Relaxen unter Bäumen im Schlosspark Fasanerie.
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Relaxen unter Bäumen im Schlosspark Fasanerie.

Immer wieder schön in der Rhön

  • Annette Spiller
    vonAnnette Spiller
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Es gibt Gegenden, von denen man nicht genug bekommen kann. Die Rhön gehört dazu. Weil man Bekanntes gerne wiedersieht, immer wieder Neues kennenlernt. Ein Fahrplan für einen entspannten Tag mit Natur, Kultur und kulinarischen Genüssen.

Wenn es gut läuft, ist man je nach Wohnort in unserem Verbreitungsgebiet in einer bis eineinhalb Stunden da. Feste Schuhe, ein Rucksack und ein Picknick sollten auf einer Tagestour in die Rhön nicht fehlen. Los geht’s!

Schloss Fasanerie- Die Führung im Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda ist vorgebucht. Das ursprünglich nach Fürstabt Adolph von Dalberg aus Fulda als Schloss Adolphseck bezeichnete Gebäude aus dem 18. Jahrhundert wird laut Flyer von der Museumsverwaltung als Hessens schönstes Barockschloss bezeichnet. Glaubt man sofort. Gemäß Corona-Vorschriften dürfen zehn Personen mit auf die Zeitreise durch das hochherrschaftliche Gebäude. 1816 ging die Provinz Fulda an das Kurfürstentum Hessen, und das Schloss diente bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommersitz. Zwischenzeitlich von Preußen enteignet, wurde es 1878 wieder an Landgraf Friedrich Wilhelm von Hessen-Kassel übergeben und bis 1918 bewohnt. Heute gehört das Anwesen der Hessischen Hausstiftung. Das Museum stellt seit 1972 einen großen Teil der Kunstsammlung des Hauses Hessen aus. Auf der Tour wird fürstliche Wohnkultur mit wertvollem Mobiliar, funkelnden Kronleuchtern und kostbaren Stoffen gezeigt. Der etwa 75 Minuten lange Rundgang durch Säle und Wohnräume sowie die Bibliothek vergeht bei spannenden Geschichten wie im Flug. Und am Ende wissen wir auch, warum sich auf den Dachfirsten nicht nur eine goldene Ananas befindet... Um Anmeldung wird gebeten, Maske ist Pflicht. Dienstags bis sonntags und an Feiertagen finden zwischen 10 und 17 Uhr stündlich Führungen statt. Sonntags um 14.30 Uhr kann man zudem eine Führung durch die Porzellansammlung buchen.

Schlosspark- Beschwingt geht es in den weitläufigen Schlosspark - ein englischer Landschaftspark mit Skulpturen, Pavillons, alten Bäumen, Naturrefugien und verschlungenen Pfaden. Der Park ist täglich geöffnet, Eintritt frei. Führungen für Gruppen und nach Vereinbarung. Wer einen Kaffee oder Imbiss unter Bäumen einnehmen möchte, kann ihn am Postenhaus im Biergarten kaufen, sich in den Hof setzen oder zu den Liegestühlen mitnehmen. Wer schon mehr Appetit hat, findet auf der Freiterrasse des Schlossrestaurants mit Traumblick in den Park eine stilvolle Location.

Krenzers Rhön- Wenn wir schon beim Essen und Trinken sind: Um Rhöner Spezialitäten kennenzulernen, ist ein Abstecher zur Familie Jürgen Krenzer in Ehrenberg-Seiferts angeraten, über die B458 eine rund halbstündige Fahrt ab Fasanerie. Der Apfelwinzer mit Schaukelterei, Laden, Hotel, Restaurant und Schäferwagenwiese ist eine Marke, steht für Produkte mit und aus der Region. Im Laden kann man täglich zwischen 9 und 18 Uhr sortenreine Apfelweine, Apfelsherry und Seccos verkosten. Coronabedingt nur sonntags (12 oder 14 Uhr, mit Reservierung) gibt es auch für externe Gäste im Lokal Typisches aus der Rhön und dem Familienrezeptbuch, Krautpfanne mit Lamm etwa, Apfelwein natürlich, selbst gebrautes Bier oder hausgemachten Kuchen.

Rotes Moor- Jetzt wollen wir aber laufen. Nur zehn Minuten von Ehrenberg rollen wir auf den Parkplatz Rotes Moor. Von hier aus ist es nicht weit zum Ziel. Verwunschen schlängelt sich der Bohlenpfad durch die Waldlandschaft mit Karpatenbirken und bewachsenem Untergrund aus Besenheide, Heidel- und Rauschbeeren. Vom Aussichtsturm blickt man auf die ehemalige Abtorfungsfläche des größten Hochmoores in Hessen, wichtiger Bestandteil des UNESCO-Biosphärenreservates. Wer gerne Tiere beobachtet, hat zu allen Tageszeiten Gelegenheit dazu: Im Naturschutzgebiet gibt es 36 Säugetierarten, 122 Vogel- und 27 Libellenarten. Ein besonderes Schmankerl passiert man auf dem etwa drei Kilometer langen Rundweg, der beliebig erweitert werden kann, gleich zweimal: 1972 und 1973 wurde am südlichen Rand das Moorwasser gestaut, um das Moor wieder besser zu versorgen. Der daraus entstandene Moorsee gehört mit seiner Kulisse zu den schönsten Gewässern der Rhön.

Wasserkuppe und Fuldaquelle- Bis zur Wasserkuppe, Hotspot der Rhön, sind es von hier nur ein paar Minuten. Wer ein Picknick dabeihat, kann an der Fuldaquelle unterhalb des Parkplatzes an Tischen im Baumschatten speisen. Oder einen Kaffee in der Segelfliegerklause trinken und dabei das Treiben auf dem Flugfeld beobachten - oder dem deutschen Segelflugmuseum einen Besuch abstatten (10-17 Uhr). Etwas abseits des Trubels führt eine rund fünf Kilometer lange leichte Wanderung um das Segelfluggelände herum. Besonders schön ist es auch am Radom, der Kuppel, die ehemals miliärisch zur Radarüberwachung des Luftraums genutzt wurde. Bei weitem Blick in die Landschaft schmeckt das mitgebrachte Kaffeetrinken noch mal so gut. Will man lokale Produkte kaufen, empfiehlt sich beim Rückweg der Besuch des Regionalladens, der täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet ist. Und so kann man sich ein kleines Stückchen Rhön mit nach Hause nehmen. Und nächstes Mal fahren wir zum Kreuzberg...

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