Jobcenter-Mitarbeiter wurde von 61-Jährigem gewürgt

Gießen (pd). Im Jobcenter des Kreises Gießen ist es kürzlich zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen. Wie die Polizei auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung bestätigte, hatte im Gebäude der Agentur für Arbeitein Kunde einen 51-jährigen Sachbearbeiter in den Schwitzkasten genommen und gewürgt.

Der 61-jährige Leistungsempfänger habe das Dienstzimmer in der Nordanlage unaufgefordert betreten und sei dann der Anweisung des Mitarbeiters, das Büro zu verlassen, nicht nachgekommen. Statt dessen habe er den Sachbearbeiter gestoßen, der wiederum habe sich gewehrt, indem er den Angreifer mit einem Deo-Spray besprüht habe. Im Schwitzkasten des gewalttätigen Kunden sei es dem Mitarbeiter dann gelungen, diesem gegen die Beine zu treten und ihn so aus dem Gleichgewicht zu bringen, heißt es im Polizeibericht weiter.

Nach dem Vorfall habe das Jobcenter Strafanzeige erstattet, erklärte Geschäftsführer Wolfgang Hofmann auf Anfrage. "Wir erteilen in solchen Fällen ein Hausverbot." Praktisch bedeutet dies, dass ein Leistungsempfänger nur nach Voranmeldung und in Begleitung eines Mitarbeiters beim Jobcenter erscheinen darf. "Er wird abgeholt und muss das Haus im Anschluss sofort wieder verlassen", so Hofmann. Im konkreten Fall seien die Schilderungen der Beteiligten unterschiedlich. Konflikte ließen sich in der Hartz-IV-Behörde, in der es im Schnitt etwa 200 persönliche Kundenkontakte pro Tag gibt, kaum vermeiden.

Auseinandersetzungen bewegten sich aber meistens auf verbaler Ebene. "Wir haben nicht erst seit dem Vorfall von Neuss ein ganzes Sortiment an Sicherheitsmaßnahmen", sagte Hofmann und berichtete von Deeskalations- und Kommunikationstraining sowie einer speziellen Gestaltung der Wartezonen. Wann und ob etwas passiert, sei nicht kalkulierbar. Hofmann: "Aber jeder Vorfall ist einer zu viel."

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