200 Infizierte nach Gottesdienst

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Wiesbaden- Nach einem Gottesdienst einer Freikirche in Frankfurt am 10. Mai sind bis Donnerstag 200 Menschen aus dem Umfeld der Gemeinde positiv auf Covid-19 getestet worden. Von ihnen wohnten 57 in Frankfurt, die übrigen lebten in sieben umliegenden Landkreisen, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats. Derzeit würden neun Menschen in Krankenhäusern stationär behandelt, in einem Fall intensivmedizinisch.

Am vergangenen Wochenende waren die Infektionen in der Evangeliums-Christen-Baptisten-Gemeinde bekannt geworden. Ein Sprecher der Gemeinde hatte damals erklärt, es seien alle Auflagen für Gottesdienste eingehalten worden. In einem Anfang der Woche veröffentlichten Informationsschreiben war allerdings von Gemeindegesang die Rede. Auch Nase-Mund-Masken wurden offenbar nicht getragen. Insgesamt sind nach Angaben des Gesundheitsdezernats in Frankfurt in den vergangenen sieben Tagen 51 Neuinfektionen aufgetreten. Neuinfektionen träten derzeit vor allem dort auf, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen, hieß es. So waren in der vergangenen Woche Dutzende von Infektionen in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge gemeldet worden.

Hilfen für Vereine:Hunderte von der Corona-Krise gebeutelte Vereine in Hessen hoffen auf finanzielle Hilfe durch das Land. Es seien rund 600 Anträge zur Vereinshilfe in den verschiedenen Ressorts der Landesregierung eingereicht worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Wiesbaden. Gemeinnützige und auf ehrenamtlicher Basis geführte Vereine können seit dem 1. Mai Hilfen von bis zu 10 000 Euro des Programms "Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit" beantragen. Laut Innenministerium befinden sich 423 Anträge derzeit noch in der Bearbeitung. 139 Eingaben wurden bereits geprüft und 69 bewilligt. "Bisher wurden Mittel in Höhe von mehr als 350 000 Euro ausgezahlt", sagte der Sprecher.

Erleichterung für Gastronomie:Der Hotel- und Gaststättenverband hat das Ende der umstrittenen Fünf-Quadratmeter-Regel in Hessen begrüßt. "Wir sind sehr erleichtert, dass dieses Hemmnis von der Gastronomie genommen ist", sagte DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Julius Wagner am Donnerstag in Wiesbaden. Die Landesregierung habe schnell reagiert. Die Lange bleibe aber prekär, da die Kapazitäten im Gastgewerbe durch die weiterhin geltenden Abstandsregelungen noch immer "stark reduziert" seien. Die strenge Vorgabe, wonach in Restaurants, Cafés und Kneipen nur ein Gast pro fünf Quadratmeter Fläche erlaubt ist, war am Dienstag gestrichen worden.

Infektionszahlen:Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Coronavirus hat sich in Hessen um 55 erhöht. Das entspricht fast genau dem Niveau des Vortags. Demnach gab es am Donnerstag (Stand 14 Uhr) 9915 Fälle, wie das Sozialministerium in Wiesbaden erklärte. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit Covid-19 gebracht wird, liegt nun bei 471, fünf Fälle mehr als am Mittwoch. In der Statistik des Ministeriums werden nur Fälle erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine Datenbank eingegeben wurden.

"Rechtsbruch":Einen "systematischen Rechtsbruch" hat die Verbraucherzentrale Hessen der Luftverkehrsbranche vorgeworfen. Die Fluggesellschaften verzögerten seit geraumer Zeit die Erstattung stornierter Tickets, berichtete der Verband am Donnerstag in Frankfurt. In der Zentrale häuften sich die Beschwerden von Verbrauchern, die keine Auskünfte erhielten und hingehalten würden. Viele fühlten sich als Opfer einer "Verzögerungstaktik".

"Wir beobachten aktuell einen systematischen Rechtsbruch quer durch die Luftverkehrsbranche", sagte Verbraucher-Anwalt Peter Lassek. "Eine Rückzahlung bieten Airlines entweder gar nicht oder nur sehr versteckt als eine von vielen Möglichkeiten an, wie etwa Umbuchung oder Gutschein. Kunden, die auf ihrem Zahlungsanspruch bestehen, brauchen einen langen Atem. Das ist besonders unverständlich, wenn Unternehmen gleichzeitig massive staatliche Unterstützung erhalten."

Die Zentrale rät betroffenen Verbrauchern, die Rückzahlung schriftlich und mit einer zweiwöchigen Frist einzufordern. dpa

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