Januar-Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

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Nürnberg/Gießen/Friedberg (dpa). Winterpause auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Jahresauftakt saisonbedingt im Vergleich zum Vormonat um 196 000 auf 2,406 Millionen gestiegen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mit. Die Nürnberger Bundesbehörde verzeichnete damit die niedrigste Januar-Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Punkte auf 5,3 Prozent.

Nürnberg/Gießen/Friedberg (dpa). Winterpause auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist zum Jahresauftakt saisonbedingt im Vergleich zum Vormonat um 196 000 auf 2,406 Millionen gestiegen. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mit. Die Nürnberger Bundesbehörde verzeichnete damit die niedrigste Januar-Arbeitslosigkeit seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,4 Punkte auf 5,3 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit sei moderat ausgefallen und am unteren Rand der vergangenen Jahre – "sodass wir aus den Zahlen keine negative Prognosen sehen", sagte BA-Chef Detlef Scheele. In den Vorjahren war teils ein Anstieg von 240 000 bis 260 000 Arbeitslosen üblich. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der Jobsucher um 165 000 zurück.

"Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern bleibt auf einem sehr hohen Niveau", sagte Scheele. Bereinigt um saisonale Schwankungen wäre die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 2000 gesunken. "Der Arbeitsmarkt ist trotz konjunktureller Abschwächung gut in das neue Jahr gestartet." Auch in den kommenden Monaten werde die Arbeitslosigkeit weiter sinken – wenn auch nicht mehr ganz so schwungvoll wie 2018.

Wegen der niedrigen Temperaturen ruht vor allem in den Außenberufen – wie im Bau, in Gärtnereien oder in der Landwirtschaft – die Arbeit. Betriebe trennen sich deshalb über den Winter von einem Teil ihrer Belegschaft. Die Zahl der Arbeitslosen etwa im Bau ging den Zahlen nach im Januar um 37 000 nach oben. Auch im Gastgewerbe (+16 000) und im Handel (+14 000) verzeichnete die BA einen merklichen Anstieg. "Hier laufen zum Jahresende viele Arbeitsverträge aus, die für das Weihnachtsgeschäft befristet geschlossen wurden", erklärte Scheele.

Ähnliche Entwicklung in Hessen

Im Januar würden auch weniger Fortbildungen und andere Maßnahmen beginnen. "Damit werden auch mehr Menschen arbeitslos gezählt, die sich sonst in der Unterbeschäftigung befänden", erklärte Scheele. Rechnet man jene Jobsucher hinzu, die derzeit Aus- und Fortbildungen oder Förderkurse absolvieren, gab es im Januar mit 3,291 Millionen rund 900 000 Arbeitslose mehr. Saisonbereinigt ist aber auch diese Zahl rückläufig – sie ging um 222 000 im Vergleich zum Vorjahr zurück. Bei der Bundesagentur waren im Januar zugleich etwa 758 000 offene Stellen gemeldet – 21 000 mehr als vor einem Jahr.

Trotz eines kurzfristigen Anstiegs der Arbeitslosenzahlen im Januar erwartet die Arbeitsagentur eine weiterhin positive Entwicklung in Hessen. Spätestens im März werde sich die Lage wieder entspannen, erklärte der Chef der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, am Donnerstag in Frankfurt. "Unsere Prognosen gehen von einer weiter rückläufigen Arbeitslosigkeit und steigender Beschäftigung aus. Der Arbeitsmarkt bleibt selbst für Geringqualifizierte aufnahmefähig."

Im Januar hatten sich bei den hessischen Arbeitsämtern deutlich mehr Menschen arbeitslos gemeldet als noch im Dezember. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in der Monatsfrist um gut 12 000 auf 156 865 Männer und Frauen. Das waren im besten Januar seit 1992 aber auch rund 10 700 Arbeitslose weniger als ein Jahr zuvor. Hessens Arbeitslosenquote stieg vom Dezember um 0,3 Punkte auf 4,6 Prozent.

Im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen ist die Zahl der Menschen ohne Arbeit gestiegen. Alle Personengruppen waren vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Im Januar waren insgesamt 16 498 Menschen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht gegenüber Dezember einem Anstieg von 1269 Personen. Die Quote erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf nun 4,5 Prozent. Im Januar des Vorjahres waren im Gießener Bezirk 1030 Menschen mehr erwerbslos gemeldet. Damals lag die Quote bei 4,8 Prozent.

"Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bewegt sich im saisonüblichen Bereich", kommentiert Eckart Schäfer, Leiter der Arbeitsagentur Gießen, die aktuellen Zahlen. "Rechnet man die jahreszeitüblichen Effekte heraus, ist der Arbeitsmarkt in der Region unverändert stark. Weltwirtschaftliche Eintrübungen sind den reinen Zahlen nicht zu entnehmen. Im Januar ist die Zahl der Menschen gestiegen, die in der sogenannten Unterbeschäftigung im engeren Sinne registriert waren. Nach dem Zugang von 834 Personen waren es jetzt 23 256. Ein Jahr zuvor waren 1245 Personen mehr verzeichnet. Beim Stellenbestand und –zugang ist im abgelaufenen Monat der hohe Bestand besonders auffällig. Ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, wurde beim Stellenzugang verzeichnet.

Regionale Unterschiede

Arbeitgeber meldeten im Bezirk der Gießener Arbeitsagentur insgesamt 1195 neue Stellen. Dies waren 42 Stellen weniger als im Vorjahrjahresmonat. Bei den Frauen und Männern ist die Anzahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen. Jedoch waren durch witterungsbedingte Einflüsse mehr Männer als Frauen davon betroffen.

Die Anzahl der jungen Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle waren, hat sich im Januar erhöht. 1479 Personen unter 25 Jahren waren registriert. 60 mehr als im Dezember.

Alle drei Landkreise im Bezirk der Arbeitsagentur Gießen, der Landkreis Gießen, der Wetteraukreis und der Vogelsbergkreis, sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar betroffen. Der prozentual stärkste Anstieg wurde im Vogelsberg verzeichnet, nominal im Landkreis Gießen. In der Stadt Gießen gab es einen Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 2595 – nach 2511 im Dezember

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