Hessen

Jugendherbergen verlieren Gäste

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Lange Zeit wurde auf Klassenfahrten oder Wanderreisen wenig Wert auf das private Bad in der Jugendherberge gelegt. Mittlerweile sind die Ansprüche gestiegen.

Die Jugendherbergen in Hessen haben im vergangenen Jahr mit rund 698 000 Übernachtungen einen Rückgang um 6,9 Prozent erlebt. Bundesweit waren es 2,6 Prozent weniger.

Als Gründe nannte Timo Neumann, Vorstand des Hessischen Landesverbands des Deutschen Jugendherbergswerks, vor allem Schließungen für eine Sanierung oder Umbauten im laufenden Betrieb.

So konnten in der Frankfurter Jugendherberge, einem der großen Häuser in Hessen, wegen eines Umbaus nur jeweils etwa 200 der mehr als 400 Betten belegt werden.

Standards verbessern

Auch in den Jugendherbergen Waldeck und Büdingen gab es Sanierungen, etwa durch zusätzliche Sanitärbereiche. "Wir müssen die Standards verbessern", betonte Neumann.

Während Gruppen im Grundschulalter auch mit großen Mehrbettzimmern zufrieden seien, hätten Familien oder Tagungsgruppen mit Jugendlichen mittlerweile höhere Erwartungen an die Standards mit weniger Betten pro Zimmer und eigenem Bad im Zimmer. "Wer einen guten Standard hat, hat auch eine gute Auslastung", sagte Neumann.

12 Millionen Euro für Umbauten

Allein in den Jahren 2019 und 2020 will der Verband daher rund zwölf Millionen Euro in sein Sanierungs- und Umbauprogramm investieren. Bereits zum Jahresende sei die Jugendherberge Rüdesheim geschlossen worden. Sie soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, für den die Genehmigung derzeit aber noch ausstehe.

Unterstützung vom Land

Für die Sanierung der "Burgstandorte" gibt es Neumann zufolge auch Unterstützung des Landes. So soll die Jugendherberge Burg Breuberg von Oktober an für ein halbes Jahr geschlossen werden.

Auch die Jugendherberge Starkenburg bei Heppenheim soll künftig romantische Burgatmosphäre mit modernerer Ausstattung verbinden.

Für das Jahr 2020 wird bereits eine Komplettsanierung der Jugendherberge Marburg geplant, sagte Neumann zu weiteren Zukunftsplänen. (Foto: dpa)

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