Am Frankfurter Flughafen sind im Februar die Passagierzahlen weiter zurückgegangen. Die Coronavirus-Krise hat ihren Höhepunkt aber noch nicht erreicht. FOTO: DPA
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Am Frankfurter Flughafen sind im Februar die Passagierzahlen weiter zurückgegangen. Die Coronavirus-Krise hat ihren Höhepunkt aber noch nicht erreicht. FOTO: DPA

Infektionen in Hessen verdoppelt

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Innerhalb von 24 Stunden hat sich die Zahl der Coronavirus-Fälle in Hessen verdoppelt. Vom Land gibt es jetzt klare Ansagen zur Absage von Veranstaltungen. Kommen auch Schulschließungen?

Wegen des Coronavirus will Hessen die Absage von Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern anordnen. Das kündigte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Donnerstag an. Zuvor hatte das Bundesland den Kommunen lediglich empfohlen, solche Veranstaltungen abzusagen. Schulen und Hochschulen in Hessen bleiben aber geöffnet. Von Lehrerverbänden gab es am Donnerstag jedoch erste Stellungnahmen zu möglichen Schließungen - eine zeitnahe und landesweite Entscheidung wurde angemahnt.

Die neue Anweisung des Sozialministeriums betrifft vor allem Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Messen und Hauptversammlungen von Unternehmen und gilt Klose zufolge zunächst bis zum 10. April. Es werde dabei nicht zwischen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und unter freiem Himmel unterschieden, sagte der Minister in Wiesbaden. Rechtliche Grundlage dafür sei das Infektionsschutzgesetz. Regressansprüche von Veranstaltern entstünden aus der Weisung erst mal keine.

Unterdessen hat sich die Zahl der bestätigten Infektionen in Hessen verdoppelt. Bis Donnerstagnachmittag waren nach Angaben des Sozialministeriums in Wiesbaden 91 SARS-CoV-2-Fälle bestätigt. Bis Mittwochnachmittag waren es 48 Fälle gewesen. So gab es sieben neue Fälle in Frankfurt, wo nun 15 Infektionen bestätigt sind. Der Main-Kinzig-Kreis meldete zudem wenig später neun neue Infektionen. Laut Ministerium gab es zudem fünf neue Fälle in Wiesbaden und sechs im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, in dem zuvor noch keine Krankheitsfälle aufgetreten waren.

"Alle erkrankten Personen weisen aktuell milde Verläufe mit keinen oder leichten Symptomen auf", hieß es. Eine stationäre Aufnahme trotz keiner oder nur milder Symptome werde in Betracht gezogen, wenn die Wohnsituation der Person eine häusliche Absonderung nicht oder nur schwer zulässt.

Aufgrund von Coronavirus-Fällen ist seit Donnerstag eine städtische Kindertagesstätte in Wiesbaden geschlossen. Wegen zweier Verdachtsfälle im Wetzlarer Stadtteil Dutenhofen sind dort seit Donnerstag eine Kindertagesstätte und eine Grundschule bis auf Weiteres geschlossen.

Philologenverband will Entscheidung

Der Hessische Philologenverband forderte das Kultusministerium zu einer zeitnahen und hessenweiten Entscheidung auf, ob es zur Eindämmung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu Schulschließungen kommt. "Schulschließungen werden mit Härten für alle Beteiligten, also für Schüler, Eltern und Lehrkräfte, verbunden sein", hieß es in einer gestern veröffentlichten Stellungnahme des Verbands. "Wir brauchen jetzt aber gesamtgesellschaftliche, solidarische Anstrengungen im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus." Aufgrund der Entwicklung der letzten Tage sehe der Philologenverband die Sorgen bestätigt und erinnere an die besondere Fürsorgepflicht des Landes Hessen dem Schulpersonal und den Kindern gegenüber.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) lehnt deutschlandweite Schließungen von Schulen und Kindergärten zur Eindämmung des Coronavirus ab. "Ein Punkt ist doch: Wenn Kindergärten und Grundschulen schließen, wo kommen die Kinder dann hin? Zu Oma und Opa, zu genau der Gruppe, die am höchsten gefährdet ist", sagte er der "Bild"-Zeitung am Donnerstag.

Frankfurt sagt wegen des Coronavirus alle zentralen städtischen und großen kulturellen Veranstaltungen vorerst ab. Betroffen seien alle Veranstaltungen in der Oper Frankfurt, im Schauspiel sowie der Alten Oper und im Mousonturm, teilte die Stadt mit.

Auswirkungen hat die Sorge vor einer Verbreitung des Coronavirus auch auf eine für Freitag geplante Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Darmstadt. In den beiden geplanten Ausweichquartieren würden insgesamt noch rund 800 bis 900 Menschen erwartet, sagte ein Sprecher der Stadt.

Corona-Krise trifft Fraport hart

Vom Roten Kreuz soll es kurze Medizinchecks geben, auch Möglichkeiten zur Desinfektion würden bereitgestellt. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, würden separat untergebracht.

Die Angst vor dem Coronavirus schlägt auch am Frankfurter Flughafen immer stärker durch. Im Februar zählte der Betreiber Fraport mit 4,4 Millionen Passagieren rund vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In der letzten Februarwoche bis 1. März habe der Rückgang bereits 14,5 Prozent betragen, teilte das Unternehmen gestern in Frankfurt mit. "Diese negative Dynamik hat sich in der ersten Märzwoche sogar verstärkt." Wegen des Einreiseverbots für Europäer dürfte nun auch der Flugverkehr in die USA einbrechen.

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