Jeder zweite Schwertransporter mit Mängeln behaftet

Gießen (pm). Mehr als jeder zweite Großraum- und Schwertransport musste bei zwei vom Regierungspräsidium (RP) koordinierten Sonderkontrollen an Autobahnen und überörtlichen Straßen beanstandet werden.

Gießen (pm). Mehr als jeder zweite Großraum- und Schwertransport musste bei zwei vom Regierungspräsidium (RP) koordinierten Sonderkontrollen an Autobahnen und überörtlichen Straßen beanstandet werden. Auch etwa 60 Prozent der überprüften Gefahrguttransporter seien mit zum Teil erheblichen Mängeln behaftet gewesen, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Unterstützt durch Kreisordnungsbehörden und Polizeipräsidien sowie Kfz-Sachverständige, Zoll und RP-Fachdezernate stellten die Verkehrsexperten bei insgesamt 250 kontrollierten Gütertransporten 127 Gesetzesverstöße fest. Mehr als jede zweite Kontrolle gab demnach Grund zur Beanstandung. Auch die Anzahl der bemängelten Gefahrguttransporte reiht sich in die gegenüber den Vorjahren angestiegene Bilanz ein. Von 63 Fahrzeugen mussten hier 36 beanstandet werden -19 von ihnen sogar derart, dass ihnen an Ort und Stelle die Weiterfahrt untersagt wurde. Zudem leiteten die Beamten 37 Buß- und Verwarngeldverfahren ein.

Anlass dazu gaben zahlreiche Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten, fehlende oder mangelhafte Ladungssicherung, technische Mängel am Fahrzeug oder Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht an Gefahrgütern und Transportfahrzeugen. Etwa acht bis zehn Prozent des Gesamtgüterverkehrs sind mit Gefahrgut auf der Straße unterwegs. Besonders hier richten die Experten ihr Augenmerk auf die gesetzlich vorgeschriebene Kenntlichmachung der Ladung und deren Sicherung.

"Häufig müssen Fahrer die Fahrt unterbrechen und an Ort und Stelle umladen, damit die Ladung ausreichend gesichert ist", erläutert Jürgen Freigang, RP-Gefahrgutexperte. So geschehen auch bei einem mit Seife und Reinigungsmitteln beladenen Fahrzeug aus Thüringen. Dessen Ladung hätte bei einer mittelschweren Bremsung den direkten Weg durch das Führerhaus des Fahrzeugs genommen, was zu einer unmittelbaren Gefahr für die Gesundheit und das Leben des Fahrers hätte werden können. Hier hat RP-Experte Freigang unverzüglich abgeholfen. Nach ausführlicher Belehrung und Berechnung der notwendigen Sicherungsvorkehrungen wurde das Fahrzeug neu verladen. Erst danach durfte der vorher noch ahnungslose Fahrer die Weiterfahrt fortsetzen. Ähnlich erging es dem Fahrzeugführer eines mit vier Tonnen über dem zulässigen Gesamtgewicht beladenen tschechischen Tiefladers (Foto).

Zwei Bagger und mehrere Schaufeln, die nicht nur unzureichend, sondern auch mit defekten Gurten an der Ladefläche befestigt waren, riefen bei den Kontrolleuren Kopfschütteln hervor. Auch hier waren eine unfreiwillige Verladepause und eine Anzeige bei der Polizei Folgen der groben Nachlässigkeit. Immer wieder trafen die Beamten bei ihren Kontrollen auf nicht ausreichend informierte Fahrer. Der Fahrer eines mit 48 Gasflaschen beladenen Fahrzeugs aus Offenbach war von der ordnungsgemäßen Sicherung seiner Ladung überzeugt. Doch die Fachleute hatten auch hier Grund zur Beanstandung. "Allein eine einzelne ungesicherte Gasflasche kann den Verlader 500 Euro, den Fahrzeugführer 300 Euro und den Halter des Fahrzeugs, der nicht für eine entsprechende Ausrüstung des Fahrzeuges sorgt, bis zu 800 Euro Bußgeld kosten", berichtet Freigang. (Foto: pm

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