Bei Biontech in Marburg laufen derzeit unter Hochdruck die Umbauarbeiten, um rasch in die Produktion des Corona-Impfstoffs einzusteigen. 	FOTO: NADINE WEIGEL
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Bei Biontech in Marburg laufen derzeit unter Hochdruck die Umbauarbeiten, um rasch in die Produktion des Corona-Impfstoffs einzusteigen.

Corona-Krise

Biontech-Impfstoff aus Marburg im Februar

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Das Biontech-Werk in Marburg bereitet sich auf die Herstellung des Corona-Impfstoffs vor. Die Umbauarbeiten an der Produktionsanlage sind in vollem Gange. Im Februar soll die Produktion starten. Dieser Schritt ist über die Region hinaus von großer Bedeutung.

Marburg - Die Firma Biontech plant, noch im Februar die Produktion von Corona-Impfstoff in Marburg aufzunehmen. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage der »Oberhessischen Presse« (OP). Derzeit laufen Umbauarbeiten an der Produktionsanlage. »Die Anpassung der Anlagen ist in vollem Gange«, teilte eine Sprecherin mit. Die seit Monaten laufenden Vorbereitungen für den Produktionsstart liegen laut Biontech im Zeitplan.

Der Start der Marburger Impfstoff-Produktion hat Bedeutung für ganz Deutschland und darüber hinaus. Die Impfungen gegen das Coronavirus können bisher nur langsam anlaufen, weil zu wenig Impfstoff verfügbar ist. Deshalb hofft auch die Bundesregierung auf einen raschen Beginn der Produktion in Marburg. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag gesagt, es gebe die berechtigte Hoffnung, dass der Hersteller Biontech in seiner geplanten Produktionsstätte in Marburg Ende Februar oder im März starten könne. Dies würde für Biontech und seinen Partner Pfizer die Möglichkeiten »sehr stark« erhöhen.

Biontech-Impfstoff aus Marburg im Februar: Aufbau in Rekordzeit

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte gestern zum geplanten Produktionsstart in Marburg: »Das führt zu früheren Lieferungen bestellter Dosen.« Der Aufbau einer solchen Produktionsstätte dauere normalerweise ein bis zwei Jahre, in Marburg geschehe dies in Rekordgeschwindigkeit, hob Spahn hervor. »In diesem Fall wären es dann wenige Monate.«

Weitere Hoffnung auf eine Linderung der Impfstoff-Knappheit kam gestern aus Brüssel - die Europäische Kommission erteilte die Zulassung für einen Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna. Damit wird der Impfstoffnachschub in Zukunft nicht mehr allein von Biontech abhängen. Biontech will zusammen mit seinem Partner Pfizer in diesem Jahr weltweit bis zu 1,3 Milliarden Impfstoffdosen herstellen. Pfizer produziert in den USA und in Belgien, Biontech bisher nur in kleinem Umfang in Mainz. Ziel von Biontech ist es, am Standort Marburg bereits im ersten Halbjahr 250 Millionen Impfdosen herzustellen, später bis zu 750 Millionen Impfdosen pro Jahr. Das bestätigte das Unternehmen der OP. Dafür hatte Biontech Mitte September die No-vartis Manufacturing GmbH im Marburger Industriepark Behringwerke übernommen. Aus Sicht von Biontech bietet das Marburger Werk ideale Voraussetzungen für die Produktion des Corona-Impfstoffs, auch wegen der 300 hochqualifizierten Mitarbeiter.

Biontech-Impfstoff aus Marburg im Februar: Abschließende Genehmigung nötig

Bei den Umbauarbeiten geht es nun unter anderem um ein neues Auslassrohr, also eine Art Schornstein. Das Regierungspräsidium Gießen hat die Pläne am 18. Dezember »vorläufig zugelassen«, bestätigte der stellvertretende Pressesprecher des Regierungspräsidiums, Thorsten Haas, der OP. Mit dieser vorläufigen Zulassung könne Biontech alle für den Bau der Anlage erforderlichen Bauarbeiten vornehmen, teilte Haas mit. »Voraussetzung für die Produktion ist jedoch die Erteilung der abschließenden Genehmigung«, erklärte Haas. Die muss das Unternehmen nach Abschluss des Umbaus beantragen - das Regierungspräsidium verspricht aber: »Das Genehmigungsverfahren wird entsprechend den Vorgaben so schnell wie möglich fortgeführt.«

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