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Ende Februar sollen die 77 Meter hohen Zementtürme auf dem Gelände von Heidelberg Cement gesprengt werden.

Ikea in Wetzlar: Einen Schritt näher

Wetzlar (sag). Das in Wetzlar geplante Ikea-Einrichtungshaus ist gestern einen weiteren großen Schritt näher gerückt. Am Vormittag übergaben Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner und Baudezernent Harald Semler die Baugenehmigung an Ikea-Expansionschef Johannes Ferber und Projektleiter Thilo Mayer. Der Eröffnungstermin wird konkreter.

Knapp zwei Jahre ist es her, dass die Pläne der schwedischen Möbelhauskette, sich in Wetzlar auf der Industriebrache von HeidelbergCement im Bereich Gloelstraße/Hermannsteiner Straße anzusiedeln, an die Öffentlichkeit gelangten. Nun liegt die Baugenehmigung vor. Oberbürgermeister Wagner nannte die Übergabe des drei Aktenordner umfassenden Dokuments einen "Meilenstein in diesem Verfahren". Ikea-Expansionschef Ferber lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt Wetzlar – es sei durchaus nicht überall möglich, innerhalb von zwei Jahren eine Baugenehmigung zu erhalten. In Wuppertal etwa habe das Prozedere bis zur Grundsteinlegung sieben Jahre in Anspruch genommen. Diese sei in Wetzlar für Ende August/September vorgesehen. Die Baugenehmigung erfolgt nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches, der für Bauvorhaben im innerstädtischen Bereich bestimmt ist, wenn sich die Bebauung in die Umgebung einfügt, erläuterte Baudezernent Semler.

Verkehrschaos ausgeschlossen

Für das Wetzlarer Stadtbild wurde seitens Ikea eine teils eingeschossige Bauweise erarbeitet, die von der "klassischen" Ikea-Bauweise abweicht, wie Ferber erläuterte. Die Außenanlage soll Grünflächen bekommen, außerdem werden auf dem Parkplatz Bäume gepflanzt. Bedenken aus der Bevölkerung bezüglich eines zu erwartenden Verkehrschaos am Gloelknoten schloss Semler aus: "Ich habe keine Zweifel daran, dass der Verkehr funktionieren wird." Die Kosten für die nötige Verkehrserschließung trage allein Ikea, betonte der Baudezernent – 2,5 bis drei Millionen Euro sind dafür laut Johannes Ferber vorgesehen.

Semler freute sich, dass mit Ikea 150 neue Arbeitsplätze in Wetzlar geschaffen werden, nachdem die Stadt 2010 mit der Schließung des Zementwerkes zunächst 100 verloren habe. Des Weiteren lobte er die Sanierung und Nachnutzung der Industriebrache durch Ikea – "ohne einen Cent Steuermittel".

Eröffnung im späten Frühjahr 2017

Im späten Frühjahr 2017 plant Ikea sein 52. deutsches Einrichtungshaus mit 17 700 Verkaufs- und rund 25 000 Quadratmetern Gesamtfläche zu eröffnen. Damit werde Ikea Wetzlar eines der kleineren Häuser der Möbelkette, vergleichbar mit den Filialen in Hanau oder Siegen. Die geplante Bauweise auf dem über 70 000 Quadratmeter großen Areal lasse Erweiterungsmöglichkeiten zu. Für die Kunden entstehen außerdem 820 Pkw-Parkplätze inklusive vier Ladesäulen für Elektroautos.

Nächster wichtiger Termin für die Neuerschließung des Geländes ist die für Sonntag, 28. Februar, um 5 Uhr in der Frühe geplante Sprengung des 77 Meter hohen Zementtürme und des 65 Meter hohen Wärmetauschers. Nach Räumung des Areals soll dann im Mai/Juni mit dem Bau begonnen werden. Parallel sollen die Bauarbeiten zur Verkehrserschließung starten. Der Start der Hochbauarbeiten ist für Juli angedacht; sodass Ende August/Anfang September die Grundsteinlegung vorgenommen werden könnte. Mit der Fertigstellung des Rohbaus rechnet Ikea bis Weihnachten; Anfang 2017 soll dann Richtfest gefeiert werden.

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