Dannenröder Wald
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Die Polizei im Einsatz im Dannenröder Wald.

„Gewaltlosigkeit führt zu Waldlosigkeit“

Dannenröder Forst: Auf „indymedia“ wird zu Gewalt gegen Polizisten aufgerufen

  • vonSebastian Richter
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In einem Artikel auf der linksextremen Plattform wird gefragt, wieso Polizisten ungestört ihrer Arbeit nachgehen können – und Ratschläge gegeben, was dagegen getan werden kann.

  • Ein Artikel auf indymedia ruft zu mehr Gewalt bei den Protesten im Dannenröder Forst auf.
  • Dabei werden explizit Möglichkeiten genannt, die gewaltbereite Aktivisten für sich nutzen können.
  • Außerdem werden Leser aufgerufen, sich den Protesten im Dannenröder Forst anzuschließen.

Dannenröder Forst – Jeder kann auf der Website indymedia Artikel veröffentlichen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Schon Mitte Oktober tauchte dort ein Bekennerschreiben auf, dass einen Aufgriff auf ein Polizeiauto direkt mit den Protesten im Dannenröder Forst in Verbindung brachte. Damals hieß es, der „Tag X“ sei gekommen und diese Tat als „letzte Warnung“ zu verstehen. Am 14. November ging ein neuer anonymer Artikel online, der unter dem Slogan „Gewalt statt Asphalt“ zur Verteidigung der Dannenröder Waldbesetzung aufruft.

Dannenröder Forst: Nicht genug erfahrene Protestler

Im Artikel wird zunächst die Situation der Waldbesetzung aus Sicht des Autoren beschrieben. „Die Bullen [können] unser Zuhause leider noch relativ ungestört zerstören“, heißt es. Zwar fliegen ab und zu Steine oder „Scheißeeimer“, aber koordinierte Angriffe seien selten. Ein Vergleich zum Hambacher Forst wird gezogen, welcher laut dem Text durch Angriffe autonomer Gruppen auf „Bullen mit Zwillen, Silvesterraketen und heftigerem“ verteidigt werden konnte. Sowas fehle im Dannenröder Forst.

Der Autor sieht den Grund dafür darin, dass es nicht genügend Personen mit Erfahrung in solchen Bereichen gebe. Viele würden sich auch einfach nicht trauen, Gewalt gegen Polizisten einzusetzen. Aber auch sie sollen langsam merken, dass der Wald nicht ohne „wirksame Militanz“ gerettet werden könne.

Dannenröder Forst: Artikel erklärt Vorteile zum Protest im Wald

Wie genau diese „wirksame Militanz“ umgesetzt werden kann, wird im Artikel in einer fünf Punkte fassenden Liste beschrieben, die sich vor allem auf die Möglichkeiten des Protests in Waldgebieten konzentriert. Die Vorteile liegen dabei in der Anonymität: Die Polizei kenne hier „die Szene“ nicht, es gebe keine „Überwachungskameras an jeder Ecke“ und niemand wundere sich über voll vermummte Personen. Zudem sei es leichter, sich zu vor der Polizei verstecken oder vor ihr davonzulaufen. Gerade die Flucht vor Beamten gestalte sich im Wald einfacher: Sobald man einen Vorsprung gewonnen habe, würden Polizisten von einer Verfolgung absehen. Alleine deshalb, weil man nie wissen könne, wer sich hinter dem nächsten Baum verstecke. „Und solchen Ängsten Nahrung zu geben, kann ein richtig schönes Hobby werden...“

Zudem nennt der Autor oder die Autorin des Textes „interessante Ziele“ wie Bau- und Rodungsmaschinen, „ziemlich viel teuren Scheiß“. Auch die Verleihfirmen der Geräte werden erwähnt. Die Unternehmen sind „vielleicht ja auch bei euch in der Nähe...“, wie es in dem Text heißt. Wofür der „teure Scheiß“ als Ziel dienen könnte, wird nicht genauer erläutert. Zum Schluss des Artikel wird dazu aufgerufen, zum Dannenröder Forst zu fahren und der Polizei zu zeigen, „was Krawalltourismus wirklich bedeutet“. (spr)

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