentin Lucie Klukavá (19) sowie die in Heilbronn lebende Studentin Mareen Wehner (25), die für Dänemark um Sieg und Krone kämpfte. Die Vertreterin von Deutschland, die Studentin Rashmi Sharma (23) aus Mainz, scheiterte in der Vorrunde.

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