Zugelassen und vorbereitet: Der Corona-Impfstoff des Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer wird ab dem Wochenende in Hessen zum Einsatz kommen. FOTO: DPA
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Zugelassen und vorbereitet: Der Corona-Impfstoff des Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer wird ab dem Wochenende in Hessen zum Einsatz kommen. FOTO: DPA

Impfstart am Sonntag

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Direkt nach Weihnachten geht es los mit den Corona-Impfungen in Hessen. Dann läuft die größte Impfaktion des Landes an. Die ersten Dosen sind für Altenheime und Krankenhäuser reserviert. Bis alle Impfzentren in Betrieb gehen, wird es aber noch eine Weile dauern.

Es ist eine logistische Herausforderung mit einigen Unbekannten: Am Sonntag soll in Hessen die große Corona-Impfaktion anlaufen. Nach der EU-Genehmigung für den Biontech-Impfstoff diese Woche ist inzwischen etwas klarer, wann und mit wie vielen Impfdosen gestartet werden kann. Beim mittel- und langfristigen Plan hängt jedoch vieles davon ab, wann weitere Chargen geliefert werden können und ob bald ein weiterer Impfstoff zur Verfügung steht, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) und Innenminister Peter Beuth (CDU) gestern in Wiesbaden erläuterten.

?Wie und wann geht es los mit den Impfungen?

In einem ersten Schritt bekommt das Land voraussichtlich am Samstag knapp 10 000 Impfdosen geliefert. Die Hälfte dieser Einheiten sollen dann ab Sonntag verimpft werden. Die übrigen 5000 Dosen würden gemäß einem bundeseinheitlichen Verfahren zunächst zwischengelagert, um in jedem Fall die wichtige zweite Impfung sicherzustellen, erläuterte Beuth.

?Wer wird denn zuerst geimpft?

Da besonders ältere Menschen von einem schweren Verlauf von Covid-19 bedroht sind, wird mit den Impfungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen begonnen. Die Bewohner und Mitarbeiter werden dafür von den mobilen Impfteams der Impfzentren besucht. Hessenweit leben nach Angaben des Ministers rund 112 000 Menschen in Alten- und Pflegeheimen, rund 15 000 arbeiten in medizinischen Einrichtungen. Daneben kommt medizinisches Personal auf Covid-Intensivstationen in Krankenhäusern zuerst dran. Ganz zu Beginn stehen pro Landkreis und kreisfreier Stadt nur sehr wenige Impfdosen zur Verfügung.

?Was bedeutet dies beispielsweise für Frankfurt?

Für Frankfurt ständen zum Start 300 Impfdosen für Alten- und Pflegeheime bereit, sagte Beuth. Darüber hinaus bekomme die Uni-Klinik 150 Einheiten.

?Wie geht es anschließend weiter?

Beuth zufolge hat der Bund weitere Lieferungen noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Dabei handele es sich um eine Größenordnung für Hessen von weiteren fast 100 000 Impfdosen. Sobald Impfstoff in ausreichendem Maße vorhanden ist und ein Großteil der Menschen in den Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern im Land geimpft ist, sollen voraussichtlich Mitte bis Ende Januar in einer nächsten Phase sechs zentrale Impfstellen in Hessen öffnen - in Kassel, Gießen, Fulda, Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt. Schrittweise und bei noch mehr Impfstoff sollen dann die restlichen 22 Impfzentren hochgefahren werden.

?Wer zählt noch zu priorisierten Gruppen?

Zur höchsten Priorität zählen auch die Mitarbeiter der Rettungsdienste und der ambulanten Pflegedienste sowie alle Menschen ab dem 80. Lebensjahr, die nicht in den Alten- und Pflegeeinrichtungen geimpft wurden. Insgesamt zählt die erste Gruppe nach der Impfverordnung des Bundes in Hessen rund 567 000 Männer und Frauen.

?Wie bekommt man einen Impftermin?

Menschen, die in die höchste Priorität fallen, haben mit der Öffnung der ersten sechs regionalen Impfzentren die Möglichkeit, persönliche Termine über eine bundesweit einheitliche Hotline sowie ein Anmeldeportal im Internet zu vereinbaren. Sozialminister Klose betonte, Impfstoffe gehörten zu den am sorgsamsten geprüften Medikamenten. "Der Impfstoff bietet uns allen die erhoffte Perspektive auf den Ausweg aus der Pandemie."

?Wie lange dauert die Aktion insgesamt?

Wenn alle 28 Impfzentren im Vollbetrieb sind, können den Angaben zufolge täglich etwa 30 000 Schutzimpfungen vorgenommen werden. "Wir sind angewiesen auf die Lieferungen des Bundes", betonte Beuth. Die Frage nach der Gesamtdauer der Impfaktion könne daher nicht seriös beantwortet werden.

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