Hunderte setzten Zeichen gegen Rechts

Echzell (ddp). Hunderte Menschen haben am Samstag im Echzeller Ortsteil Gettenau iein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Mit dem Sommerfestival "Gemeinsam gegen Rechtsaußen" wollte eine Bürgerinitiative Widerstand gegen Aktivitäten von Neonazis in der Wetterau und angrenzenden Landkreisen mobilisieren.

Anlass sind Probleme von Einwohnern mit einem Anhänger der rechtsextremen Szene, der vor zwei Jahren in den 1000-Einwohner-Ort zog. Am Ortsrand trafen sich am Samstag rund 30 NPD-Anhänger zu einer Gegendemo.

An der Veranstaltung gegen Rechts nahmen auch SPD-Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel und der Grünen-Fraktionschef Tarek Al-Wazir teil. Die Echzeller Gemeindevertreter riefen in einer Resolution zum "entschlossenen Zuammenstehen" gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit auf. Es räche sich, dass in Hessen seit Jahren Gelder für außerschulische Jugend- und Erwachsenenarbeit gekürzt worden seien, sagte Schäfer-Gümbel. Er begrüße die Entschlossenheit der Echzeller Bürger, gegen Rechtsextremismus Gesicht zu zeigen. Aktivitäten von Neonazis seien in Hessen besonders dort zu beobachten, "wo die Bürger nicht Position beziehen", sagte auch Al-Wazir. Er freue sich daher, dass die Resolution einstimmig beschlossen wurde.

Zeitgleich zum Sommerfest protestierten Anhänger der Jungen Nationaldemokraten am Ortsrand gegen Polizeimaßnahmen, mit denen ihnen der Zugang zum Veranstaltungsgelände der Bürgerinitiative verwehrt wurde. Die jungen Rechtsextremen wurden am Nachmittag bereits am Gettenauer Bahnhof von einem starken Polizeiaufgebot in Empfang genommen. Die NPD-Veranstaltung sei genehmigt gewesen, sagte ein Polizeisprecher, Auseinandersetzungen seien ausgeblieben.

Im Zentrum der Konflikte in Gettenau steht ein 24-Jähriger Tattooladenbesitzer, der auf seinem Hof häufig Partys für die rechtsextreme Szene ausrichtet. Dabei kam es in der Vergangenheit auch zu Handgreiflichkeiten zwischen ihm und Nachbarn. Der Mann bezeichnet sich selbst als "deutschnational".

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