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Irrtum mit Feuer und Knall

  • Rüdiger Geis
    vonRüdiger Geis
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Ein Blitz, eine Explosion mit Donnergetöse, dann sich schnell ausbreitendes Feuer und dicker schwarzer Qualm: Die Gartenhütte brennt und alle umherstehenden Leute sind zufrieden. Die spektakulärste Szene des Films "Irrtum" ist wie geplant im Kasten.

Ein solches Aufgebot an unterschiedlichen Autokennzeichen hat der Gambacher Friedhofsparkplatz wohl noch nicht gesehen. Aus ganz Hessen sind Nummernschilder vertreten, als der spektakulärste Drehtag der "Low Budget"-Filmproduktion "Irrtum - der Film" in einem Feld an der A5 über die Bühne geht.

Nicht nur die fünf an diesem Tag zum Einsatz kommenden Schauspieler und der Stab mit Kameramann Marcel Luckhaupt, Tonmann Peter Müller und Klappenschläger André Mertens tummeln sich bei sommerlichen Temperaturen auf dem Gelände. Auch fünf Fahrzeuge der Feuerwehr Gambach mit 21 Einsatzkräften, drei Rettungssanitäter mit Fahrzeug und drei Polizeiautos mit neun Beamten in Uniform und von der Spurensicherung sind mitten im Geschehen. Zwei Security-Männer und sechs weitere Helfer sorgen für einen geordneten Ablauf. Denn am Rand der Dreharbeiten haben sich auch gut 120 Schaulustige eingefunden, um dem ungewöhnlichen Treiben zuzusehen.

Vier Stunden Vorbereitung

Mitten drin im Trubel: Frank Schraml. Er instruiert das Team hinter der Kamera, dirigiert die Einsatzfahrzeuge. Ruhender Pol im Gewusel von Dutzenden Filmbeteiligten ist Dieter Nicolai, stellvertretender Wehrführer der Gambacher Feuerwehr und an diesem Tag auch der veranwortliche Pyrotechniker. Ohne Hektik füllt er seine sieben Ballons mit jeweils einen Meter Durchmesser, in denen später ein Gasgemisch zur Explosion gebracht wird. Er nimmt sich sogar Zeit, mit einem kleinen Ballon die Wirkung zu demonstrieren. Der Knall ist fast ohrenbetäubend und sorgt dafür, dass sich mancher für den späteren großen Rumms doch sicherheitshalber einen Papiertaschentuchpfropfen in die Gehörgänge stopft.

Dann, nach rund vier Stunden Vorbereitungszeit, ist es endlich so weit, zwei Kameras am Boden und fünf Drohnen fangen das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven ein: Die beiden Kommissare flüchten aus der Hütte, springen, werfen sich auf die Rasenfläche und beißen zumindest bildlich ins Gras. Eine Stichflamme und ein Riesenknall folgen. Teile des Daches und der Wände fliegen in die Luft, die in 90 Stunden Arbeit extra aufgebaute Hütte fängt Feuer. Schwarzer Qualm wälzt sich gen Himmel.

Dann ertönen Martinshörner. Polizeifahrzeuge und Feuerwehrautos rasen heran, Uniformierte sichern den Tatort, während die Brandbekämpfer Schläuche entrollen und die brennende Hütte löschen. 1500 Liter Wasser im Tankfahrzeug müssen dafür reichen - und tun es auch. Die beiden Kommissar-Darsteller haben sich mittlerweile aus dem Gefahrenbereich gerollt. "Mit der Zeit wurde es doch ein bisschen heiß", meinte Schramls Co-Ermittler Riccardo "Richie" Conte. Der Regisseur und Hauptdarsteller selbst ist rundum zufrieden. "Aufbau, Abbau, Drehverlauf, die Begeisterung der Leute - das ist alles top, alles vorbildlich abgelaufen", sagt Schraml. Auch die Explosion selbst sei optisch perfekt eingefangen worden.

Die Szene wird später im zweiten Teil des Films auftauchen. Für den ersten Teil, der ebenfalls bei 90 Minuten Spieldauer liegen soll, hat Schraml die Premiere auf den 20. Dezember im Dolce-Theater Bad Nauheim terminiert. Weitere Kinos haben schon Interesse an dem Krimi angemeldet.

Bisher hat das Team um den quirligen Macher Schraml 34 Drehtage absolviert. Zehn weitere werden noch folgen - unter anderem mit Aufnahmen in einem Privatjet und einer Hubschrauberverfolgung.

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