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Elf Jahre Haft für tödliche Schüsse auf Partnerin

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Gießen/Alsfeld (ti). Elf Jahre Gefängnis wegen Totschlages und Verstoßes gegen das Waffengesetz. So lautet das Urteil im Mordprozess gegen den 48-jährigen Cuma D. aus Alsfeld, der seine 29-Jährige Lebensgefährtin am 22. Januar 2008 in einem Waldstück in Gemünden (Vogelsbergkreis) mit vier Schüssen in Kopf und Bauch tötete.

Gießen/Gemünden/Alsfeld (ti). Elf Jahre Gefängnis wegen Totschlages und Verstoßes gegen das Waffengesetz. So lautet das Urteil im Mordprozess gegen den 48-jährigen Cuma D. aus Alsfeld, der seine 29-Jährige Lebensgefährtin am 22. Januar vergangenen Jahres in einem Waldstück in Gemünden (Vogelsbergkreis) mit vier Schüssen in Kopf und Bauch tötete. Die Fünfte Große Strafkammer des Gießener Landgerichtes sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Mutter seiner drei kleinen Kinder erschossen hatte - nicht aber, dass er dies aus niedrigen Beweggründen oder zum Verdecken einer anderen Straftat tat, wie ursprünglich angeklagt. »Er wollte sie töten«, so der Vorsitzende Richter Bruno Demel in der Urteilsbegründung. Die Motivation des Mannes habe die Kammer in dem neu aufgerollten Prozess jedoch nicht klären können.

Die Indizienbeweise hätten den Angeklagten überführt. Dessen Einlassung ist nach Überzeugung des Gerichtes »in wesentlichen Teilen falsch«. Die Angaben zu seiner Entführung am Tatabend seien »weder in sich schlüssig, noch überzeugend«. Auch inhaltlich sei die ganze Geschichte unglaubhaft. »Das alles macht überhaupt keinen Sinn«, so der Vorsitzende. Dazu komme, dass Cuma D. diese Geschichte beim ersten Prozess erst nach 14 Verhandlungstagen rausgerückt hatte. Das erste Verfahren war im Januar geplatzt, weil sich der in Alsfeld lebende Mann mit seinen Verteidigern überworfen hatte.

Im Wesentlichen belastet werde der 48-Jährige laut Demel durch die am Tatort gefundene Reifenspur. Zwar beweise diese allein nicht, dass der Angeklagte am Tatort war. Zusammen mit weiteren Hinweisen lasse dies aber den Schluss zu, dass sie von seinem Wagen verursacht wurden.

Als weitere belastende Indizien nannte Demel den Reifenwechsel, den Cuma D. am Tag nach der Tat hatte vornehmen lassen und die Tatsache, dass er das Fahrzeug inklusive Radkästen einer gründlichen Wäsche unterzog. Der Kammer war dies »besonders verdächtig« erschienen. Bezüglich den dazu vernommenen Zeugen erklärte der Vorsitzende, »keinen Zweifel an der Richtigkeit dieser Angaben« zu haben. Aus der »Gesamtschau dieser Umstände« habe das Gericht den Schluss gezogen, dass Cuma D. seine »Anwesenheit am Tatort verschleiern wollte«.

Das Opfer hinterließ vier kleine Kinder. Das Jüngste war zum Tatzeitpunkt erst wenige Wochen alt. Eine Tochter hatte die Frau mit in die Beziehung gebracht. Kurz vor ihrem Tod war die 29-Jährige in ein Frauenhaus geflüchtet - offenbar um nach mehreren Trennungsversuchen endgültig ein neues Leben anzufangen.

Verteidiger Frank Richtberg kündigte nach der Urteilsverkündung Revision an. Er hatte am Montag einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert.

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