Impfvordrängler in Lahnaus Kreisverwaltung?

  • vonSebastian Schmidt
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Wetzlar/Lahnau - Im Impfzentrum Lahnau waren im Rahmen von Probeläufen 60 Mitarbeiter der Kreisverwaltung und 17 Angehörige gegen das Coronavirus geimpft worden, wie Landrat Wolfgang Schuster (SPD) gegenüber der »Wetzlarer Neuen Zeitung« zugab. Nicht jeder der 77 geimpften Personen soll aber zur ersten Priorisierungsgruppe gehört haben. Von den Mitarbeitern der Kreisverwaltung arbeiten laut Schuster 21 im Impfzentrum und seien deswegen rechtmäßig geimpft worden.

19 weitere Personen seien hingegen als »wichtige Funktionsträger« ausgewählt und geimpft worden. Diese Mitarbeiter arbeiten in der zentralen Leitstelle des Landkreises, gehören aber nicht der ersten Impfgruppe an, wie die WNZ berichtet.

Vier Mitarbeiter dieser Gruppe würden aktiv im Rettungsdienst arbeiten. 16 weitere Geimpfte seien im Katastrophenschutz und der Brandaufsicht tätig, vier arbeiten für das Gesundheitsamt.

Nur acht Personen der ersten Priorität

Von den 17 Angehörigen zählen nur acht Personen zur ersten Priorität. Die Frage der »Wetzlarer Neue Zeitung«, ob auch die Ehefrau des Verwaltungsdirektors geimpft worden sei, wurde mit Verweis auf die ärztliche Schweigepflicht nicht beantwortet.

Landrat Schuster räumt gegenüber der Zeitung ein: »Die Impfung der insgesamt neun Personen mit zu geringer oder keiner Priorität war im Ergebnis ein Fehler.«

Der Einsatzbefehl des Landes vom 1. Dezember 2020 habe aber nicht festgelegt, wie die Testpersonen ausgewählt werden müssen. Die »Wetzlarer Neue Zeitung« berichtet weiter, dass im Probebetrieb insgesamt 496 Menschen gegen das Virus geimpft wurden. Davon gehörten 454 zur ersten Priorität und 37 verteilten sich auf die Prioritäten zwei und auch drei.

Ein Drittel der Mitarbeiter und Bewohner der Altenheime im Kreisgebiet haben bis heute keine Impfung erhalten. seg

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