Infektionen in Fußball-Teams

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In Hessen ist die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen binnen eines Tages um 103 Fälle gestiegen. Damit gibt es mittlerweile zusammengezählt 16 603 bestätigte Fälle im Bundesland, wie das Sozialministerium am Freitag mitteilte.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 in Hessen blieb mit 537 unverändert. Der Landkreis Groß-Gerau zählte die meisten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Ministerium am Freitag bei 25,4 Fällen. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 20 gelten in Hessen unter anderem eine erhöhte Aufmerksamkeit und ein erweitertes Meldewesen.

Unterdessen meldete der Main-Kinzig-Kreis einen Corona-Ausbruch im Umfeld von Fußballmannschaften aus dem Raum Gelnhausen. Nach zwei Infektionsfällen aus einem Fußballverein am Vortag seien zwei weitere positive Befunde aus Laboren übermittelt worden, teilte der Kreis mit. Zudem hätten umfangreiche Testungen von Kontaktpersonen begonnen. Erst zu Beginn kommender Woche rechne das Gesundheitsamt mit den Ergebnissen. Bis Freitagnachmittag sei eine Liste mit weit über 100 Kontaktpersonen zusammengestellt worden, die häuslich isoliert und nun getestet würden, darunter auch 16 Schüler sowie zwei Lehrkräfte der Beruflichen Schulen Gelnhausen.

Beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist die Erholung der Passagierzahlen im August nur leicht vorangekommen. Auch wegen neuer Reisewarnungen für wichtige Urlaubsregionen lag die Zahl der Fluggäste an Deutschlands größtem Airport sowie an den Fraport-Flughäfen im Ausland erneut nur bei einem Bruchteil des Vorjahresniveaus, wie das MDAX-Unternehmen am Freitag in Frankfurt mitteilte. Im Vergleich zum Juli verbesserte sich die Lage etwas.

Leichte Besserung am Flughafen

So zählte Fraport am Flughafen Frankfurt im August gut 1,5 Millionen Passagiere und damit 78,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das waren rund 200 000 Fluggäste mehr als im Juli, als der Rückgang im Jahresvergleich bei 81 Prozent gelegen hatte. Im April, Mai und Juni hatte das Minus sogar mehr als 90 Prozent betragen. Da das Unternehmen seit Ausbruch der Corona-Pandemie wöchentliche Zahlen zum Frankfurter Flughafen veröffentlicht, liefern die Monatsdaten keine große Überraschung mehr. Sie zeigen aber deutlich, wie stark die Krise den Konzern belastet.

Bei den Auslandsflughäfen des Konzerns blieben die Rückgänge im August fast überall sehr hoch - etwa in Peru und Brasilien, aber auch im türkischen Antalya und in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana. Am Fraport-Flughafen in Perus Hauptstadt Lima betrug der Rückgang 95,4 Prozent. Am Flughafen im chinesischen Xi’an, an dem Fraport mit 24,5 Prozent beteiligt ist, fiel der Rückgang mit 18,7 Prozent deutlich niedriger aus. Im russischen St. Petersburg belief sich das Minus im Jahresvergleich noch auf 31,4 Prozent.

Nachdem der Passagierverkehr wegen der weltweiten Reisebeschränkungen seit Ende März weitgehend zusammengebrochen war, hatte das Auswärtige Amt die Reisewarnungen für die meisten EU-Mitgliedsstaaten, den Schengen-Raum und Großbritannien zum 15. Juni aufgehoben. Allerdings wurden inzwischen wieder Reisewarnungen für einige wichtige Urlaubsregionen verhängt, darunter ganz Spanien sowie Teile Frankreichs und Kroatiens. Branchenvertreter erwarten, dass der Passagierverkehr erst in einigen Jahren wieder das Niveau aus der Zeit vor der Coronavirus-Pandemie erreichen wird.

Gaststättenverband fordert mehr Hilfen

Hessens Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA fordert nachdrücklich weitere Hilfen für die Branche im Kampf gegen die enormen Einbußen durch die Corona-Pandemie. "Die Überbrückungshilfen des Bundes kommen bei der Breite der Unternehmen des Gastgewerbes überhaupt nicht an", sagte Präsident Gerald Kink der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. "Hier wurde ein Programm an der Wirklichkeit der Bedürfnisse und der Strukturen vieler Hotels und Gastronomiebetriebe vorbei kreiert." Wenn es einen ernst zu nehmenden politischen Willen zur Rettung der Unternehmen in Hotellerie und Gastronomie gebe, dann müssten die Überbrückungshilfen auf Bundesebene grundlegend neu gefasst werden, mahnte Präsident Kink.

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