Jobcenter wird nach tödlichem Streit aufgelöst

Frankfurt/Main (dapd-hes). Nach der tödlichen Auseinandersetzung im Mai wird die Außenstelle für Obdachlose des Frankfurter Jobcenters aufgelöst. Die Fälle werden auf die anderen Jobcenter verteilt, wie die Stadt und die Frankfurter Agentur für Arbeit am Dienstag ankündigten.

"Die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern steht für uns an oberster Stelle", sagte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU).

Eine Sprecherin des Dezernats sprach auf Anfrage von einer Entzerrung. "Die Menschen, die wir bisher dort betreuen, haben vielfältige Probleme", sagte sie. Das sorge für Spannungen. Das Problem solle mit der Verteilung entzerrt werden.

Ein konkretes Konzept und einen Zeitplan gibt es noch nicht. Ziel sei, die Außenstelle im Herbst endgültig zu schließen, sagte die Sprecherin. Arbeitsplätze seien wegen der Pläne nicht bedroht. Die Mitarbeiter sollten auf andere Center verteilt werden.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Frankfurter Agentur für Arbeit, Karl-Heinz Huth, sagte, bei der Umsetzung werde besonders darauf geachtet, das in der Außenstelle vorhandenes Fachwissen erhalten bleibe.

Die Linke-Fraktion im Römer wandte sich gegen eine Schließung der Außenstelle. Menschen mit spezifischen Problemen bedürften einer besonders intensiven Unterstützung, sagte die Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli. Ein Problem nur auf möglichst viele Stellen zu verteilen sei keine Lösung, sondern schaffe im Gegenteil massive Probleme bei anderen Jobcentern. Sie forderte stattdessen, geeignete Räume und mehr Personal für die Betroffenen zur Verfügung zu stellen.

Am 19. Mai war eine 39 Jahre alte Kundin nach einem Streit im Jobcenter mit einem Messer auf einen Polizisten losgegangen und dabei von dessen Kollegin erschossen worden.

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